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Karl Gutzkow

* 17.03.1811 - † 16.12.1878


Karl Ferdinand Gutzkow wurde am 17. März 1811 in Berlin in der Stallstr. 17, im östlichen Teil des alten Akademiegebäudes, geboren. Sein Vater Karl August Gutzkow (1777-1845) war ein aus Pommern nach Berlin zugewanderter Maurer, der hier Bereiter beim Prinzen Friedrich Wilhelm Karl wurde und dessen Frau Sophie Berg (gest. 1845), Tochter eines Berliner Siedemeisters, war. Gemeinsam mit seinen Geschwistern, seinem älteren Bruder August und seiner älteren Schwester Karoline (gest. 1856) wuchs Karl Ferdinand hier unter ärmlichen Verhältnissen auf.

In den Jahren von 1821 bis 1829 besucht Gutzkow das Friedrichs-Werderschen-Gymnasiums in Berlin. Nach dessen Beendigung er sich 1829 zum Sommersemester an der Berliner Universität immatrikuliert. Gutzkow hört hier unter anderem Vorlesungen bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und August Böckh. Das Studium der Philologie, Theologie und Rechtswissenschaft setzt Gutzkow später in Heidelberg und München fort und promoviert 1832 als Externer an der Universität Jena. Im Herbst diesen Jahres hält Gutzkow eine Probepredigt in Weißensee bei Berlin und im Oktober erscheint Gutzkows erste Novelle "Aus dem Tagebuche und Leben eines Subrektors" in Saphirs "Schnellpost".

Am 3. August 1830 wird Gutzkows akademische Preisarbeit "De diis fatalibus" wird von der Berliner Universität prämiert, Gutzkow erhält aus den Händen Hegels eine Auszeichnung. Die am selben Tage eintreffenden Nachrichten von der Julirevolution in Paris erschüttern und politisieren Gutzkow in hohem Maße.

Vom Januar bis zum September 1831 erscheint Gutzkows erste Zeitschrift "Forum der Journal-Literatur" in Berlin. Im November diesen Jahres verließ Gutzkow Berlin zu einer ersten größeren Reise und begab sich über Hanau, Frankfurt a.M. zu Wolfgang Menzel nach Stuttgart, wo er bis Ostern 1832 blieb. Gutzkow wurde ein enger Mitarbeiter Menzels an dessen "Literatur-Blatt", er schrieb in den Jahren von 1831 bis 1834 unter anderem für Cottas "Morgenblatt", die "Allgemeine Zeitung" (Augsburg) und andere süddeutsche Blätter. Am 1. Pfingsttag 1832 unternahm Gutzkow einen erneuten Predigtversuch in der Berliner Dreifaltigkeitskirche.

Im August 1832 erschien anonym Gutzkows erstes Werk "Briefe eines Narren an eine Närrin" bei Hoffmann & Campe in Hamburg, dass im Oktober des selben Jahres in Preußen verboten, von Ludwig Börne in seinen "Pariser Briefen" dagegen sehr gelobt, wurde. Im September ging Gutzkow an die Universität in Heidelberg und immatrikulierte sich hier zum Wintersemester 1832/33 an der juristischen Fakultät.

Im April 1833 wechselte Gutzkow von Heidelberg nach München, wo er August Lewald, Charlotte Birch-Pfeiffer sowie den späteren Verleger Karl Löwenthal kennen lernte. Im August 1833 machte Gutzkow die Bekanntschaft mit Heinrich Laube und unternahm gemeinsam mit ihm eine Reise durch Österreich und Oberitalien. In Wien lernte er Eduard von Bauernfeld und Franz Grillparzer kennen. Im September kehrte Gutzkow nach Berlin zurück und im November erschien sein Roman "Maha Guru" bei Cotta.

Im Januar und Februar des Jahres 1834 verbrachte Gutzkow einige Wochen im Kreise Heinrich Laubes in Leipzig. Im Mai reiste Gutzkow nach Hamburg, wo er bis zum Sommer blieb. Hier lernte er Julius Campe persönlich kennen und schloss Freundschaft mit Ludolf Wienbarg. Im September des selben Jahres traf Gutzkow in Stuttgart ein. Zu seinem engen Freundeskreis gehörten hier neben August Lewald die Schauspieler Seydelmann und Moritz, dass Verhältnis zu Menzel verschlechtert sich. Im Oktober begann Gutzkow in der Augsburger Allgemeinen Zeitung mit der Publikation seine Reihe "Öffentliche Charaktere".

