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Thomas Carlyle

* 04.12.1795 - † 04.02.1881


Thomas Carlyle wurde am 4. Dezember 1795 in Ecclefechan, Dumfriesshire, geboren. Er war das lteste Kind des Steinhauers James Carlyle und Margaret (Aitken) Carlyle. Der Vater, ein Puritaner, war sehr streng und jhzornig.

Carlyles Ausbildung begann schon zu Hause bei den Eltern und bereits im Alter von fnf Jahren wurde Carlyle in die Dorfschule geschickt, die er 1804 im Alter von neun Jahren verlie und von 1804 bis 1809 besuchte er die Annan Grammar Schule.

Im November 1809 ging Carlyle nach Edinburgh und besuchte dort bis 1814 Universittskurse mit dem Ziel Pfarrer zu werden, verlie aber die Universitt ohne einen akademischen Grad. Im gleichem Jahr bekam er eine Stelle als Mathematiklehrer an der Annan Academy und drei Jahre spter gab er alle Gedanken an den Eintritt in die Kirche auf, denn er war der Meinung, dass sich seine Anstellung als Lehrer nicht mit einer theologischen Laufbahn verbinden lsst.

Seit seiner Zeit in Edinburgh, lernte Carlyle die deutsche Sprache und war besonders von Johann Gottfried Herder, Jean Paul, Novalis und der Philosophie des deutschen Idealismus beeinflusst.

1816 besuchte Carlyle eine Schule in Kirkcaldy, wo er zum vertrauten Partner von Edward Irving, einem alten Schulfreund und jetziger Direktor der Schule, wurde. Dieser Kontakt war Carlyles erste Erfahrung mit wahrer intellektueller Kameradschaft und die beiden Mnner wurden lebenslange Freunde. Er blieb hier zwei Jahre und machte unter anderem die Bekanntschaft mit Margaret Gordon, einer Frau aus gutem Hause. Im Oktober 1818 gab er seinen Schuldienst auf und kehrte nach Edinburgh zurck, wo er Schler in Mathematik unterrichtete und fr kurze Zeit Jura studierte.

Schon whrend seiner Zeit in der schottischen Hauptstadt litt Carlyle an einer Gastritis, die ihm fast kontinuierlich starke Schmerzen bereitete. Erste kleine Erfolge hatte er mit einer Serie von Artikeln fr die "Edinburgh Encyclopaedia", die ihm jedoch nur ein geringes Gehalt einbrachte aber keinen bemerkenswerten Gewinn.

Von 1820 bis 1821 besuchte Carlyle Irving in Glasgow und seinen Vater auf dessen neuer Farm Mainhill. 1821 ging Irving nach London und im Juni 1821 folgte ihm Carlyle. Aber schon bald trat er von seinem Lehramt zurck und nach einigen Wochen in Birmingham, wo er sich von einer Verdauungsstrung erholte, lebte er mit Irving in Pentonville, London, und bezahlte eine kurze Reise nach Paris.

Im Frhjahr 1823 arbeitete Carlyle fr ca. 1 Jahr als Tutor fr Charles und Arthur Buller zuerst in Edinburgh und spter in Dunkeld.

Zeitgleich zeigen seine Studien der deutschen Sprache Erfolg und er bersetzt Goethes "Wilhelm Meister" ins Englische und ist Verfasser einer Schillerbiographie, zu der Goethe das Vorwort schrieb. Letztere wird serienmig von 1823 bis 1824 im "London Magazine" publiziert und als komplettes Buch 1825 verffentlicht. Den schottischen Puritanismus und den des deutschen Idealismus verbindend, propagierte er in seinen Schriften die gestaltende Rolle groer Persnlichkeiten in der Geschichte und die geschichtliche Sendung der britischen Nation als Heldenvolk. Fr Goethes "Wilhelm Meister" bekommt Carlyle den Preis von "Blackwood's" und das Werk wird sehr bekannt fr seine meisterhafte bersetzung.

