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Marcus Aurelius Antoninus

* 26.04.121 - † 17.03.180


Marc Aurel, eigentlich Marcus Aurelius Antoninus wurde am 26. April 121 als erstes Kind der reichen und vornehmen Senatorenfamilie M. Annius Verus und Domitia Lucilla in Rom geboren. Den Beinamen des mtterlichen Grovaters Catilius Severus bekam Marcus bei seiner Geburt und spter erhielt er den Namen Marcus Aurelius Antoninus, unter dem er berhmt wurde und in die Geschichte einging.

Aurelius jngere Schwester hie Annia Cornificia Faustina. Aurelius Vater starb 128, whrend seiner Amtszeit als Prtor, als Marcus erst acht Jahre alt war. Nach dem Tod des Vaters adoptierte der Grovater den jungen Marcus, und der Knabe bekam den Beinnamen der vterlichen Familie Annius Verus. Zu seiner Mutter hatte Marcus ein uerst liebevolles Verhltnis. Sein Grovater jedoch, der ebenfalls Annius Verus hie, war sehr engagiert in der Politik und dreimaliger Konsul. Trotz des frhen Verlustes des Vaters, und unter der Obhut von Erziehern aufgewachsen, schien Aurelius eine sehr schne, behtete Kindheit gehabt zu haben. Besonders hervor hebt er in seinen "Selbstbetrachtungen" seinen Erzieher Diognetus, ein Freigelassener, der ihn als erster in die Philosophie einfhrt und ihm auch spter verbunden blieb.

Sowohl whrend seiner Elementarschulzeit, in der er Lesen, Schreiben und Rechnen lernte, als auch spter beim Grammatikunterricht wurde Aurelius von Privatlehrern unterrichtet. bermittlungen zufolge soll Aurelius insgesamt siebzehn Lehrer gehabt haben, unter ihnen auch einen Stoiker Namens Junius Rusticus, der spter zu Marcus Kaiserzeit zu einem seiner wichtigsten Berater wurde. Schon mit knapp zwlf Jahren begann Aurelius sich daher fr die stoische Philosophie zu interessieren und beschloss wie ein Stoiker zu leben. Er besorgte sich einen weiten Umhang, wie ihn die Philosophen gerne trugen, und wollte auf dem Boden schlafen.

Der zu dieser Zeit regierende Kaiser Hadrian, der keinerlei leibliche Nachfolger hatte, suchte unter dem Volk nach einem Nachfolger. Dabei fiel sein Augenmerk, durch die Ttigkeiten und politische Karierre von Aurelius Grovater, auch auf ihn und er frderte Aurelius und verlieh ihm ffentliche Auszeichnungen. Im Jahre 136 erhielt Aurelius im damals blichen alter von 14 Jahren die Mnnertoga. Kurze Zeit spter arrangierte der Grovater Aurelius Verlobung mit Ceionia Fabia, eine Tochter aus bester Familie. Deren Vater, Lucius Ceionius Commodus, sollte der Nachfolger von Kaiser Hadrian werden, doch er verstarb schon vor Hadrian.

Whrend des Latinerfestes im Mai 136 wurde Aurelius die Ehre zuteil, drei Tage lang als Stadtprfekt die Stadt Rom zu verwalten. Diese Aufgabe meisterte er hervorragend und mit viel Einsatz. Um seine Nachfolge zu sichern, adoptierte Hadrian zu Beginn des Jahres 138 Aurelius Onkel Aurelius Antoninus, der im Jahr 120 Konsul gewesen war. An diese Adoption knpfte Hadrian die Bedingung, dass dieser wiederum Aurelius adoptieren musste. Antoninus wurde durch den Senat nach Hadrians Tod am 10. Juli 138 als sein offizieller Nachfolger besttigt und er bekam bald den Beinamen "Pius", "der Fromme". Die Verlobung von Aurelius mit Ceionia Fabia wurde von Antoninus Pius annulliert und seine Tochter Annia Galeria Faustina wurde die neue Verlobte von Aurelius.

