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Jean de La Bruyère
* 16.08.1645 - † 10.05.1696
Zitate von Jean de La Bruyère
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Wenn alles Materie ist und wenn das Denken in mir, wie in allen übrigen Menschen, nur eine Wirkung der Anordnung der Materieteilchen ist, wer hat dann andere Vorstellungen als die von stofflichen Dingen in die Welt gebracht?Es gibt Übel im Staate, die man duldet, weil sie größeren Übeln vorbeugen oder sie verhindern.Bedenkt man die Schönheit, die Jugend, den Stolz und die Verachtung jener Frau, so kann man nicht zweifeln, dass nur ein Held sie einmal zu entzücken vermag. Nun hat sie ihre Wahl getroffen: ein kleines Ungeheuer ohne Geist.Die Wesensart der Franzosen verlangt einen gewissen Ernst in der Person des Herrschers.Man muss lachen, ehe man glücklich ist, aus Furcht, man könnte sterben, ohne gelacht zu haben.Der Stand der Schauspieler galt bei den Römern für schimpflich, bei den Griechen für ehrbar. Und bei uns? Wir denken über sie wie die Römer und verkehren mit ihnen wie die Griechen.Man stirbt nur einmal, und doch spüren wir die Gegenwart des Todes in jedem Augenblick unseres Lebens, ihn fürchten, ist schlimmer, als ihn erleiden.Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.Feldherr und Staatsmann können so wenig wie ein gewandter Spieler den Zufall zwingen, aber sie bereiten ihn vor, locken ihn an und scheinen ihm fast die Richtung zu weisen.Unter allen Mitteln, sein Glück zu machen, ist das kürzeste und beste das: die Leute klar erkennen zu lassen, dass es in ihrem Interesse liege, euch Gutes zu erweisen.Es ist allein Frauen eigen, in ein einziges Wort eine ganze Empfindung zu legen und einen zarten Gedanken zart wiederzugeben.Die meisten Frauen urteilen über Verdienst und gutes Aussehen eines Mannes nach dem Eindruck, den sie davon haben, und gestehen dem, für den sie nichts empfinden, kaum das eine noch das andere zu.
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