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Jean Jaurès

* 14.09.1859 - † 31.07.1914


Jean Jaurès, eigentlich Auguste Marie Joseph, wurde am 14. September 1859 in Castres geboren.

Nach dem Abschluss in Philosophie an der École Nationale Supérieure wird Jean Jaurès 1881 Lehrer in Albi. Von 1883 bis 1885 lehrte Jaurès als Außerordentlicher Professor für Philosophie in Toulouse.

Von 1885 bis 1889 war er, ein Bewunderer von Léon Gambetta und Jules Ferry, linksrepublikanisches Mitglied der französischen Deputiertenkammer. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Heirat mit Louise Bois. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.

Nach einer Wahlniederlage 1889 war er erneut bis 1893 Professor in Toulouse. Nach dem Bergarbeiterstreik in Carmaux schloss er sich 1892 der sozialistischen Arbeiterbewegung an und gab dann seine Lehrtätigkeit zugunsten der Politik auf und vertrat von 1893 bis 1898 die Sozialisten in der Nationalversammlung. 1898 begann Jaurès seine Geschichte der Französischen Revolution, die 1901-1907 unter dem Titel "Histoire socialiste de la Révolution française" erschien.

1902 spalten sich die sozialistischen Parteien über die Frage um eine Kooperation mit der Regierung. Trotz vorhergehender Einigungsversuche werden zwei sozialistische Parteien gegründet. Jaurès wird Führer der reformerischen Partei Socialiste Français (PSF), die für eine Tolerierung der Regierungspolitik eintritt. Von 1902 bis 1914 ist Jaurès Abgeordneter der Nationalversammlung und wird 1903 zum Vizepräsidenten der Nationalversammlung gewählt.

1904 begründete Jaurès die Zeitung L'Humanité mit und im April des darauf folgenden Jahres schafft es Jaurès, nach der Aufforderung der "Zweiten Internationale", die gesamte Linke Frankreichs zur Section Française de l'Internationale Ouvrière (SFIO) zu vereinigen. Jaurès suchte eine stärkere Zusammenarbeit zwischen seiner Partei und den Gewerkschaften (besonders der CGT, der Confédération Générale du Travail).

In den Jahren von 1905 bis 1907 beteiligt sich Jaurès an der Solidaritätsbewegung für die russische Revolution. 1908 wurde "La Guerre franco-allemande 1870-1871" ("Der deutsch-französische Krieg") veröffentlicht.

Sein Aufruf zu einem europaweiten Vorgehen der Sozialisten scheiterte auf dem Stuttgarter Kongress der Internationale 1907 ebenso wie in Kopenhagen 1910 am Veto der deutschen Sozialdemokraten. Mit seiner pazifistischen Einstellung, seiner Verständigungsbereitschaft gegenüber Deutschland und seinem Internationalismus machte er sich bei den bürgerlichen Rechten in Frankreich unbeliebt.

Auf dem Baseler Kongress der "Zweiten Internationale" 1912 ruft Jaurès zum Kampf gegen die Kriegsvorbereitungen auf. Jaurès fordert nach einer Sondersitzung des Internationalen sozialistischen Büros in Brüssel die französische Regierung auf, den Frieden zu erhalten.

Am 31. Juli 1914 wurde Jean Jaurès von einem nationalistischen Fanatiker in Paris ermordet.



Zitate von Jean Jaurès

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