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John Milton

* 09.12.1608 - † 08.11.1674


John Milton wurde am 9. Dezember 1608 in London geboren. Milton stammte aus einer begterten Familie, welche ihren Sitz auf dem Landgut Milton bei Thame in Oxfordshire hatte.

Sein Vater war wegen seines bertritts zum Protestantismus von dem streng katholischen Grovater enterbt worden und betrieb in London die Geschfte eines Notars.

Seine Erziehung erhielt Milton wurde zuerst im elterlichen, streng puritanischen Haus erzogen und besuchte dann die Schule von St. Paul. Ab 1624, im Alter von 15 Jahren, besuchte er das Christ's College der Universitt Cambridge. Nachdem Milton 1628 Bachelor und 1632 den Magister erwarb verlie er Cambridge, um zu seinem Vater zurckzukehren, der in Horton (Buckinghamshire) einen Landsitz besa. Dort konnte er seinen Studien weiter nachgehen, er beschftigte sich vor allem mit Shakespeare und seinen Zeitgenossen.

Erschttert vom Tod seiner Mutter, unternahm er 1638 eine Reise nach Europa, in Paris verkehrte er mit Hugo Grotius und hielt sich dann mehrere Jahre in Italien (Florenz, Rom) auf. Die Nachricht vom Ausbruch der brgerlichen Unruhen in England, bewog Milton, die gerade geplante Reise nach Griechenland nicht anzutreten und nach England zurck zu kehren. Milton enthielt sich anfnglich jeglicher Einmischung in die ffentlichen Angelegenheiten und lebte lngere Zeit in stiller Zurckgezogenheit in London.

Sein politisches Engagement begann mit fnf publizistischen Abhandlungen (Prelatical episcopacy, Reason of church etc., 1641 und 1642), in welchen er sich gegen den Grundschaden der englischen Reformation erhob, die anglikanische Kirche durch Verschrfung der bischflichen Verfassung dem Katholizismus wieder anzunhern.

1643 heiratete Milton Mary Powel, die Tochter des Landedelmanns Mary Powell aus Oxfordshire, die in royalistischen Anschauungen erzogene und vergngungsschtige Frau verlie ihn bereits einen Monat spter. In den Jahren von 1643 bis 1645 verfasste Milton vier Schriften ber die Ehescheidung, welche er, entgegen den Anschauungen der damaligen Zeit, verteidigte.

Allerdings wollte er die Entscheidung ber die Trennung der Ehe nicht den Gerichten, sondern, der alttestamentlichen Anschauung entsprechend, nur dem Gewissen des Mannes berlassen. Milton sandte seiner Frau einen Scheidebrief nach Art des Alten Testaments und erklrte seine Ehe fr gelst. Spter nahm er sie wieder bei sich auf, aus dieser Beziehung gingen vier Kinder hervor. Da auch seine drei Tchter alle nach der Mutter arteten, war Milton immer mehr von der geistigen Minderwertigkeit des Weibes berzeugt.

Ebenfalls zu dieser Zeit schrieb Milton, mit der Erziehung der Kinder einiger Freunde beschftigt, ein Buch ber Erziehung, in welchem er einen freien, wahrhaft klassischen Jugendunterricht forderte.

Mit der 1644 an das Parlament gerichteten Schrift "Areopagitica" wurde Milton zu einem der Wegbereiter der Pressefreiheit. Aufgrund seiner republikanischen Gesinnung hatte er 1649 die Stelle eines lateinischen Sekretrs der auswrtigen Angelegenheiten erhalten und war als solcher fr die Staatsdokumente und den Briefwechsel mit den fremden Regierungen fr Cromwell verantwortlich.

Infolge angestrengter Arbeit erblindete er 1652, ebenfalls in diesem Jahr starb seine Frau. Milton heiratete 1656 in zweiter Ehe Katharine Woodcock, doch auch seine zweite Frau starb bereits zwei Jahre spter.

Nach dem Fall der Republik und der Wiedereinsetzung der Stuarts hatte Milton von Seiten der rachedurstigen Royalisten und Presbyterianer harte Verfolgungen auszustehen. Am 16. Juni 1660 wurde die Defensio ffentlich durch den Henker verbrannt, und nur der Frsprache einflussreicher Freunde gelang es, den bereits verhafteten Dichter zu befreien.

1663 heiratete Milton auf anraten von Freunden zum dritten Mal und fand in seiner Gattin Elisabetz Minshul eine "brave" Pflegerin. Doch verschlechterte sich das Verhltnis zwischen ihm und seinen lteren Tchtern so, dass sie das Haus verlieen. Nur die jngste Tochter Deborah hielt zu dem Vater.

Whrend der Pest von 1665 zog Milton in ein Landhaus zu Chalfolt St. Giles. Sein groes Gedicht, das "Verlorene Paradies", hatte er in den Jahren 1658-1665 vollendet. Es erschien 1668 und vier Jahre spter folgte die Fortsetzung, das "Wieder gefundene Paradies" und das Drama "Samson Agonistes".

Miltons persnliches Leid, sein Vermgen in den Wirren des Brgerkriegs verloren und sein Haus 1666 im groen Brand von London zerstrt worden, fhrte zur Wiederaufnahme seiner dichterischen Ttigkeit. So entstand das Werk "Paradise Lost", wofr er jedoch erst zwei Jahre spter, also 1667, einen Verleger fand.

John Milton starb in kmmerlichen Verhltnissen am 8. November 1674 in Bunhill bei London und wurde in der Kirche St. Giles beigesetzt.



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