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Jacob Burckhardt

* 25.05.1818 - † 08.08.1897


Jacob Christoph Burckhardt wurde am 25. Mai 1818, als Sohn von Jacob Burckhardt sen. (1785-1858) und dessen Ehefrau Susanne Maria Burckhardt (1782-1830, geb. Schorendorf) in Basel geboren. Sein Vater war Pfarrer und Antistes der reformierten Kirche in Basel.

Burckhardt erwarb sich im Elternhaus und auf dem Gymnasium, wo er unter andrem Vorlesungen bei Wilhelm Wackernagel (1806-1869) hrte, eine humanistische Bildung.

In seiner Heimatstadt studierte Jacob Burckhardt ab 1837 zunchst Evangelische Theologie, unter anderem bei Wilhelm Martin Leberecht De Wette.

Nach vier Semestern wechselte Burckhardt zum Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und der Philologie, das er bislang nur nebenher betriebenen hatte, an die Universitt in Berlin. Hier hrte er von 1839 bis 1843 unter anderem Vorlesungen bei Johann Gustav Droysen (1798-1886), Leopold von Ranke (1795-1886), August Boeck (1785-1867), Franz Theodor Kugler (1808-1858) und Jacob Grimm.

Im Sommer 1841 verbrachte Burckhardt ein Semester in Bonn. Burckhardt gehrte hier dem sptromantischen Dichterbund der "Maikfer" um Gottfried Kinkel (1815-1882) an. In Berlin machte Jacob Burckhardt die Bekanntschaft mit Bettina von Arnim.

Auf Grund der beiden von Ranke angeregten Arbeiten ber Karl Martell und Conrad von Hochstaden wurde Jacob Burckhardt 1843 in Absentia in Basel promoviert. Bereits im darauf folgendem Jahr habilitierte er sich dort fr Geschichte.

In den Jahren von 1844 bis 1845 arbeitete Jacob Burckhardt kurzzeitig als politischer Redakteur bei der konservativen "Basler Zeitung" und beteiligte sich an der Abfassung des Brockhausschen Konversationslexikons. Neben seiner Ttigkeit an der Universitt weilte Jacob Burckhardt, mit kunstgeschichtlichen Arbeiten beschftigt, seit 1846 fter in Italien.

Seine Aufenthalte in Italien und seine Mitarbeit an den Handbchern Franz Kuglers zur Kunstgeschichte von 1846/47 bewirkten eine Neuorientierung an den klassischen Idealen der Epoche Winckelmanns und Goethes sowie an den universalen Horizonten Alexander von Humboldts, und leiteten seine reife wissenschaftliche Schaffensperiode ein.

So bernahm Burckhardt mehr und mehr eine europisch-humanistische Sichtweise und rckte vom vorherrschenden Paradigma politischer Geschichte ab. Vernehmbar wird dies vor allem in seinen drei "klassischen" Werken, die ihn zum herausragenden Kulturhistoriker und Mitbegrnder der modernen Kunstgeschichte werden lieen.

Burckhardts 1853 erscheinendes erstes Hauptwerk ist die Darstellung der "Zeit Constantins des Groen", die er als "notwendigen bergang" von der Antike zum Christentum und als Grundlage der mittelalterlichen Kultur versteht. 1855 erscheint sein zweites Werk "Cicerone", in dem er die italienische Kunstwelt von der Antike bis zur Gegenwart schildert. Von grerer historiographischer Bedeutung war sein 1960 verffentlichtes Werk "Die Cultur der Renaissance in Italien", dass den Strukturwandel von Staat und Kirche im Ausgang des Mittelalters und die damit einhergehende Ausbildung des "modernen", individuellen Menschen beschreibt.

Diese erste umfassende Darstellung jener Epoche hat das Renaissancebild Europas nachhaltig geprgt und wurde zum beispielgebenden Werk der Kulturgeschichtsschreibung.

Von 1855 bis 1858 war Jacob Burckhardt ordentlicher Professor fr Kunstgeschichte an der Eidgenssischen Hochschule in Zrich und 1858 bernahm er in Basel den Lehrstuhl fr Geschichte.

Jacob Burckhardt konzentrierte sich fortan auf seine Vorlesungen, die alle Epochen der europischen Kulturgeschichte und seit 1886 ausschlielich die Kunstgeschichte behandelten. Daneben trat er als gewandter Redner durch ffentliche Vortrge hervor und machte unter anderem auf seinen Universittskollegen Friedrich Nietzsche Eindruck, der ihn als "unseren groen, grten Lehrer" wrdigte.

1872 lehnte Jacob Burckhardt den Ruf, als Nachfolger Rankes, an die Universitt in Berlin ab. Sein bedeutendster Schler war der Kunsthistoriker Heinrich Wlfflin (1864-1945).

Jacob Burckhardt wurde 1854 Professor am Polytechnikum in Zrich und von 1858 bis 1893 lehrte er selbst Geschichte und Kunstgeschichte in Basel.

Jacob Christoph Burckhardt starb am 8. August 1897 in Basel.



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