Vom Januar bis zum August 1835 gab Gutzkow das Literatur-Blatt zur Zeitschrift Phönix in Frankfurt heraus, das er alleine schrieb. Im Februar trat er mit Georg Büchner in Briefkontakt. Gutzkow verhalf Büchner zur Publikation von "Dantons Tod", fordert ihn zur Mitarbeit am Phönix auf und pries als erster Büchners Genie in einer Richtungsweisenden Besprechung von "Dantons Tod" im Phönix an. Im April erregte Gutzkows Vorwort zu Friedrich Schleiermachers "Vertraute Briefe über Schlegels Lucinde" Aufsehen und brachte in Berlin besonders die dortige Allianz von "Thron und Altar" gegen Gutzkow auf, das Buch wurde darauf in Preußen verboten.

Im August diesen Jahres plante er gemeinsam mit Wienbarg eine Zeitschrift DeutscheRevue herauszugeben. Am 12. August 1835 erschien der Roman "Wally die Zweiflerin", der am 24. September zuerst in Preußen verboten und Anlass zu den Maßnahmen des Deutschen Bundestages gegen das "Junge Deutschland" wurde. Am 11. September erschien Wolfgang Menzels Verriss des Romans "Wally" der den publizistischen Feldzug gegen Gutzkow, die "unmoralische Literatur" des Jungen Deutschlands einläutete. Eine bald erfolgte Duellforderung Gutzkows lehnt Menzel ab. Noch im November werden sowohl die von Gutzkow und Ludolf Wienbarg herausgegebene Deutsche Revue als auch die allein von Gutzkow herausgegebenen Deutschen Blätter noch vor ihrem ersten Erscheinen verboten und beschlagnahmt.

Am 14. November 1835 folgt das Verbot aller erschienenen und aller künftig erscheinenden Schriften von Gutzkow, Wienbarg, Laube und Mundt in Preußen. Am 16. November wurde gegen Gutzkow als Verfasser der "Wally" ein Verfahren eröffnet und am 30. November wurde Gutzkow vor dem Mannheimer Stadtgericht verhört und am selben Tag dort in Haft genommen. Am 10. Dezember folgte der Bundestagsbeschluss gegen das "Junge Deutschland" (Gutzkow, Heine, Laube, Mundt, Wienbarg).

Während der Urteilsverkündung am 13. Januar 1836 wurde Gutzkow wegen "verächtlicher Darstellung des Glaubens der christlichen Religionsgemeinschaft" zu einem Monat Gefängnis ohne Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Am 10. Februar wurde Gutzkow aus dem Gefängnis entlassen und aus Baden abgeschoben. Am 18. Juli 1836 heiratete Gutzkow Amalie Klönne (1817-1848) in Frankfurt am Main. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor, Hermann Gutzkow (1837-1909), Fritz Gutzkow (1839-?) und Emil Gutzkow (1842-?).

Von Juli bis November diesen Jahres schrieb Gutzkow für Lewalds Europa "Literarische Übersichten" und von September bis Dezember gab er (ohne das sein Name genannt werden durfte) gemeinsam mit Wilhelm Speyer für kurze Zeit die Frankfurter Börsen-Zeitung heraus.

Von Januar bis Dezember 1837 gab Gutzkow in Frankfurt am Main den Frankfurter Telegraph heraus. Das mehrfach wöchentlich erschienene Blatt durfte aber nicht unter Gutzkows Namen erscheinen und wurde offiziell von Eduard Beurmann redigiert. Mitarbeiter von Gutzkows Blatt waren neben Beurmann unter anderem Franz Dingelstedt, Heinrich Albert Oppermann, Alexander Jung, Heinrich König, Philipp Joseph von Rehfues, Gabriel Riesser, Alexander Weill und Ludwig Wihl. Von März bis Dezember ließ Gutzkow unter dem Namen des englischen Erfolgsautors Bulwer-Lytton Lieferungsweise seine große Gegenwartsschau "Die Zeitgenossen" erscheinen. Im Oktober reiste Gutzkow über Weimar nach Berlin, besuchte dort Varnhagen von Ense und Bettina von Arnim und verkehrt im Kreis von Theodor Mundt und begab sich Mitte November nach Hamburg.

