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Oswald Spengler

* 29.05.1880 - † 07.05.1936


Oswald Arnold Gottfried Spengler wurde am 29. Mai 1880 als zweites Kind des Postsekretrs Bernhard Spengler und seiner Frau Pauline (geb. Grantzow) in Blankenburg im Harz geboren. Nach dem Abitur begann Spengler von 1899 bis 1903 ein Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Halle, Mnchen und Berlin.

1904 promovierte Spengler an der Universitt Halle mit der Schrift "Der metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie". Zunchst war Spengler Lehrer in Saarbrcken und Dsseldorf, bis er 1908 nach Hamburg bersiedelt. Dort arbeitet Spengler in den Jahren von 1908 bis 1911 als Gymnasiallehrer und unterrichtet in den Fchern Deutsch, Mathematik, Geschichte und Naturwissenschaften.

Nach der bersiedlung nach Mnchen 1911 gab Spengler den unbeliebten Beruf auf und arbeitet zunchst als Kulturredakteur fr verschiedene Zeitungen, danach als freier Schriftsteller und Privatgelehrter.

Seit 1914 verffentlicht Spengler mehrerer Schriften, in denen er sein stark monarchistisches und antiparlamentarisches Programm entwickelt. In seiner Denkschrift "An den Kaiser Wilhelm" bezeichnet er 1915 den Ausbruch des Ersten Weltkriegs als "den grten Tag der Weltgeschichte". In den Jahren von 1918 bis 1922 verffentlicht Spengler sein zweibndiges Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes", das in seiner kulturpessimistischen Geschichtsdeutung stark auf das vom Ausgang des Ersten Weltkriegs enttuschte Brgertum wirkt.

Spengler entwirft eine Kulturlehre, in der jede Kultur die Stadien einer "Vorzeit", "Frhzeit", "Sptzeit" durchluft, die schlielich in die Auflsungsphase der "Zivilisation" mnden. Die abendlndische Kultur befindet sich nach Spengler im bergangsstadium zur "Zivilisation", doch sei der "Untergang des Abendlandes" nicht als Katastrophe zu verstehen, sondern msse "als Vollendung begriffen werden". Im Januar 1919 lehnt Spengler eine ihm angetragene Professur fr Philosophie an der Universitt Gttingen mit der Begrndung ab, er wolle die noch verbleibende Zeit gnzlich fr die Fortfhrung seines Werkes nutzen. Im November diesen Jahres wird Spengler mit dem Ehrenpreis der Stiftung des Nietzsche-Archivs ausgezeichnet.

Im Dezember 1920 verffentlicht Spengler seine Schrift "Preuentum und Sozialismus". In diesem Jahr macht Spengler die Bekanntschaft mit Arthur Moeller van den Bruck. Am 8. und 9. November 1923 wird Spengler Zeuge des Auftritts Adolf Hitlers im Mnchener Brgerbrukeller, der dem Hitler-Putsch unmittelbar vorangeht.

Am 26. Februar 1924 hlt Spengler eine Rede ber "Politische Pflichten der deutschen Jugend" vor dem "Hochschulring deutscher Studenten" und verurteilt dabei "das Gaukelspiel allgemeiner Wahlen und einer freien Presse". In seinem zu dieser Zeit erscheinendem Buch "Neubau des Deutschen Reiches" prangert er die Degeneration der "freien Verantwortlichkeit" an.

Das Angebot Gregor Strassers, der ihn 1925 fr die Mitarbeit an den "Nationalsozialistischen Monatsheften" zu gewinnen versucht lehnt Spengler ab. 1931 verffentlicht Spengler die Schrift "Der Mensch und die Technik", in der er der abendlndischen Kultur einen notwendigen und ausweglosen Sterbensvorgang voraussagt.

In der 1932 erscheinenden Abhandlung "Jahre der Entscheidung" fhrt er seine pessimistische Kulturphilosophie weiter aus und polemisiert gegen die Akademiker.

Am 18. Mrz 1933 erhlt Spengler von Joseph Goebbels das Angebot, am "Tag von Potsdam" eine Rede zu halten, lehnt Spengler ab. Den ihn am 14. Juni 1933 ereilenden Ruf auf eine Professorenstelle fr Kultur- und Universalgeschichte in Leipzig lehnt Spengler ebenfalls ab. Am 25. Juli 1933 fhrt Spengler eine persnliche Unterhaltung mit Hitler in Bayreuth und seine anfngliche Sympathie zum Nationalsozialismus schwindet zunehmend.

Am 31. August 1933 wird Spengler, im NS-Organ "Vlkischer Beobachter" vorgeworfen, in seiner Schrift "Jahre der Entscheidung" weder Hitler noch die "nationalsozialistische Bewegung" gewrdigt zu haben. Obwohl Spengler zuvor noch in den Senat der "Deutschen Akademie" gewhlt wurde, durfte ab 27. September 1933 sein Name im Rundfunk nicht mehr erwhnt werden.

Bis zu seinem Tod am 7. Mai 1936 in Mnchen erlebte Spengler noch die ersten Jahre nationalsozialistischer Herrschaft, sah aber keine Nhe seines Denkens zur NS-Ideologie.



Zitate von Oswald Spengler

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