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Francois de La Rochefoucauld

* 15.12.1613 - † 17.03.1680


François VI. Duc de La Rochefoucauld wurde am 15. Dezember 1613 in Paris als ältester von 12 Geschwistern geboren. Seine Familie gehörte dem höchsten Adel Frankreichs an. La Rochefoucauld erbte den Herzogstitel, seines Vaters Fürst von Marcillac und wurde wesentlich zum kriegerischen Leben erzogen. La Rochefoucauld lernte etwas Latein und beschäftigte sich mit Literatur. Mit 15 heiratete er Andrée de Vivonne, mit der zusammen er 8 Kinder hatte.

Um 1630, während eines italienischen Feldzugs, gelangte La Rochefoucauld an den Hof Ludwigs XIII. Die folgenden Jahre waren mit Hofintrigen und Verschwörungen ausgefüllt, in denen der Hochadel gegen die mächtige Stellung Richelieus, des Architekten des französischen Absolutismus und Überwinders der Adelsmacht, opponierte. La Rochefoucauld lernte die Gunst der Königin, aber auch Verbannung und Bastille kennen. 1639 bewährte er sich wieder auf dem Schlachtfelde von Saint-Venant-sur-Lyse, verweigerte sich jedoch der Gunst Richelieus.

Als Ludwig XIII. starb schien die Stunde des Adels gekommen zu sein und in der Verschwörung der "Importants" versuchten La Rochefoucauld und seine Partei, die Macht des Prinzen von Condé und die Regentschaft Annas von Österreich zu etablieren. Doch alle Bestrebungen, dem Adel so seine frühere Stellung, während der Minderjährigkeit Ludwigs XIV. zurückzugeben, werden von Kardinal Mazarin durchkreuzt.

1646 wird La Rochefoucauld in Merdick (Flandern) zum Ende des Dreißigjährigen Krieges verletzt. 1648 ist er in die Adelsverschwörung der Fronde verwickelt und kämpft in dem ihr folgenden Bürgerkrieg erfolglos gegen die königlichen Truppen Turennes. Schwer verwundet zog er sich 1652 auf seine Besitzungen zurück, schwört 1653 dem König die Treue und söhnte sich mit dem Hof aus.

Danach entfaltete er keinen politischen Ehrgeiz mehr, betätigte sich als Schriftsteller und verkehrte nach der Generalamnestie von 1656 in den mondänen Salons der Mademoiselle de Scudéry und der Madame de Sablé. Mit Madame de La Fayette, bei der er lebte, verband ihn eine enge Freundschaft. Eine Berufung an die Academie Française schlug er aus. Zu dieser Zeit verfasst er seine "Mémoires" (1662), die seine Erinnerungen an die Vorgänge beim Aufstand der Fronde schildern. Nach dem Tode Kardinal Mazarins folgt eine vorsichtige Versöhnung mit Ludwig XIV., die jedoch 1664 durch das erscheinen der "Maximes", ohne Wissen und Willen des Autoren, ein jähes Ende fand.

1671 übermachte La Rochefoucauld seinen Herzogstitel seinem ältesten Sohn, der als Kammerherr des Königs fungierte. Seine späten Jahre wurden von einem starken Gichtleiden sowie dem Verlust zweier Söhne im Krieg (1672) überschattet.

La Rochefoucauld starb, nach schwerer, mit stoischer Kraft ertragener Krankheit, am 17. März 1680 in den Armen Bossuets und im Beisein seiner langjährigen Freundin der Madame de La Fayette, in Paris.

Er wurde auf dem Stammsitz seiner Familie, nahe der Ruinen des Schlosses, welches Kardinal Mazarin nach den Kriegen der Fronde zerstören ließ, beigesetzt.



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