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Wilhelm Raabe

* 08.09.1831 - † 15.11.1910


Wilhelm Raabe wurde am 8. September 1831 im kleinstädtischen Eschershausen im Weserbergland geboren. Am 26. September 1831 wurde er in der St.-Martin-Kirche zu Eschershausen getauft. Noch im selben Jahr siedelte die Familie nach Holzminden über.

Wilhelm Raabe besuchte ab 1837 die Bürgerschule Holzminden und wechselte 1840 an das Gymnasium Holzminden. 1842 siedelt die Familie nach Stadtoldendorf über und Wilhelm Raabe wechselte erneut die Schule und besuchte bis 1845 die dortige Stadtschule Stadtoldendorf.

Sein Vater Gustav Raabe war Gerichtsaktuar (Jurist) und verstarb im Jahr 1845. Seine Mutter Auguste Johanna Friederieke Raabe, geb. Jeep, war Hausfrau. Wilhelm Raabe wuchs mit zwei Geschwistern auf, einem Bruder und einer Schwester.

Nach dem Tod des Vaters zog die Witwe mit den Kindern nach Wolfenbüttel, wo ihre Verwandten zum Großbürgertum zählten. Wilhelm musste daraufhin erneut die Schule wechseln und besuchte bis zu seinem vorzeitigem Schulabbruch 1849 das Gymnasium Wolfenbüttel.

Nach dem Abbruch der Schule begann Wilhelm Raabe 1849 eine Buchhandlungslehre in Magdeburg die er jedoch ebenfalls 1853 abbrach. Raabe versuchte daraufhin in Wolfenbüttel vergeblich, das Abitur nachzuholen.

Im Zeitraum 1854 bis 1856 studierte Raabe als externer Student an der Universität Berlin Philosophie, Literatur und Geschichte, was ihm als Bürgerssohn auch ohne Abitur möglich war.

Zu dieser Zeit entstand sein erster Roman "Die Chronik der Sperlingsgasse", der gleichzeitig sein größter schriftstellerischer Erfolg war. Nach Beendigung seines Studiums kehrte Wilhelm Raabe 1856 nach Wolfenbüttel zurück.

Am 24. Juli 1862 heiratete Raabe Berta Emilie Wilhelmine Leiste, das Ehepaar hatte vier Töchter. In den Jahren von 1862 bis 1870 lebte die Familie in Stuttgart und siedelte 1870 nach Braunschweig über.

1886 erhielt Wilhelm Raabe die Ehrengabe und später einen lebenslangen Ehrensold der Schillerstiftung, 1899 wurde ihm der Maximiliansorden und 1901 die Verdienstorden der Fürstenhäuser Baden, Württemberg, Braunschweig, Sachsen-Weimar, Preußen verliehen.

Im Jahr 1901 wurde Wilhelm Raabe die Ehrendoktorwürde der Universitäten Tübingen und Göttingen verliehen und 1910 die der Universität Berlin. Ebenfalls 1901 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Städte Braunschweig und Eschershausen zu teil.

In den fast fünfzig Jahren zwischen dem 15. November 1854, als sein erster Roman "Die Chronik der Sperlingsgasse" erschien, und dem abgebrochenen Roman Altershausen im Jahre 1902, verfasste Raabe nicht weniger als 86 Romane, Erzählungen und Novellen, dazu eine kleine Zahl von Gedichten. Da Raabe ausschließlich von seinen Einkünften als freier Schriftsteller lebte, war er zu dieser hohen Produktivität gezwungen.

In Raabes letzten acht Lebensjahren entstanden keine neuen Werke mehr, er unternahm mehrere Reisen.

Wilhelm Raabe starb am 15. November 1910 in Braunschweig und wurde auf dem dortigen Zentralfriedhof beigesetzt.

Werke:

  • "Die Chronik der Sperlingsgasse" (Berlin-Roman), 1856
  • "Ein Frühling" 1857
  • "Die alte Universität" 1858
  • "Die Kinder von Finkenrode" 1859
  • "Die schwarze Galeere", "Der heilige Born", "Nach dem grossen Kriege" 1861
  • "Unseres Herrgotts Kanzlei", "Verworrenes Leben" 1862
  • "Die Leute aus dem Walde", "Holunderblüte" 1863
  • "Der Hungerpastor, Roman" 1864
  • "Drei Federn" 1865
  • "Die Gänse von Bützow" 1866
  • "Abu Telfan" 1867
  • "Der Regenbogen" (7 Erzählungen), 1869
  • "Der Schüdderump" 1870 - von Raabe mit dem Hungerpastor und dem Abu Telfan als Trilogie beabsichtigt
  • "Der Dräumling" In: Deutsche Romanzeitung 1872; Berlin: Otto Janke 1872; Mit Dokumenten zur Schillerfeer 1859. Hg. v. Anneliese Klingenberg. Textrevision: Erika Weber. Berlin/DDR u. Weimar 1984.
  • "Deutscher Mondschein" (4 Erzählungen), Christoph Pechlin, 1873
  • "Meister Autor oder die Geschichten vom versunkenen Garten" 1874
  • "Horacker" 1876
  • "Alte Nester", "Wunnigel" 1879
  • "Deutscher Adel" 1880
  • "Das Horn von Wanza" 1881
  • "Fabian und Sebastian" 1882
  • "Prinzessin Fisch" 1883
  • "Villa Schönow", "Pfisters Mühle", "Zum wilden Mann" 1884
  • "Unruhige Gäste" 1885
  • "Im alten Eisen" 1887
  • "Das Odfeld" 1888 (hierin die berühmte Rabenschlacht)
  • "Der Lar" 1889
  • "Stopfkuchen. Eine See- und Mordgeschichte" 1891
  • "Gutmanns Reisen" 1892
  • "Kloster Lugau" 1894
  • "Die Akten des Vogelsangs" 1896
  • "Hastenbeck" 1899
  • "Altershausen" 1902 (1911 veröffentlicht)



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Foto des Autoren Wilhelm Raabe
Wilhelm Raabe
Quelle & Rechte:
Wilhelm-Raabe Realschule
Illustration mit dem Titel: Die schwarze Galeere
"Die schwarze Galeere"
Illustration von © Michael Blümel