Von 1838 bis 1842 wohnte Gutzkow in Hamburg und gab bis Ende 1843 den Telegraph für Deutschland heraus. An seiner Zeitschrift arbeiten Friedrich Saß, Karl Goedeke, Friedrich Hebbel, Georg Herwegh, Alexander Jung, Heinrich Albert Oppermann, Friedrich Engels, Georg Schirges, Levin Schücking, Ludwig Wihl, Franz Dingelstedt und andere mit. In einer Satire "Literarische Elfenschicksale" die von Februar bis April 1838 veröffentlicht wurde, machte sich Gutzkow über zahlreiche Schriftstellerkollegen lustig und geriet besonders mit Theodor Mundt und Ferdinand Gustav Kühne in heftige polemische Auseinandersetzungen, auch das Verhältnis zu Heinrich Laube lockert sich mehr und mehr und geht schließlich auseinander. Im März des selben Jahres erschien "Die rote Mütze und die Kapuze" und im Juni der Band 1 von Gutzkows Roman "Blasedow und seine Söhne" dem im August der zweite und im November der dritte Band folgte. Im Oktober besuchte Immermann Gutzkow in Hamburg.

Im April 1839 lernte Gutzkow Hebbel in Hamburg kennen und konnte ihn zu einer Mitarbeitet am Telegraph bewegen. Von April bis Juni diesen Jahres bracht der Streit um den zensierten Abdruck von Heines "Schwabenspiegel" im "Jahrbuch der Literatur" los und entzweit Gutzkow und Heine. Im Juni und August hielt sich Gutzkow in Frankfurt a.M. auf, wo er für seine Börne-Biographie Material sammelte und die Aufführung seines ersten Stückes vorbereitete. Am 15. Juli 1839 debütierte Gutzkow als Dramatiker mit "Richard Savage" in Frankfurt a.M. und brachte in den folgenden Jahren viele erfolgreiche Dramen auf die Bühne.

Am 22. Februar 1840 wurde "Werner. Oder: Herz und Welt" in Hamburg uraufgeführt. Von April bis Mai hielt sich Gutzkow in Berlin auf, wo am 2. Mai "Richard Savage" im Königlichen Schauspielhaus aufgeführt wurde. Am 19. September erschien Gutzkows Börne-Biographie, einige Wochen nach der Schmähschrift Heines über Börne, und besiegelt den Bruch zwischen Heine und Gutzkow.

Von Mai bis Juni 1841 verbrachte Gutzkow mehrere Wochen in Berlin. Nach der missglückten Uraufführung von "Die Schule der Reichen" am 21. Oktober am Hamburger Stadttheater lernte Gutzkow Therese von Bacheracht kennen, die für viele Jahre seine Freundin und Geliebte wurde. Von März bis April 1842 hielt sich Gutzkow zum ersten Mal in Paris auf wo er unter anderem die Bekanntschaft mit George Sand, Guizot, Jules Janin und deutschen Emigranten wie Jakob Venedey machte. Im April erschien bei J.J. Weber in Leipzig der erste Band von "Karl Gutzkows dramatischen Werken", deren Ausgabe 1844 an Lorck und 1849 an Brockhaus überging, wo im März 1857 die Ausgabe mit Band 9.1 abbrach. Im Oktober erschienen "Briefe aus Paris" bei Brockhaus in Leipzig und im November zog Gutzkow von Hamburg nach Frankfurt a.M. um. Am 14. November wurde "Ein weißes Blatt" in Frankfurt a.M. uraufgeführt.

Gutzkow verbrachte den Frühling und Frühsommer des Jahres 1843 in Oberitalien, Mailand und am Comer See und schrieb dort "Zopf und Schwert". Am 17. Juli 1843 hob Friedrich Wilhelm IV. die Zensurverfügung gegen Gutzkow auf, woraufhin er als jungdeutscher Schriftsteller endlich von der Ausnahmezensur befreit war. Im November begann Gutzkows seine regelmäßige Mitarbeit am Feuilleton der Kölnischen Zeitung die bis Mai 1844 andauerte.

Am 1. Januar 1844 wurde "Zopf und Schwert" in Dresden uraufgeführt und wenig später wurde das Stück in Preußen verboten. Im Dezember folgte die Uraufführung von "Das Urbild des Tartüffe" in Oldenburg. Ab April 1845 begann bei Rütten und Loening in Frankfurt Gutzkows "Gesammelte Werke" in 13 Bänden zu erscheinen, im Juli 1846 erschien Band 12, im Januar 1852 als Nachzügler der Ausgabe noch ein 13. Band mit einer Umarbeitung von "Wally die Zweiflerin". Im Mai des Jahres 1845 reiste Gutzkow für vier Wochen nach Wien. Die in Band 3 der "Gesammelten Werke" erscheinenden "Wiener Eindrücke" führten im September zum Verbot von Gutzkows "Gesammelten Werken" in Österreich, außerdem wurden alle Stücke Gutzkows, bis zur Revolution 1848, vom Hofburgtheater verbannt. Von März bis April 1846 hielt sich Gutzkow erneut in Paris auf und schrieb dort "Uriel Acosta". Im November wurde Gutzkow Dramaturg des Königlichen Theaters in Dresden und hatte diese Stellung bis zum Mai 1849 inne. Am 13. Dezember 1846 wurde "Uriel Acosta" in Dresden uraufgeführt.

