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Marie von Ebner-Eschenbach

* 13.09.1830 - † 12.03.1916


Marie von Ebner-Eschenbach wurde am 13.09.1830 auf dem mährischen Gut Zdislavice bei Kromeríz als Freiin von Dubsky geboren (ab 1843 Gräfin). Sie stammte väterlicherseits aus altösterreichischem und mütterlicherseits aus norddeutsch - protestantischem Geschlecht.

18jährig heiratete sie ihren Vetter Moritz von Ebner-Eschenbach der als Professor an der Ingenieur-Akademie in Wien lehrte und später Feldmarschalleutnant und Mitglied der Akademie der Wissenschaften wurde. Die Ehe blieb kinderlos. Sie lebten von 1848-1850 in Wien, bis 1856 in Klosterbruck bei Znaim, danach in Wien und Zdislavice.

1879 machte sie eine Uhrmacher - Ausbildung. 1898 wurde sie mit dem höchsten Zivilorden Österreichs, dem Ehrenkreuz für Kunst und Literatur, ausgezeichnet und war 1900 erster weiblicher Ehrendoktor der Wiener Universität.

Durch zahlreiche Theaterbesuche wurde in ihr der Wunsch geweckt, Dramatikerin zu werden. Trotz der Förderung durch Grillparzer blieben ihre anfänglich dramatischen Arbeiten erfolglos. Dagegen verrieten ihre Erzählungen, die sie 1883 unter dem Titel "Dorf- und Schlossgeschichten" veröffentlichte, vor allem von der heimatlichen mährischen Landschaft und deren Bewohnern bald ihr großes Talent und den unverwechselbaren Stil, der es ihr ermöglichte, ungewöhnlich scharf beobachtete gesellschaftliche Missstände mit gütigem Verständnis für die durch sie verursachten Konflikte durchschaubar zu machen.

Mit verhaltenem Humor und etwas Wehmut gibt sie schonungslos die Gebrechen ihres eigenen Standes preis, gelangt jedoch in Ihrem illusionären Bemühen um einen gerechten sozialen Ausgleich nur zum Postulat der Nächstenliebe, dass sich auf eine Aufklärung der höheren Gesellschaftskreise im Sinne sozialen Reformdenkens gründet.

Trotz dieser Einschränkung zielen ihre gesamten Prosadichtungen, insbesondere der lyrisch gestimmte Roman "Das Gemeindekind" (2 Bände 1887) zu den besten Leistungen des bürgerlich - kritischen Realismus des 19. Jahrhunderts, weitere Werke sind "Die Freiherrn von Gemperlein" 1881, "Dorf- und Schlossgeschichten" 1884, "Bozena, die Magd" 1876, "Neue Dorf- und Schlossgeschichten" 1886 und "Lotti, die Uhrmacherin" 1889.

Ihre unvoreingenommene lebenskluge Haltung bezeugen auch die gedankenreichen sprachlich prägnanten Aphorismen. Zum 70. Geburtstag verlieh die Wiener Universität ihr die Ehrendoktorwürde.

Sie starb im Alter von 85 Jahren am 12. März 1916 in Wien.



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