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Jean Ziegler

* 19.04.1934


Jean Ziegler wurde am 19. April 1934 in Thun, Kanton Bern, als Hans Ziegler geboren. Er wuchs im brgerlich-protestantischem Milieu im Thuner Lauenenquartier auf. Sein Vater war Richter am Amtsgericht.

Nach Abschluss der Matura ging Ziegler 1953 nach Paris an die Sorbonne um hier und spter auch an der Columbia University in New York und an den Universitten Genf und Bern Jura, Soziologie und Politische Wissenschaften zu studieren. In Bern erwarb Ziegler die Doktorate in Internationalem Recht und in Soziologie. 1959 begann er als junger Anwalt bei der Swiss American Corporation in New York zu arbeiten.

1962 ging er als Assistent eines UNO-Sonderbeauftragten in den unabhngig gewordenen Kongo, der nach dem berstrzten Abzug der belgischen Kolonialmacht 1959 und der der Ermordung des kongolesischen Staatschefs Patrice Lumumba geradewegs in einen Brgerkrieg glitt. Das dortige Elend bewegten Ziegler zu einer radikalen nderung seiner Grundauffassungen, die Eindrcke aus Afrika verarbeitete er in seinem Roman Das Gold von Maniema (1996).

Ziegler war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet letztere war es die ihn dazu veranlasste, seinen Vornamen in Jean zu ndern. Ebenso bestand eine Freundschaft mit Che Guevara, dessen Chauffeur er 1964, whrend Kubas Teilnahme an der ersten Weltzuckerkonferenz der UNO in Genf war.

Ziegler war von 1967 bis 1983 und von 1987 bis 1999 Genfer Abgeordneter im Nationalrat fr die Sozialdemokratische Partei der Schweiz.

Bis zu seiner Emeritierung im Mai 2002 war Ziegler Professor fr Soziologie an der Universitt Genf sowie stndiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris.

Seit September 2000 bis 2008 war er Uno-Sonderberichterstatter fr das Recht auf Nahrung und Mitglied der Uno-Taskforce fr humanitre Hilfe in Irak. Ungeachtet internationaler und nationaler Kritik wurde er am 26. Mrz 2008 von der Schweiz als Mitglied des beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats in Genf vorgeschlagen und mit 40 von 47 Stimmen gewhlt, sodass er gem Losentscheid fr ein Jahr Einsitz nahm. Trotz anhaltender Kritik etwa durch die US-amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power und die vom American Jewish Committe gegrndete Organisation UN Watch wurde Ziegler am 26. September 2013 erneut zum Berater des UNO-Menschenrechtsrats gewhlt. Er setzte sich gegen den spanischen Gegenkandidaten Fernando Mario Menndez mit 33 zu 12 Stimmen durch.

In seinen Sachbchern kritisierte Ziegler mehrfach die historische Rolle der Schweiz, unter anderem wegen ihres Verhaltens in der Zeit des Nationalsozialismus. Er warf den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen jener Jahre vor, durch den Waren- und Kapitalverkehr mit dem Deutschen Reich ber Geldwsche und Handel mit Gold den Zweiten Weltkrieg verlngert zu haben. Er kritisierte auch die Sowjetunion fr ihren Einmarsch in Afghanistan.


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