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George Eliot

* 12.11.1819 - † 22.12.1880


George Eliot wurde am 12. November 1819 als Mary Ann Evans auf der Arbury Farm, Warwickshire, geboren.

Von 1828 bis 1832 besuchte Mary Ann Evans als Internatsschlerin die Mrs. Wallington School bei Nuneaton, wo sie unter den Einfluss von Maria Lewis kam, der ersten Gouvernante, die sie streng puritanisch erzog. Von 1832 bis 1835 besuchte Mary Ann Evans eine Schule, die von der Tochter des Baptistenpriesters von Coventry geleitet wurde.

Mary Ann Evans beschftigte sich hier mit franzsischer und italienischer Lektre, war jedoch gezwungen, nach dem Tod ihrer Mutter ins vterliche Haus zurckzukehren um ihren Vater finanziell zu untersttzen. Hier erhielt sie Unterricht in Latein und Deutsch, bis sie 1841 mit ihrem Vater nach Coventry umzog.

Hier lernte sie den wohlhabenden Farbrikanten Charles Bray, einen Freidenker der fr die radikale Sache warb, kennen. Dessen Schwager, Charles Hennell, war der Autor eines Buches ber den Ursprung des Christentums (1838). Dieses Buch veranlasste Mary Ann Evans sich von der Kirche loszusagen.

1842 erklrte sie ihrem Vater, dass sie nicht mehr zur Kirche gehen knnte, was fr einige Monate zu Zwietracht zwischen Vater und Tochter fhrte, bevor sie einen Kompromiss erreichten. Ihr Vater erlaubte ihr, zu denken was ihrer Meinung nach richtig war, solange sie ordentlich in der Kirche erschien. Mit diesem Kompromiss lebte sie bis zum Tode ihres Vaters 1849.

Bray und Hennell bewegten Mary Ann Evans sich schnell vom extremen Provinzialismus zu entfernen und stellten ihr viele Ideen vor, die im heftigen Widerspruch mit den religisen und politischen Ansichten des Vaters standen.

Als Charles Hennell 1843 heiratete, bernahm Mary Ann Evans von dessen Ehefrau das bersetzen von David F. Strausss "Das Leben Jesu kritisch bearbeitet", dass 1846 anonym unter dem Titel "The Life of Jesus Critically Examined" verffentlicht wurde und einen mageblichen Einfluss auf den englischen Rationalismus hatte. Nach der Hochzeit der Frau Hennell, wurde Mary Ann Evans von deren Vater, R.H. Brabant, eingeladen ihn zu besuchen. Ein ziemlich dummer Mann, denn er hatte Jahre an einem Buch (nie beendet) gearbeitet, das sich mit den bernatrlichen Elementen in der Religion beschftigte. Gemeinsam lasen sie deutsche und griechesche Literatur und unterhielten sich auf langen Spaziergngen ber Theologie. Mrs. Brabant wurde auf die Vertraulichkeit der beiden bald eiferschtig und bevor der Besuch offiziell beendet war, musste Mary Ann Evans abreisen. Mary Ann Evans verbrachte den Winter von 1849-50 weitgehend mit lesen und wohnte bei der Familie von Franois d'Albert Durade bei Genf, der ein Portrait von ihr malte.

Nach ihrer Rckkehr nach Coventry verbrachte sie den Rest des Jahres 1850 bei der Familie Bray und stellte berlegungen an, wie man ein Jahr lang von 100 lebt, die ihr der Vater hinterlassen hatte. Nachdem ihr von John Chapman, dem Verleger von "The Life of Jesus Critically Examined", die berarbeitung von R.W.Mackay's "The Progress of the Intellect" fr den "The Westminster Review" (January 1851) angeboten wurde, entschied sich Mary Ann Evans als freiberufliche Schriftstellerin nach London ber zu siedeln.

