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Alexandre Gustave Eiffel

* 15.12.1832 - † 27.12.1923


Alexandre Gustave Eiffel wurde am 15. Dezember 1832 in Dijon/Frankreich geboren.

Eiffels Ur-Ur-Grovater, Wilhelm Heinrich Johann, wanderte um 1710 von dem kleinen Ort Marmagen in der Nordeifel nach Frankreich aus. Als Jean-Rene fgte er seinem Familiennamen Bnickhausen den Namen Eiffel hinzu.

Nach seiner Schulausbildung begann Eiffel an der Ecole des Arts et Manufactures in Paris das Studium der Ingenieurwissenschaften. 1855 beendete Eiffel sein Studium mit einem nur durchschnittlichen Abschluss in seinem Fachgebiet Chemie.

Anschlieend trat er ein Praktikum in einer Eisenhtte in der Nhe seiner Heimatstadt Dijon an. Hier entdeckte er sein Interesse an diesem neuen Material und erkannte die ungeheuren Mglichkeiten, die in Bauwerken aus Eisen liegen.

Seine erste Anstellung fand er als Sekretr bei dem Pariser Eisenbahn- und Dampfmaschinenkonstrukteur Charles Nepveu, durch den er in den Eisenbau eingefhrt wurde. Von 1857 bis 1860 oblag dem erst 26jhrigen Eiffel die Errichtung der 500 Meter langen Brcke von Bordeaux.

Nach einer kurzen Anstellung als Ingenieur bei der franzsichen West-Eisenbahn wurde Eiffel Chef des Konstruktionsbros Pauvels & Cie. In der Zeit zwischen den Auftrgen vertiefte Eiffel seine Ingenieurkenntnisse zwischen 1864 und 1866 bei Studien an der Baustelle des Suezkanals in gypten.

Im Jahre 1862 heiratete Eiffel die Franzsin Marie Gaudelet, mit der er insgesamt 5 Kinder hatte (3 Mdchen und 2 Jungen). Gustav Eiffels Frau starb jedoch bereits im Jahre 1877.

1866 grndete der 34jhrige Eiffel sein eigenes Unternehmen und verwirklichte die verschiedensten Stahlbauprojekte. 1867 war er verantwortlich fr den Bau der Viadukte von Rouzat sur la Sioule und Neuvial und fr den Bau der Eisenbahnlinie Commentry-Gannat.

In den Jahren von 1872 bis 1874 war Eiffel in Sdamerika ttig, wo er in Chile, Bolivien und Peru arbeitete. Whrend dieser Zeit entwickelte er ein Verfahren, mit dessen Hilfe in seinem Werk in Levallois-Perret vorgefertigte Brckensegmente fr die Kolonien hergestellt und zur jeweiligen Baustelle transportiert werden konnten.

1875 oblag ihm der Bau des Westbahnhofs in Budapest.

Eiffel schaffte es auch immer wieder auerordentlich kompetente Mitarbeiter um sich zu versammeln, wie z.B. den in Berlin geborenen Konstrukteur Theophile Seyrig (1843-1923). Gemeinsam mit ihm baute er bei Oporto die Maria Pia Brcke ber den Douro. Diese Stahlbogenbrcke war bei ihrer Fertigstellung im Jahre 1877 mit 160 m die lngste frei tragende Brcke der Welt.

Als Seyrig im Vorfeld zu den Bauarbeiten fr das Garabit Viadukt eine angemessenere finanzielle Beteiligung wnschte, kndigte ihm Eiffel im Jahre 1879 die langjhrige Zusammenarbeit. Wenig spter standen sich die beiden ehemaligen Partner bei der Ausschreibung fr die Ponte Dom Luis I in Porto als Kontrahenten gegenber. Theophile Seyrig machte hier das Rennen, obwohl er einen teureren, dafr aber sthetisch anspruchsvolleren Vorschlag einreichte.

Als Nachfolger fr Seyrig kam im Oktober 1879 der aus dem Elsass stammende Maurice Koechlin (1856-1946) in die Firma. Koechlin hatte bei Karl Culmann in Zrich studiert und war ebenfalls ein hervorragender Konstrukteur. Unter anderem arbeitete er fr Eiffel die Plne verschiedener Brcken aus und konstruierte und berechnete das Traggerst fr die von dem Franzosen Frdric-Auguste Bartholdi entworfene Freiheitsstatue. Die Skulptur war ein Geschenk Frankreichs an Amerika, zur Erinnerung an die Erkmpfung der Unabhngigkeit und wurde im Jahre 1886 in New York errichtet.

1880 erhielt er den Zuschlag fr den Bau des Viadukts von Garabit im franzsichen Zentralmassiv, das wegen seiner Hhe von 122 Meter und seiner gebogenen Form Aufsehen erregte. Die Bauarbeiten fr den Garabit-Viadukt dauerten von 1880 bis 1884. Sowohl in Fachkreisen, als auch in der breiten ffentlichkeit erregte der Bau der Brcke grtes Interesse. Der Garabit-Viadukt wurde schon kurz nach seiner Vollendung ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Franzosen reisten am Wochenende nach Saint Flour, um dieses Wunderwerk der Technik zu bestaunen.