Aurelius setzt seine politische Laufbahn fort und durchluft die politische mterlaufbahn bis hin zum Konsul. Er wird am 1. Januar 139 im Alter von achtzehn Jahren Qustor.

Marcus widmete sich weiterhin philosophischen Studien. Mit zunehmendem Alter steigt die Bewunderung ber seinen Adoptivvater Antoninus Pius und er widmet ihm das erste Drittel seines ersten Buches seiner "Selbstbetrachtungen". Besonders an ihm schtzt er, wie souvern dieser seine Regierungsttigkeit meistert, mit wie viel Milde und Ausdauer dieser regiert, und wie wenig er sich selbst aus dem Volk heraushebt.

Im Mai 145 heiratete er seine Verlobte Faustina und im Laufe ihrer Ehe wurden insgesamt dreizehn Kinder, darunter auch Marcus spterer Nachfolger Aurelius Commodus, geboren.

Als Antoninus Pius am 7. Mai 161 starb, bestieg Aurelius mit vierzig Jahren den Thron. Er versuchte, ganz nach dem Vorbild seines Adoptivvaters, soviel Gutes wie mglich zu tun. Er kmpfte fr das Wohlergehen der armen Bevlkerung, fr die er Schulen, Waisenhuser und Krankenhuser baute und die Steuerbelastung senkte. Des weiteren versuchte er das Strafrecht und so die Behandlung der Sklaven durch ihre Vorgesetzten zu humanisieren. Von 161 bis 169 regierte er gemeinsam mit Lucius Verus, von 169 bis 177 allein und ab 177 gemeinsam mit seinem Sohn Commodus. Er hat 176 die ersten staatlich besoldeten Professuren fr die vier klassischen Philosophenschulen in Athen errichtet (Peripatetiker, Stoiker, Akademiker, Epikurer). Trotz oder wegen seiner stoischen Grundhaltung wandte er sich gegen die Christen, die blutige Christenverfolgung des Jahres 177 in Lyon und Vienne billigte er durchaus.

Trotzdem war der friedvolle Philosoph Aurelius gezwungen, sein Reich in dauernden Kriegen vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Er kmpfte gegen die Jazygen, die Quaden und die Markomannen und schlug sich dabei sogar recht erfolgreich und trotzdem ging Aurelius nicht als Feldherr, sondern als Philosoph in die Nachwelt ein. Dies ist besonders aus den von ihm geschriebenen "Selbstbetrachtungen", eine Sammlung von Aphorismen (im Stil eines Tagebuchs), zurckzufhren, in denen seine stoische Haltung zum Ausdruck kommt.

Als er im Jahr 180 an Pest erkrankte, sah er seinem Tod mit der typisch stoischen Gelassenheit entgegen, legte sich aufs Bett, zog sich ein Leinentuch ber den Kopf und wartete auf den Tod. Das er sich nicht vor dem Tod ngstigte zeigt auch der letzte Satz seiner "Selbstbetrachtungen", in dem es heisst: "Geh also heiter aus dem Leben; denn der, der dich entlsst, tut es heiter".

Marcus Aurelius Antoninus starb am 17. Mrz 180 in Vindobona, dem heutigen Wien.

Des weiteren lsst sich aus den "Selbstbetrachtungen" erkennen, dass Aurelius, als Herrscher und Philosoph, nicht die Utopie von Platons Idealstaat, einem Staat, in dem die Philosophen Herrscher sind oder die Herrscher philosophieren, verfolgte, sondern sich zu einer Reformpolitik der kleinen Schritte bekannte. Dies wird deutlich durch den Satz: "Hoffe nicht auf Platons Idealstaat, sondern gib dich zufrieden, wenn es ein ganz klein wenig vorangeht, und ziele auf diesen Ausgang, wie gering er auch ist"



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