Im Januar 1851 kam sie in London an, wo sie bei der Familie Chapmans zur Pension wohnte. Bereits kurze Zeit spter behaupteten die eiferschtige Mrs. Chapman gemeinsam mit dem Kindermdchen, dass Marian, die ihren Namen jetzt ausschrieb, die Geliebte von Chapman war. Nach insgesamt 10 Wochen reiste Mary Ann Evans unter Trnen zurck nach Coventry. Einige Monate spter kaufte John Chapman den "The Westminster Review", und trotz der familiren Konflikte kehrte Mary Ann Evans nach London zurck. Bis 1854 arbeitete sie fr insgesamt 3 Jahre als Mitherausgeber des "The Westminster Review", der unter ihrem Einfluss zu seiner grten Auflage kam. Whrend der abendlichen Parties bei Chapmans machte Mary Ann Evans die Bekanntschaft mit zahlreichen Schriftstellern.

Gegenber der Chapmans, wohnt der Mitherausgeber des "The Economist" Herbert Spencer, dessen "Social Statics" (1851) Chapman gerade verffentlicht hatte. Marian Ann Evans und Herbert Spencer teilten viele Interessen, sodass bald Gerchte ber eine Verlobung oder gar Heirat im Umlauf waren. Obwohl Herbert Spencer nie ihr Ehemann wurde, stellte er sie seinen Bekannten vor. Zu diesen Mnnern gehrte unter anderem der viktorianische Journalist Henry Lewes, der bereits 1841 Agnes Jervis, mit der er vier Shne hatte, geheiratet hatte.

Henry Lewes und sein Freund der Journalist Thornton Leigh Hunt, grndeten 1850 die radikale Wochenzeitung "The Leader". Im April 1850, zwei Wochen nachdem die erste Ausgabe erschien, gebar Agnes Lewes einen Sohn. Der Erzeuger dieses Sohnes war jedoch Thornton Leigh Hunt. Henry Lewes der ein Mann mit liberalen Ansichten war, gab dem Kind den Namen Edmund Lewes und erkannte somit die Vaterschaft an. Henry Lewes blieb weiter bei seiner Frau Agnes und auch die Freundschaft mit Thornton Leigh Hunt hielt er aufrecht. Nachdem seine Frau Agnes, im Oktober 1851 ein zweites Kind von Thornton Leigh Hunt gebar, trennte sich Henry Lewes von seiner Frau und reichte, nachdem er ihr den ersten Ehebruch verziehen hatte, die Scheidung ein.

Whrend dieser Zeit der Niedergeschlagenheit durch das Zerbrechen seiner Familie, traf er Marian Ann Evans. Gemeinsam diskutierten sie ber Artikel und besuchten Vorstellungen in der Oper. Nachdem Henry Lewes sich mit der Scheidung abgefunden hatte, entschloss er sich mit Marian Ann Evans ffentlich zu leben. Im Juli 1854, nach der der erfolgreichen Publikation ihrer bersetzung von Ludwig Feuerbachs Essence of Christianity, gingen sie gemeinsam nach Deutschland wo sie glcklich bis zum Tod von Henry Lewes 1878 lebten.

In Weimar und Berlin schrieb Marian Ann Evans einige ihrer besten Artikel fr den "The Westminster Review" und bersetzte Spinoza's Ethics (noch unverffentlicht), whrend Lewes an seinem bahnbrechenden "life of Goethe" arbeitete. Lewes musste alleine durch seine schriftstellerischen Arbeiten, seine drei berlebenden Shne und die Kosten fr die Schule in der Schweiz sowie Agnes bestreiten und zahlte 100 pro Jahr, was bis zu deren Tod 1902 fortgesetzt wurde.

