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Paul Scheerbart

* 08.01.1863 - † 15.10.1915


Paul Scheerbart - auch Kuno Kfer - wurde am 8.1.1863 in Danzig geboren.

Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Nachdem er seit 1885 Kunstkritiken fr verschiedene Zeitungen geschrieben hatte zog er 1887 nach Berlin. Dort arbeitete er als Dichter und versuchte nebenbei, das Perpetuum mobile zu erfinden. Zwei Jahre spter erschien sein erstes Buch, "Das Paradies. Die Heimat der Kunst".

1892 wurde der Verlag deutscher Phantasten von ihm gegrndet, der 93 sein Wunderfabelbuch "Ja,... was... mchten wir nicht Alles!" verffentlichte. Schon seine ersten Werke wurden von der Kunstpresse eher lchelnd als anerkennend aufgenommen und Scheerbart hatte nicht viele Freunde, die ihn und seine Werke verstanden. Deshalb freundete er sich mit dem Alkohol an, der ihm sein Leben lang ein stndiger Begleiter blieb.

Im September 1900 musste Scheerbart mit seiner Frau Anna Sommer auf die Insel Rgen ziehen, weil er sich selbst das einfachste Dasein in der Grostadt Berlin nicht mehr leisten konnte. Da sich seine bisherigen Werke einfach nicht verkaufen wollten, hatte Scheerbart die Idee, einen Roman zu schreiben, mit fortlaufendem Zusammenhang: Nicht "allerhchste Literatur", sondern fr ein sehr breites Publikum geschrieben. Trotzdem war es fr ihn schwer, den Insel-Verlag zu berzeugen, das Werk, "Die groe Revolution - Mondroman" zu drucken. Es wurde natrlich kein Verkaufsschlager, aber Scheerbart verschaffte sich zumindest unter Teilen der literarischen Welt mehr Anerkennung.

Paul Scheerbart, der nach eigener Aussage eher aus Wut als aus Liebenswrdigkeit Humorist geworden war, war aber tatschlich nicht immer leicht zu verstehen: Einmal wegen seiner eigenen, etwas umgangssprachlichen Ausdrucksweise (zum Beispiel "Das ist sone Sache") und auerdem aufgrund seiner Werke, in denen er der Fantasie keine Grenzen gesetzt hatte. Scheerbart vermied es Zeit seines Lebens, allzu viel ber sich selbst preiszugeben. So liegt vieles ber sein Leben, seine Ideen und Werke im Dunkeln, was nicht aus den Werken selbst oder aus Briefen herausgefiltert werden konnte.

Scheerbart hatte aber in seine Werke immer ein bisschen seiner persnlichen Situation und Umgebung einflieen lassen: So erinnert "Tarub - Bagdads berhmte Kchin" an seine Frau Anna Sommer, die dem utopischen Schriftsteller weltliche Grundlage gab und sich um Finanzen und Ernhrung kmmerte, die aber auch Scheerbart mit schlagkrftigen Argumenten deutlich machen konnte, wann ihr etwas zu viel wurde. Deshalb wurde sie von allen "Br" genannt. In Briefen schrieb er unter anderem, dass sie sich "schon tausendmal trennen" wollten, es aber doch nie geschafft hatten. Es war eher eine Beziehung wie zwischen Mutter und Sohn als zwischen Frau und Mann.

Scheerbart war immer schon ein etwas unbekannterer Dichter. Seine Werke waren fr die meisten Menschen seiner Zeit noch zu revolutionr oder einfach unverstndlich, nach seinem Tod am 15. Oktober 1915 geriet er fast ganz in Vergessenheit.

"Die Zeit wird kommen, die Scheerbarts lachen wieder lernen wird, das groe und befreiende Lachen, das aus dem weiten glcklichen Weltall stammt, wo es keine Not und keine Kriege gibt." schrieb Erich Mhsam in seinem Buch "Unpolitische Erinnerungen". "Es wird die Zeit sein, die auch Scheerbarts Bcher wieder drucken, lesen und mit ernsthafter Heiterkeit genieen wird."

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Zitate von Paul Scheerbart

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