Im Mrz 1825 fuhr Carlyle nach Schottland auf die Farm Hoddam Hill, in der Nhe von Solway, die seinem Bruder gehrte. Hier arbeitete er fr ein Jahr an deutschen bersetzungen. Diese Ruhe die er dort genoss, war wahrscheinlich der Anlass zum Bau eines schalldichten Raumes in seiner Wohnung in Chelsea, denn er sah laute Gerusche als einen Fluch fr seine sensiblen Ohren an.

Bevor Irving nach London ging, machte er Carlyle mit Jane Baillie Welsh, eine Tochter des Chirurgen John Welsh und abstammend von John Knox, bekannt. Sie war sehr schn, altklug, talentiert und eine geniale Meisterin der zynischen Satire. Unter ihren zahlreichen Freiern machte der harte ungehobelte Carlyle anfangs einen schlechten Eindruck, aber es begann ein literarischer Briefwechsel und am 17. Oktober 1826 nach einer Zeit der Umwerbung und einem harten Kampf mit starkem Willen heirateten die beiden und gingen nach Comely Bank, Edinburgh und starteten ihr Leben mit einem Kapital von 200 . Francis Jeffrey der Redakteur der Zeitung "Edinburgh Review" war ein Cousin der Welshs, und er stellte Carlyle als Mitarbeiter ein und 1827 schrieb Carlyle seine zwei bedeutenden Artikel "Richter" und "The State of German Literature".

Die Zeitung "Foreign Review" verffentlichte zwei durchdringende Essays an Goethe und 1827 begann ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen beiden und Goethe empfahl Carlyle fr den Stuhl des "Moral Philosophy" in St. Andrews. Eine andere Bewerbung um einen Lehrstuhl an der neuen Londoner Universitt blieb ebenfalls erfolglos.

Im Mai 1828 zog Carlyle nach Craigenputtock, eine einsame Farm die der Familie Welsh gehrte und dies blieb bis 1834 sein Zuhause. Carlyle lebte das Leben eines Einsiedlers und Gelehrten und seine clevere Frau versank in der Hausarbeit und war eingesperrt in dieser Einde und sie fhrte ein langweiliges und leeres Leben. Jeffrey wollte den beiden 1828 und 1830 Besuche bezahlen, aber Carlyle dem es an Rcksichtnahme mangelte, lehnte dies ab.

Jeffrey dachte auch ber Carlyle als dessen Nachfolger nach, wenn er 1829 seine Stelle als Herausgeber der Zeitung "Edinburgh" aufgeben wrde, aber die beiden konnten sich nicht einigen. Ein unvergesslicher Besuch war der des jungen Ralph Waldo Emerson im August 1833, der sehr freundlich empfangen und ein fester Freund wurde.

In Craigenputtock schrieb Carlyle "Sartor Resartus", einen allgemein gehaltenen Kommentar ber das Leben, der zwischen November 1833 und August 1834 im "Fraser's Magazine" erschien. Andere bekannte Texte dieser Zeit waren Essays an Voltaire, Novalis, und Jean Paul im "Foreign Review".

Nach seinen Besuchen in Edinburgh und London und einer erfolglosen Bewerbung um eine Professur der Astronomie im Januar 1834 entschied sich Carlyle in London in der 5. Siedlung an der Cheyne Row, Chelsea zu bauen. 1834 zog Carlyle nach London, wo er von 1837 bis 1840 eine Vortragsreihe "ber Helden, Heldenverehrung und das Heldentmliche in der Geschichte" hielt.

Sein Leben war geprgt vom Kampf und seiner Ablehnung sich im Journalismus zu engagieren, selbst ein Angebot zur Mitarbeit bei der Zeitung "The Times" lehnte er ab und begann stattdessen mit der Arbeit ber die Geschichte der "Franzsischen Revolution".

Im Frhjahr 1835 ereignet sich eines der grten Heldentmer der Literatur. Carlyle hatte das Manuskript der ersten Ausgabe seiner Arbeit dem Philosophen John Stuart Mill geliehen, der dieses im Handumdrehen an Mrs. Taylor verliehen hatte. Eine unwissende Haushlterin nahm an das es sich hierbei um Altpapier handelte und verbrannte es. John Stuart Mill war darber untrstlich, und obwohl dies mit ernormen Schwierigkeit verbunden war, nahm Carlyle diesen Vorfall mit extremen Gleichmut hin und nahm eine geringfgige finanzielle Entschdigung von 100 an.