Anfang des Jahres 1847 zog Gutzkow mit seiner Familie nach Dresden und blieb dort fast 14 Jahre lang wohnen. Am 18. März 1848 erlebte Gutzkow den Ausbruch der Revolution in Berlin und Ende März erschien Gutzkows Flugschrift "Ansprache an das Volk" in Berlin. Am 22. April 1848 starb seine Frau Amalie in Berlin woraufhin sich Gutzkow für einige Zeit nach Warmbrunn zurückzog. Im November kam es zwischen Therese von Bacheracht und Gutzkow in Dresden zum Bruch, Therese heiratete 1849 einen Vetter, mit dem sie nach Java ging, wo sie 1852 starb. Ebenfalls 1848 erschien "Deutschland am Vorabend seines Falles oder seiner Größe".

Gutzkow erlebte den Maiaufstand 1849 in Dresden, ohne sich aktiv daran zu beteiligen. Am 27. August 1849 wurde Gutzkows Lustspiel "Der Königsleutenant" in Frankfurt a.M. im Rahmen der Feierlichkeiten zu Goethes 100. Geburtstag uraufgeführt. Am 19. September 1849 heiratete Gutzkow in zweiter Ehe Bertha Meidinger, eine Kusine seiner ersten Frau, in Frankfurt a.M. Dieser Ehe entstammen drei Töchter, Clara Gutzkow (1850-?), Selma Gutzkow (1852-1932) und Lilly Gutzkow (1857-?). Im Juli und September wurde der Roman "Die Ritter vom Geiste" als Fortsetzungsroman in der Leipziger "Deutschen Allgemeinen Zeitung" vorabgedruckt (nur Bd. 1 u. 2) und ebenfalls im September erschien Band 1 von "Die Ritter vom Geiste". Der letzte der insgesamt neun Bände erschien erst im November 1851.

Im Januar 1852 brachte Gutzkow als Band 13 der "Gesammelten Werke" unter dem neuen Titel "Vergangene Tage" eine überarbeitete Fassung seines früher verbotenen Romans "Wally" heraus. Im Februar eröffnet Julian Schmidt in seiner Zeitschrift "Die Grenzboten" mit einem Angriff auf Gutzkows Roman "Vergangene Tage" den "Grenzbotenstreit", eine bis Ende März dauernde publizistische Fehde zwischen Gutzkow einerseits und Julian Schmidt und Gustav Freytag andererseits. Im Mai erschienen Gutzkows Berliner Kindheitserinnerungen "Aus der Knabenzeit". Von Mai bis Juni reiste Gutzkow durch Belgien zum dritten Mal nach Paris und von dort weiter in die Schweiz. Im September 1852 erscheint die erste Nummer von Gutzkows Familienzeitschrift "Unterhaltungen am häuslichen Herd". Gutzkow wird die wöchentlich erscheinende Zeitschrift bis Ende 1862 redigieren. Zu seinen Mitarbeitern gehören Karl Frenzel, Ludmilla Assing, Louise Otto, Hermann Hettner, Berthold Auerbach, Feodor Wehl, Rudolf Gottschall, David Friedrich Strauß, Julius Rodenberg, Alexander Jung und andere.

Am 28. August 1854 wurde Gutzkow vom Großherzog von Weimar das Ritterkreuz des Falkenordens 1. Klasse verliehen. Am 1. Januar 1855 wurde Gutzkows "Lenz und Söhne" in Leipzig uraufgeführt und bereits Ende Januar wurden weitere Aufführungen des Stücks auf Betreiben des sächsischen Königs untersagt. Am 30. April begründet Gutzkow im Saal der Dresdener Singakademie mit anderen Persönlichkeiten aus dem Dresdener Kulturleben die Deutsche Schillerstiftung.

Am 12. Februar 1856 wurde in Dresden "Ella Rose" uraufgeführt und im März/April reiste Gutzkow nach Wien, um der Aufführung von "Ella Rose" im Hofburgtheater beizuwohnen. In Wien traf er unter anderem mit Hebbel und Laube zusammen. Am 1. Dezember wurde ohne Erfolg Gutzkows Stück "Lorber und Myrte" in Berlin uraufgeführt.

