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Thomas von Aquin
* 1225 - † 07.03.1274
Thomas von Aquin wurde im Jahre 1225 auf Schloss Roccasecca, welches zwischen Rom und Neapel liegt, als jüngstes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war Landulf, Graf von Aquino, Herr von Loreto und Belcastro und seine Mutter war Theodora, Gräfin von Theate aus dem Hause Caraccioli. Als Fünfjähriger kommt er zu den Benediktinern auf dem benachbarten Monte Cassino Kloster wo man ihn, nach dem Willen der Eltern, für eine wie auch immer geartete Karriere präparieren sollte.
1239 mit 14 Jahren studiert Aquin artes liberales in Neapel und lernt dort den jungen Dominikanerorden kennen dem er 1243, gegen den Willen der Eltern, beitritt. Um ihn von dieser "blödsinnigen" Entscheidung abzubringen, überfällt seine Familie ihn, "kidnappt" ihn und hält ihn über ein Jahr gefangen. Nach seiner Befreiung, begann er 1245 ein Studium bei Albert Magnus in Paris und von 1248 bis 1252 in Köln, um von 1252 bis 1256 seinerseits einen Lehrauftrag in Paris zu übernehmen. Ab 1259 bis 1269 in Orvieto, Viterbo und Rom ab 1269 bis 1272 wieder in Paris und begab sich ab 1272 nach Neapel. Hier entstand von 1266 bis 1273 das vielleicht bekannteste Werk des Thomas von Aquin, die "summa theologiae", in der Aquin, die von seinem Lehrer Albertus Magnus begonnene Hinwendung zum Aristotelismus, zu einem System axiomatisch - spekulativer Theologie zuvereinigen.
Sein Lehrer Albertus Magnus behauptete, dass sein Schüler Thomas von Aquin in der Lage sei, die beiden Großen der bisherigen Philosophien, Platon und Aristoteles zu "vereinigen". Die Philosophie des Thomas von Aquin ist durch einen groß angelegten Vermittlungsversuch gekennzeichnet, der die christliche Glaubenswahrheit mit dem Denken des Aristoteles verbindet. Dem Glauben wird zwar der höhere Stellenwert eingeräumt, aber auch die Vernunft bekommt größere Rechte, sie kann alle Wahrheiten erkennen, die sich nicht der Offenbarung verdanken und damit unterhalb der Glaubensschwelle verblieben.
Er eröffnete damit der Wissenschaft einen erweiterten Handlungsspielraum, wobei aber Konflikte mit der Kirche vorgezeichnet waren. Für Thomas von Aquin ist Gott "der, der ist", das Sein an sich, in dem Wesen und Existenz vereint sind, das vollkommene Wesen, an dem zu zweifeln nicht nur dumm, sondern eigentlich auch unmöglich ist. Gott hat die Welt aus dem Nichts geschaffen, und seine Schöpfung ist geordnet. Von ganz unten, von der Materie über die Elemente, Pflanzen, Tiere, den Menschen und die Engel, ganz oben Gott, der als allererstes und allerhöchstes Wesen das Sein ist. Alle andere Geschaffen hat das Sein nur für die Spanne seiner Lebenszeit verliehen bekommen.
Auf dem Weg zum Konzil von Lyon, wohin ihn der Papst als Berater geladen hatte, starb Thomas von Aquin in der Zisterzienserabtei Fossanuova am 07.03.1274.
Kurz nach seinem Tod erhielt Thomas von Aquin den Titel "Doctor communis" sowie "Doctor angelicus" und wurde am 18. Juli 1323 heilig gesprochen und 1557 zum Kirchenvater ernannt, 1918 wurde er in den "Codex Iuris Canonici" aufgenommen.
Zitate von Thomas von Aquin
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Gutes ohne Böses kann es geben; Böses ohne Gutes aber kann es nicht geben.Die Sünde besteht darin, daß die Seele ihre Ordnung verliert, so wie die Krankheit in einer Unordnung des Leibes besteht.Auf zweifache Weise wird die Gerechtigkeit verdorben: durch die falsche Klugheit der Weisen und durch die Gewalt dessen, der Macht hat.Von solcher Art ist des Menschen Verfassung, solange er lebt in diesem sterblichen Leben:, dass er weder unbeweglich gefestigt ist im Guten noch auch unbeweglich sich verstockend im Bösen.Je mehr etwas notwendig ist, desto mehr ist es vonnöten, dass die Ordnung der Vernunft darin gewahrt werde.Die Ehrgeizigen sind leichter neidisch. Ähnlich sind auch die Kleinmütigen neidisch, da sie alles für wichtig halten, und was immer einem anderen an Gutem widerfährt, sie glauben sich gewaltig übervorteilt.Gnade und Tugend bilden die Ordnung der Natur nach, die kraft göttlicher Weisheit gegründet ist.Was nicht unser Verlangen bewegt, darauf richtet sich weder unsere Hoffnung noch unsere Verzweiflung.Man kann auch in die Höhe fallen, so wie in die Tiefe.Die Sünde geschieht im Willen nicht ohne irgendwelche Unwissenheit der Vernunft. Wir wollen nämlich nichts, es sei denn das Gute, das wirkliche oder das anscheinende.

Thomas von Aquin
