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Christian Morgenstern
* 06.05.1871 - † 31.03.1914
Zitate von Christian Morgenstern
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Ich habe ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr Leben mitzubringen.Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen. Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist, und niemanden von etwas abbringen, der nicht schon geneigt ist, sich ihm zu entfremden.Ich habe heute ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr - Leben mitzubringen.Das Nasobêm
Auf seinen Nasen schreitet
einher das Nasobêm,
von seinem Kind begleitet.
Es steht noch nicht im Brehm.
Es steht noch nicht im Meyer.
Und auch im Brockhaus nicht.
Es trat aus meiner Leyer
zum ersten Mal ans Licht.
Auf seinen Nasen schreitet
(wie schon gesagt) seitdem,
von seinem Kind begleitet,
einher das Nasobêm.Palmström steht an einem Teiche
und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
Auf dem Tuch ist eine Eiche
dargestellt, sowie ein Mensch mit einem Buch.
Palmström wagt nicht, sich hineinzuschneuzen, -
er gehört zu jenen Käuzen,
die oft unvermittelt-nackt
Ehrfurcht vor dem Schönen packt.
Zärtlich faltet er zusammen,
was er eben erst entbreitet.
Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
weil er ungeschneuzt entschreitetIch habe sehr sichere Instinkte, aber nicht die Gabe, eingehend zu begründen, zu erklären. Die Mehrzahl der Heutigen hat umgekehrt die Gabe des Begründens und Erklärens in hohem Maße, aber dafür keine innere Direktion. Es ist unendlich quälend, die Berechtigung seines Urteils immer wieder aufs neue beweisen zu sollen.Und immer wieder komme ich darauf zurück, dass die Bewertung der geschlechtlichen Liebe unter uns Heutigen eine krankhafte Höhe erreicht hat, von der wir durchaus wieder heruntersteigen müssen.Einander kennenlernen, heißt lernen, wie fremd man einander ist.Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken, wer sie zu wenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken.Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist.Wehe und Wohl dem Menschen, der an keine Ungerechtigkeit mehr glaubt.Neue Dichter seh ich kommen, nach innen den Blick gerichtet.