Von 1881 bis 1882 baute Eiffel die Brcke ber die Tisza von Szeged in Ungarn,

Sein bekanntestes Bauwerk ist der nach ihm benannte Eiffelturm, den er anlsslich der Pariser Weltausstellung 1889 entwarf und der ab 1887 unter seiner Leitung erbaut wurde. Dabei stammt die Idee fr den Turm eigentlich gar nicht von ihm selbst, sondern von dem schon erwhnten Maurice Koechlin und dessen Kollegen Emile Nouguier.

Nachdem Eiffel der Idee einige Zeit skeptisch gegenber stand, nahm er sich schlielich jedoch voll und ganz diesem Projekt an. Zunchst lie er die Plne von einem Architekten optimieren und warb fortan bei jeder Gelegenheit fr das Vorhaben. Mit groem politischem und geschftlichem Geschick -und hier zeigten sich Eiffels grte Fhigkeiten- erreichte er, dass der Turm wirklich gebaut wurde. Die Vorgnge um den Bau des Eiffelturmes fhrten aber keineswegs zu Differenzen zwischen Eiffel und Koechlin, denn letzterer war ein sehr introvertierter Mensch und ihm war durchaus bewusst, dass der Turm ohne Eiffels Initiative und persnlichem Einsatz niemals gebaut worden wre. Koechlin sagte spter einmal: "Die Idee und die Berechnungen stammen von mir, aber der Vater des Turmes ist Eiffel"! Die beiden Ingenieure bewahrten sich bis ins hohe Alter gegenseitigen Respekt und Anerkennung.

Wie auch bei seinen Brcken, lies Eiffel die einzelnen Bauteile fr den Eiffelturm in seiner Fabrik in Levallois-Perret fertigen und in Paris an Ort und Stelle zusammen nieten. Bei der Pariser Bevlkerung fand der Turm zunchst nicht nur uneingeschrnkte Zustimmung und eigentlich sollte er nach Beendigung der Weltausstellung wieder komplett demontiert werden. Dazu kam es jedoch vielleicht auch deshalb nicht, weil Eiffel immer wieder versuchte, dem Turm eine neue Daseinsberechtigung zu verschaffen. Z. B. fhrte er auf dem Turm selbst zahllose Versuche zur Erdanziehungskraft und den Fallgesetzen durch. Schlielich erreichte er sein Ziel: der Eiffelturm blieb bestehen, wurde zum Wahrzeichen der franzsischen Hauptstadt und verhalf ihm zu ewigem Ruhm.

Im Zuge der Pariser Weltausstellung entstanden aber noch zwei weitere Objekte Eiffels, die heute allerdings viel weniger bekannt sind. Zum einen baute er ein Haus ganz aus Eisen, ohne Steine, ohne Holzbalken und ohne Beton. Das Haus ist deshalb weitgehend in Vergessenheit geraten, weil es von dem Kautschukmillionr Baca Diez gekauft wurde. Diez lie das Haus nach der Weltausstellung komplett demontieren und in Einzelteile zerlegt in seine Heimatstadt Iquitos, inmitten des peruanischen Urwaldes bringen. Iquitos ist noch heute sehr schwer zugnglich, und der abenteuerliche Transport des Bausatzes auf dem Amazonas lieferte die Inspiration fr den Werner-Herzog-Film "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski. Das Eisenhaus (Casa de Hierro) steht noch heute auf dem zentralen Platz der Stadt und beherbergt nun eine Bar.

Das zweite Eisengebude ist eine Kirche, die nun ebenfalls in Sdamerika zu bewundern ist. Nach der Weltausstellung kaufte der mexikanische Staat das Bauwerk und lies es im Jahre 1895 in dem rtchen Santa Rosalia inmitten der mexikanischen Wste aufstellen. Dort ist es noch heute zu bewundern und gilt als eine der grten Sehenswrdigkeiten der Region.

Seine Vielseitigkeit hatte er neben den zahlreichen Brckenbauten immer wieder unter Beweis gestellt. Bereits im Jahre 1876 war er beim Bau des Warenhauses Bon Marche in Paris beteiligt und er konstruierte das Brogebude der Bank "Credit Lyonnais". Auerdem entwarf er die bewegliche Kuppel des Observatoriums in Nizza.

Eiffels glnzender Ruf erhielt Ende des 19. Jahrhunderts zwei heftige Dmpfer, von denen er sich nie wieder erholte und die schlielich zu seinem Rckzug aus dem Unternehmertum fhrten.

