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Johann Peter Eckermann

* 21.09.1792 - † 03.12.1854


Zitate von Johann Peter Eckermann

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Ehe man eine Hand umwendet, sind unsere Zustände und Wünsche anders, als wir es vorausdachten.


Glück der Erinnerung

Getrennt von dir, bist du mir nicht verloren,
Wenn auch entfernt,
genieß ich reines Glück.
Die schönsten Stunden, immer neu geboren,
Ruft mein lebend’ger Geist in sich zurück.
 
Schon sitz’ ich wieder nah an deiner Seite,
Wir lesen wieder, wie wir sonst getan.
Vereint ins Buch zu sehn, ist große Freude,
Doch größre, sieht man sich einander an.
 
Nun kommt ein Wort,
das du nicht recht verstanden,
Und ich erkläre dir’s, wie ich’s vermag.
Du fassest leicht und schnell,
so schnell verschwanden
Am Buch die Stunden, abends wie am Tag.
 
Bleibt mir doch stets ein freudiges Erinnern,
Wie oft mich dein gewandter Geist entzückt!
So gegenwärtig bleibt der Kuß dem Innern,
Dem vielgeliebten Nacken aufgedrückt.
 
Dich übermannt der Schlaf
am späten Abend,
Getrost an meiner Seite schläfst du ein.
Wie ist mir nun dein stiller Anblick labend,
Der Züge, die auch schlafend
schön und rein!
 
Ein Rauschen hör’ ich
in dem nächsten Zimmer;
Ich flüstre deinen Namen, - schnell erwacht,
Ermuntert bist du, Leben ganz wie immer,
Und freundlich, wie du je mich angelacht.
 
Nun wird es spät, du wickelst deine Locken,
Ich bin dir nah und seh  beglückt dich an;
Und du erzählst, behend und ohne Stocken,
Ein Märchen mir, wie du es oft getan.
 
Ist Nacht es nun und muß ich endlich gehen,
Reichst liebend du
den Mantel von der Wand,
Umhüllest mich - ich laß es gern geschehen -
Und drückst mir noch
zum Lebewohl die Hand.
 
Dann auf der Straße wieder
und im Dunkeln,
Seh’ ich hinauf zu deinem Licht zurück.
Und wie am Himmel ew’ge Sterne funkeln,
So trag ich mit mir mein genoßnes Glück.


Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit; denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinem Geist nicht ferner auszuhalten vermag.


Quelle: "Gespräch mit Goethe" - Bd.1+2 1836, Bd.3 1848 - S. 318


Hüten aber soll man sich, die Grenzen seiner Ausbildung zu weit zu stecken.


Quelle: "Gespräch mit Goethe" - 20. April 1825


Die Katholiken vertragen sich unter sich nicht, aber sie halten immer zusammen, wenn es gegen einen Protestanten geht. Sie sind einer Meute Hunde gleich, die sich untereinander beißen, aber sobald sich ein Hirsch zeigt, sogleich einig sind und in Masse auf ihn losgehen.


Quelle: "Gespräch mit Goethe" - Bd.1+2 1836, Bd.3 1848 - S. 60