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Thomas von Kempen

* um 1380 - † 25.07.1471


Thomas von Kempen, eigentlich Thomas Hemerken wurde um 1380 herum geboren. Seine Eltern waren der Handwerker Johann Hemerken und seine Frau Gertrud Kuyt, von der manche Autoren sagen, sie sei Lehrerin gewesen.

Bis 1391 oder 1392 besuchte Thomas von Kempen die Lateinschule in Kempen. Thomas wurde bereits als Kind von den Windesheimer Reform-Augustinerchorherren beeindruckt und kam 1392 nach Deventer/Holland um dort in der Stadtschule als Schler von Johannes Boom zu studieren.

Sptestens 1398 nahm er Kontakt zu den "Brdern vom Gemeinsamen Leben" auf, bei denen er in einem ihrer Huser von 1398 bis 1399 lebte. In dieser Gemeinschaft lernte er das "Scribieren", das schnbuchstabige Abschreiben von Texten, ebenso die Bibelexegese und vor allem die Kontemplation.

Auf Anraten seines Lehrers Florentius Radewijns trat er 1399 in das neu eingeweihte Augustinerchorherrenkloster "St. Agnes" ("Agnetenberg") ein. Der Prior dieses Klosters war sein lterer Bruder Johannes (ca. 1365-1432).

Thomas legte 1406 die Gelbde ab, empfing aber erst 1414 die Priesterweihe. Er lebte, mit kurzer Unterbrechung whrend des so genannten Utrechter Schismas, whrend dessen unruhigster Zeit (1429-1432) die Augustiner-Mnche nach Friesland ins Exil ausweichen mussten, fast 70 Jahre lang in diesem Kloster.

Als stiller Mnch in dieser zur Windesheimer Kongegration gehrenden Klostergemeinschaft, hatte er verschiedene Aufgaben inne, so war er eine Zeitlang Prior, Subprior, Prokurator und Novizenmeister, was allerdings nicht seiner Freude diente und nicht immer von Erfolg gekrnt war. Er war ein vergeistigter Mnch, der zwar durchaus in der Lage war, groartige Predigten und Auslegungen zu halten, aber im Tiefsten liebte er die Stille, das Schweigen und den Gottesdienst.

Thomas, der als "Introversionsmystiker" gilt, also ein Mystiker der Innerlichkeit, war ein groer Bcherfreund und Bcherschreiber. Er tat letzteres sowohl als Abschreiber ("Scriptor"), wie auch als Verfasser ("Auctor"). So schrieb er die Bibel in beschaulicher Ruhe viermal ab, auch ein Messbuch und eine Bernhard-Sammlung kopierte er.

Ebenso schrieb er wohl mehrfach sein eigenes Hauptwerk ab, die "Nachfolge Christi", von der heute mindestens zwei Abschriften von Thomas' eigener Hand bekannt sind, und von denen die Brsseler Handschrift von 1441 erhalten ist. Weitere Werke von Thomas sind Biographien der Mnner der Devotio Moderna, "Das Leben Meister Gerhards", sowie kleinere Traktate, Lieder und Erbauungslektren wie "Von den Drei Htten" und "Die Herberge der Armen".

Thomas von Kempen starb am 25. Juli des Jahres 1471.

1629 lie die Stadt Kempen ihren grten Sohn durch drei Gemlde ehren. Thomas wird stets im Augustiner-Chorherren-Habit mit einem Buch in der Hand dargestellt, seiner Liebe zur erbaulichen Lektre entsprechend. Seit 1897 ruhen die Gebeine des bekanntesten Vertreters der Devotio Modema in der Michaels-Kirche in Zwolle.



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