Carlyle schrieb daraufhin die "Franzsische Revolution" erneut, und als das Buch im Januar 1837 verffentlicht wurde erhielt Carlyle positive Kritiken unter anderem von Thackeray, Southey, Hallam und anderer wichtiger Leute. Carlyle wurde mit deren Untersttzung zu einem der fhrendsten Schriftsteller dieser Zeit. Da sich das Buch nur langsam verkaufte, musste Carlyle sich etwas einfallen lassen um dessen Bekanntheitsgrad zu steigern. Aus diesem Grund hielt Carlyle deshalb ffentliche Vorlesungen, die von Harriet Martineau arrangiert wurden.

1842 starb Mrs. Welsh und sie hinterlie den Carlyles ein finanzielles Erbe, das es ihnen ermglichte, sich von ihren finanziellen Sorgen zu befreien. Carlyles Leben war nicht einfach und er musste sich seinen Ruhm langwierig durch seine literarischen Werke aufbauen. In den 40er Jahren wuchs sein Ansehen, vor allem bei gebildeten Menschen, den Staatsmnnern und der Aristokratie, sprunghaft. Zu Carlyles Freunden zhlten unter anderem Monckton Milnes, Tyndall, Peel, Froude, Grote, Browning, und Ruskin. ber die innige Freundschaft mit dem Geistlichen John Sterling wurde 1851 in der Zeitschrift "Life" berichtet. Seine Freundschaft mit Lady Harriet Ashburton sorgte fr groe Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eheleuten Carlyle, weil Carlyles Frau sie sehr missbilligte, aber trotzdem bestand nie mehr als hohe gegenseitige Achtung zwischen den beiden.

In seinen Werken wendete Carlyle sich mehr und mehr von der demokratischen Idee ab. In seinen Werken "Chartism, On Heroes Past and Present" und "Cromwell" beschrieb er seine These, dass das Volk einen strengen und unbarmherzigen Herrscher brauchte und diesem gehorchen sollten. In seinem Werk "Latter- day Pamphlets" welches "Hudson's Statue" beinhaltet beschreibt er all seine Geringschtzung an den philanthropischen und humanitren Tendenzen dieser Zeit. Sein letztes monumentales Werk war eine sechsbndige Geschichte mit dem Titel "Friedrich II of Prussia: Called Fredrick the Great". Um sich einen berblick ber den Ort der Handlung zu verschaffen und um gengend Material fr seine Arbeit zu sammeln, reiste er 1852 und 1858 nach Deutschland. Die ersten beiden Bnde erschienen im Herbst 1858 und wurden gleichzeitig ins Deutsche bersetzt und als Meisterwerke freudig empfangen. Die anderen Bnde erschienen 1862, 1864, und 1865. 1865 wurde er als Rektor an die Universitt von Edinburgh berufen. Als er im Norden war um seine Antrittsrede zu halten, erfuhr er vom pltzlichen Tod seiner Frau, die an einer Herzkrankheit gestorben war. Dies strzte ihn in eine tiefe Krise und von nun an rutschte er immer weiter ab. Im Herbst 1866 schloss sich Carlyle dem Komitee fr die Abwehr von Gouverneur Eyre von Jamaika an, das an dessen Grausamkeiten bei der Unterdrckung einer Rebellion erinnern wollte. Ein Jahr spter schrieb er den Trakt "Shooting Niagara" gegen das Reformierungsgesetz, welches eine Verbesserung des britischen Brgerrechtssystems hervorbrachte.

Carlyle ergriff Partei fr die Preuen im Krieg von 1870 bis 1871 und 1874 wurde ihm der hohe preuische Orden "Pour le Merite" verliehen.

Thomas Carlyle starb am 4. Februar 1881 in London und wurde in Ecclefechan, seinem Geburtsort, beerdigt.



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