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Johann Gottlieb Fichte

* 19.05.1762 - † 29.01.1814


Johann Gottlieb Fichte wurde am 19. Mai 1762, als Sohn von Christian Fichte, einem armen Bandweber, und dessen Frau Maria Dorothea Fichte (geb. Schurich) in Rammenau in der Oberlausitz geboren.

In den Jahren von 1771 bis 1774 ermöglichte die Förderung durch Freiherrn Haubold von Miltitz dem begabten Sohn einer kinderreichen, armen Familie zunächst den Besuch der Stadtschule Meißen. Fichtes Erziehung hatte sich Pfarrer Krebel, aus Niederau, angenommen.

Von 1774 bis 1780 besuchte Fichte die Landesschule in Pforte bei Naumburg (Fürstenschule Schulpforta) und begann das Studium der Theologie in Jena.

Ab 1781 studiert Fichte in Leipzig. Nach dem Tod seines Gönners 1784, schlug er sich einige Jahre lang als Hauslehrer durchs Leben.

Von Juli bis August des Jahres 1788 war Fichte in elterliche Rammenau zurückgekehrt. In seiner Verzweiflung und dem Selbstmord nahe, bot sich eine neue Stellung als Hauslehrer in Zürich, wohin er sich zu Fuß aufmachte. Nach kurzer Zeit wurde Fichte jedoch des Hauses verwiesen, da er die Auffassung vertrat, dass man, bevor man Kinder erzieht, zu allererst die Eltern erziehen müsse.

In Zürich lernt Fichte Johanna Maria Rahn, die Tochter eines Wagenbauers, kennen mit der er sich wenig später verlobt.

Im April 1790 kehrt Fichte wieder nach Leipzig zurück. Hier lernte er durch Zufall das Werk Kants kennen und entschloss sich zu Kant nach Königsberg zu reisen.

Im April 1791 reist Fichte nach Warschau – Königsberg und macht die persönliche Bekanntschaft mit Immanuel Kant. Dieser vermittelt eine letzte Hofmeisterstelle beim Grafen v. Krockow die er ab 1792 annahm.

Ebenfalls in diesem Jahr, schrieb Fichte innerhalb weniger Tag seinen "Versuch einer Kritik aller Offenbarung" um Kant auf sich aufmerksam zu machen. Da Kant die Veröffentlichung der anonym erschienenen Schrift ermöglichte, wurde diese ihm zugeschrieben. Als Kant dann den wahren Sachverhalt bekannt gab, machte dies Fichte über Nacht berühmt.

Im Juni 1793 kehrt Fichte nach Zürich zurück und heiratet am 22. Oktober 1793 Johanna Maria Rahn. Am 26. Dezember 1793 erhielt er einen Ruf an die Universität Jena. Fichte gab 1794 mehrere Vorträge über seine Philosophie im Hause Lavaters in Zürich.

Am 22. März 1794 wurde Fichte zum ordentlichen Prof. der Philosophie an der Universität Jena ernannt, wo er am 18. Mai des Jahres eintraf und am 23. Mai seine erste Vorlesung "Über den Begriff der Wissenschaftslehre" hielt. In diese Zeit fällt die Erteilung der philosophischen Doktorwürde durch die philosophische Fakultät.

Am 14. Juni war Fichte bei einem Empfang bei Herzog August von Sachsen-Weimar und Eisenach. Woraufhin er am 28. Juni erstmals Johann Wolfgang von Goethe besucht.

Von November bis Januar 1795 wurde ihm ein zeitweiliges Verbot der Sonntagsvorlesungen erteilt. Seine Bemühungen um die Selbstauflösung studentischer Orden führten von Januar bis zum April 1795 zu studentischen Randalen gegen Fichte.

Fichte beendet daraufhin von April bis September seine Tätigkeit und hält sich während dieser Zeit in Oßmannstedt auf. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Mitarbeit an Schillers "Horen" und an Niethammers "Philosophischem Journal". 1796 erscheint der 1. Teil "Grundlage des Naturrechts", dem bereits im darauf folgenden Jahr der 2. Teil folgt.

Am 18. Juli 1796 wurde Fichtes einziges Kind, Immanuel Hartmann, geboren.

1798 veröffentlicht Fichte "Das System der Sittenlehre". Seine Schrift "Über den Grund unseres Glaubens an eine göttliche Weigerung" brachte ihm den Vorwurf des Atheismus ein und führte zum "Atheismusstreit". Dieser und seine Entlassung von der Universität Jena machten ihm den weiteren Aufenthalt unmöglich. Fichte fand Aufnahme in Berlin wo er am 03. Juli 1799 eintraf.

In den Folgenden Jahren veröffentlicht Fichte "Der geschlossene Handelsstaat" (1800), "Die Bestimmung des Menschen" (1800), "Sonnenklarer Bericht an das größere Publikum" (1801) und "Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters" (1804).

1805 erhielt Fichte eine Sommerprofessur in Erlangen und 1806 erscheinen "Die Anweisungen zum seligen Leben". Fichte gibt Privatvorlesungen in Berlin.

Am 24. Oktober 1805 besetzen die Truppen Napoléons Berlin. Fichte will ist wenige Tage zuvor dem König über Stargard-Danzig nach Ostpreußen gefolgt.

Am 5. Januar 1807 hält Fichte seine erste Vorlesung in Königsberg in Wahrnehmung seiner provisorischen Professur. Vom 1. bis 9. Juli reist er von Memel über die stürmische Ostsee nach Helsingör in Dänemark.

Am 1. August bitte Fichtes Frau diesen nach Berlin zurückzukehren. Wohin er trotz der französischen Besatzung Ende August von Kopenhagen zurückkehrt. Am 13. Dezember 1807 und am 20. März 1808 hielt er seine "Reden an die deutsche Nation". In der er die Deutschen zu sittlicher Erneuerung aufrief.

1810 erhielt Fichte eine Professur für Philosophie an der Neugegründeten Berliner Universität. Am 19. November 1811 hielt er seine Antrittsrede als erster gewählter Rektor. Bereits am 14. Februar 1812 bat Fichte um Entbindung vom Rektorat, der am 11. April stattgegeben wurde. Fichte besuchte zu dieser Zeit letztmalig seine Eltern in Rammenau, wo am 13. September 1812 sein Vater und am 20. Dezember 1813 seine Mutter verstarb.

Am 19. Februar 1813 hielt Fichte anlässlich des Abbruchs der Vorlesungen infolge der Kriegshandlungen seine letzte Rede an die Studenten. Im Mai hält er noch Vorlesungen über den Begriff des wahrhaften Krieges.

Am 29. Januar 1814 starb Johann Gottlieb Fichte infolge einer Typhusinfektion, die seine als Krankenpflegerin tätige Frau sich im Lazarett zugezogen und auf ihn übertragen hatte.



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