Die Tatsache, dass ziemlich viel bswilliger Klatsch und Tratsch ber die "willensstarke Frau", die "mit dem Ehemann" weggelaufen war sowie, dass sich ihrer Familie in Warwickshire von ihr entfernte, stimmte Marian Ann Evans traurig. Bereits kurze Zeit spter begann sie, angeregt durch Lewes, ihre frheren Erlebnisse in einer Geschichte ber eine Kindheitepisode in der Gemeinde Chilvers Coton niederzuschreiben. Diese wurden 1857 als "The Sad Fortunes of the Reverend Amos Barton" in der Zeitschrift Blackwood verffentlicht und waren ein sofortiger Erfolg. Noch im gleichem Jahr erschienen zwei weitere Geschichten, "Mr. Gilfil's Love-Story" und "Janet's Repentance" die ebenfalls auf eigenen Erlebnissen basieren. Im darauffolgendem Jahr werden alle drei Geschichten als "Scenes of Clerical Life" in der Zeitschrift Blackwood unter dem mnnlichen Pseudonym "Georges Eliot" verffentlich.

1859 erschien unter dem Pseudonym "Georges Eliot" Marian Ann Evans erster Roman, "Adam Bede", der allein im ersten Jahr des Erscheinens acht mal aufgelegt wurde, woraufhin Blackwood die Gage auf 800 verdoppelte und das Urheberrecht zurckgab. Bereits 1860 folgte der zweite Roman "The Mill on the Floss". In dieser ersten Phase schilderte sie einfhlsam und einfach Alltagsschicksale, die von ihrer unmittelbaren Umgebung inspiriert waren, und hatte damit groen Erfolg und Einfluss auf die britische Literatur.

Zu dieser Zeit waren historische Romane gerade in Mode, und whrend ihres Besuchs in Florenz 1860 schlug Lewes "Savonarola" als gutes Thema vor, und George Eliot fasste den Entschluss "Romola" (1862-63) zu schreiben. Zuvor jedoch schrieb sie "Silas Marner" der 1861 verffentlicht wurde. "Romola" war als Serie fr die Zeitschrift "Blackwood" geplant, bis ein Angebot ber 10.000 von der Zeitschrift "Cornhill" George Eliot veranlasste, ihren alten Verleger zu verlassen und anstatt, wie der Herausgeber es wnschte, das Buch in 16 Kapitel zu teilen, nahm sie 3.000 weniger. Ein Beweis der knstlerischen Unabhngigkeit - wenige Schriftsteller htten so etwas getan. "Romola" wurde in 14 Ausgaben zwischen Juli 1862 und August 1863 verffentlicht.

In den folgenden Jahren verffentlich George Eliot unter anderem "Felix Holt, the Radical" (1866), "Middlemarch" (1871-72) und "Daniel Deronda" (1876), in denen sie mehr und mehr philosophische und sozialpolitische Errterungen einarbeitet. Ihre freidenkerischen und revolutionren Ansichten stieen jedoch nicht immer auf Wohlwollen.

Am 30.November 1878 starb Henry Lewes, der fast 25 Jahre ihr Genie gefrdert und alle praktischen Details des Lebens gehandhabt hatte. Am allermeisten vermisste sie die Ermutigung zu schreiben, was ihr von sich aus nicht mglich war. Fr Monate wollte sie niemanden sehen, der einzige der einen Zugang zu ihr fand war Lewes Sohn Charles Lee Lewes. Sie widmete sich der Beendigung des letzten Bandes von "Problems of Life and Mind" (1873-79) und grndete den Henry Lewes Studentship der Physiologie in Cambridge.

Fr einige Jahre gab sie ihre Investitionen in die Hnde des Bankiers John Walter Cross (1840-1924), den sie ber Herbert Spencer kenenlernte und dessen Mutter eine Woche nach Henry Lewes gestorben war.

Gezeichnet durch ihre Sympathie und Hilfebedrftigkeit, entwickelte sich eine Neigung zu John Walter Cross. Am 06. Mai 1880 wurden John Walter Cross und die 61jhrige George Eliot in der St. George's, Hanover Square vermhlt. Nach ihrer Hochzeitsreise nach Italien, zog sich George Eliot nach ihrer Rckkehr in ihr Landhaus bei Witley zurck.

George Eliot starb dort am 22. Dezember 1880 und wurde auf dem Highgate Friedhof beigesetzt.



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