Auf dem Hhepunkt seines Ruhmes erhielt Eiffel 1888 den Auftrag, fr den bereits im Bau befindlichen Panamakanal die Lieferung von zehn kompletten Schiffsschleusen zu bernehmen. Beim Eintritt Eiffels in dieses Projekt befand sich die franzsische Panamakanal-Gesellschaft unter der Leitung von Ferdinand de Lesseps aber schon in einer schweren Krise. De Lesseps hatte bereits den Suezkanal gebaut und glaubte diese Erfahrungen direkt auf das Panamaprojekt bertragen zu knnen. Dies fhrte zu einer ganzen Reihe von Fehleinschtzungen, durch welche die Gesellschaft immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Der grte Fehler war die Annahme, der Kanal knne ohne Schleusen durch einen natrlichen Ausgleich des Wasserstandes verwirklicht werden. Erst als sich herausstellte, dass der Kanal ohne Schleusen nicht zu verwirklichen war, engagierte de Lesseps Gustav Eiffel fr den Bau der erforderlichen Schiffshebewerke.

Die nicht eingeplanten Schleusen sprengten das finanzielle Budget der Gesellschaft aber endgltig. Als das Unternehmen eigentlich schon pleite war, gab der franzsische Staat der Gesellschaft die Genehmigung, durch eine Art Aktienlotterie ihr Kapital wieder aufzustocken. Wenig spter, im Jahr der Pariser Weltausstellung (1889), ging die Panama-Gesellschaft endgltig in Konkurs und ber 800.000 Franzosen hatten ihre Ersparnisse verloren. Durch diese Ereignisse kam es in Frankreich zu einer gewaltigen politischen Krise, denn es gab durchaus auch Leute, die von dem Zusammenbruch profitiert hatten. Als Folge des Finanzdebakels wurden ber 500 Parlamentarier wegen Korruption angeklagt, weil sie fr die Entscheidung der Panamakanal-Gesellschaft die Durchfhrung der Lotterie zu genehmigen bestochen worden waren. Schlielich mussten erst der franzsische Finanzminister und dann sogar der Ministerprsident zurcktreten.

Neben de Lesseps sowie dessen Sohn geriet auch Gustave Eiffel in das Visier der Ermittlungen und musste sich im Jahre 1892 schlielich wegen Korruption und Betrug vor Gericht verantworten. Die beiden de Lesseps wurden zu fnf Jahren Haft, und Gustave Eiffel zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Spter wurde das Urteil von einem Revisionsgericht wegen Verjhrung wieder aufgehoben aber das bis dahin makellose Renommee Eiffels hatte einen ersten Kratzer bekommen. Der fast 82km lange Panamakanal wurde brigens im Jahre 1914 von den USA vollendet.

Fr Gustav Eiffel kam pltzlich alles Unglck zusammen, denn in einer anderen Ecke der Welt braute sich weiteres Unheil zusammen. Praktisch zeitgleich mit dem Panamadebakel kam es in der Schweiz nmlich zu einem folgenschweren Eisenbahnunglck, in dessen Mittelpunkt ebenfalls Eiffel stand. In Mnchenstein bei Basel strzte am 15.06.1891 die von ihm gebaute Birsteinbrcke unter einem voll besetzten Zug ein und riss 73 Menschen in den Tod. Bis zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich um die grte dokumentierte Eisenbahn- und Brckenkatastrophe auf dem europischen Kontinent und entsprechend verheerend war die Wirkung auf den schon angeschlagenen Eiffel. Die Brcke -eine Fachwerkkonstruktion aus Eisen- stammte aus der Mitte der 1870er Jahre und wurde von Eiffels Firma fr die Jura-Simplon-Bahn gebaut. Um die Ursache dieser Katastrophe zu ergrnden wurde eine hochrangige Kommission zusammengestellt, aus der sich spter die "Eidgenssische Materialprfungs- und Forschungsanstalt" (EMPA) entwickelte. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass nicht Konstruktionsfehler zu dem Unglck gefhrt hatten, sondern minderwertiges Material. Obwohl dieses Urteil Eiffel weitgehend entlastete, nahm er diese beiden Ereignisse zum Anlass, alle seine unternehmerischen Ttigkeiten zu beenden.

Von da an arbeitete er bis zu seinem Tode ausschlielich wissenschaftlich. In Auteuil auerhalb von Paris baute er sein erstes aerodynamisches Labor und fhrte Experimente zur Untersuchung des Luftwiderstandes von verschiedenen geometrischen Formen durch und legte somit einen Grundstein fr den modernen Flugzeugbau.

Seine Firma blieb aber ber die ganzen Jahre bestehen und feierte ca. 100 Jahre spter mit dem Bau des Viaduc de Millau einen neuen Hhepunkt ihrer Geschichte.

Gustave Eiffel starb am 27. Dezember 1923 im Alter von 91 Jahren in Paris.

Mit freundlicher Unterstzung von Bernd Nebel



Zitate von Alexandre Gustave Eiffel

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