Von Juli bis September 1857 bereiste Gutzkow, um Studien für seinen neuen Roman zu machen, Hessen, Westfalen und das Rheinland. Im darauf folgenden Jahr reist Gutzkow von April bis Juni nach und durch Italien, ebenfalls um Eindrücke für seinen Roman zu sammeln. Im September 1858 erschien der erste Band des Romans "Der Zauberer von Rom" und die Herausgabe der restlichen acht Bände zog sich bis zum Mai 1861 hin. Im Oktober 1961 siedelte Gutzkows nach Weimar über, wo er bis zum Oktober 1864 als Generalsekretär der Schillerstiftung tätig war. Im Dezember des Jahres 1862 gab Gutzkow die Redaktion der "Unterhaltungen am häuslichen Herd" an Karl Frenzel ab.

In Friedberg (Hessen) versuchte Gutzkow sich am 14. Januar 1865 das Leben zu nehmen, woraufhin man ihn am 31. Januar in die Heilanstalt St. Gilgenberg bei Bayreuth verbrachte. Aus letztere wurde Gutzkow am 24. Dezember des selben Jahres als "geheilt" entlassen. Von Januar bis zum Mai des Jahres 1866 hielt sich Gutzkow im Kurort Vevey am Genfer See auf und im Juni ließ er sich in Kesselstadt bei Hanau nieder.

Gutzkows historischer Roman "Hohenschwangau" begann im März 1867 bei Brockhaus zu erscheinen und wurde im Juni 1868 mit Band 5 abgeschlossen. Am 2. Februar 1869 wurde Gutzkows Stück "Der westphälische Friede" in Mannheim uraufgeführt. Vom Mai bis zum September hielt sich Gutzkow in Bregenz auf und im Oktober siedelte er nach Berlin über, wo er bis zum November 1873 wohnte. Am 10. Januar 1871 wurde Gutzkows letztes größeres Stück "Der Gefangene von Metz" im Berliner Schauspielhaus ohne sonderlichen Erfolg uraufgeführt. Ein Verriss des Stückes von Théodor Fontane in der Ausgabe der "Vossischen Zeitung" vom 12. Januar empörte Gutzkow besonders. Im August erschien der erste Band der Reihe "Dramatischen Werke" in 20 Bändchen bei Costenoble in Jena die erst im Juli 1872 abgeschlossen wurde. Von März bis zum Juni des Jahres 1872 hielt sich Gutzkow zuerst in Wiesbaden, später dann in Boppard am Rhein auf und bereiste im Juli Holland. Der erste Band der "Gesammelten Werke" in 12 Bänden erschien im Juni 1873 bei Costenoble in Jena. Erst im März 1876 lag die Ausgabe komplett vor und eine beabsichtigte Fortsetzung der Reihe kam nicht mehr zustande. Im Juli und August 1873 erholte sich Gutzkow in Bad Kissingen und Bad Harzburg. Nach einem erneuten Anfall von Verfolgungswahn reist Gutzkow mit seiner Tochter Selma im November nach Italien, wo er mehrere Monate zur Erholung blieb. Im Mai des Jahres 1874 ließ sich Gutzkow in Wieblingen bei Heidelberg nieder.

Von Januar bis zum März 1875 hielt sich Gutzkow mit seiner Familie in Leipzig auf. Am 17. März diesen Jahres gab der Leipziger Schillerverein zu Ehren Gutzkows im Hotel de Prusse ein großes Festmahl. Im September erschienen Gutzkows "Rückblicke auf mein Leben" und im Oktober zog Gutzkow nach Heidelberg um.

Im Januar 1877 erschien der erste Band des Romans "Die neuen Serapionsbrüder", dem im März der zweite und dritte Band folgen. Von Juli bis zum November diesen Jahres schrieb er für das Deutsche Montags-Blatt eine Serie "Zeitfragen und Anregungen". Bereits Anfang Oktober war Gutzkow nach Frankfurt-Sachsenhausen umgezogen. Im März 1878 erschien die polemische Schrift "Dionysius Longinus. Oder: Über den ästhetischen Schwulst in der neuern deutschen Literatur".

In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 1878 kam Karl Ferdinand Gutzkow bei einem Schwelbrand in seinem Schlafzimmer ums Leben und wurde am 19. Dezember 1878 auf dem Frankfurter Stadtfriedhof beigesetzt.



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