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Theresa von Avila

* 28.03.1515 - † 04.10.1582


Zitate von Theresa von Avila

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Es ist in Wahrheit große Demut, sich unschuldig verurteilt zu sehen und doch zu schweigen.


GELIEBTER - SUCHE MICH IN DIR!

Die Liebe hat in meinem Wesen
dich abgebildet treu und klar:
Kein Maler läßt so wunderbar,
Geliebter, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
als meines Herzens schönste Zier.
Bist du verirrt, bist du verloren:
Geliebter, suche dich in MIR!
In meines Herzens Tiefe
trag’ ICH dein Porträt, so echt gemalt;
Sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.
Und wenn dein Sehnen MICH nicht findet,
dann such nicht dort und such nicht hier:
Gedenk, was dich im Tiefsten bindet:
Geliebter, suche MICH in dir!
Du bist mein Haus und meine Bleibe,
bist meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
daß dich kein Trachten von MIR treibe.
Und meinst du, ICH sei fern von hier,
dann ruf MICH, und du wirst erfassen,!
daß ICH dich keinen Schritt verlassen
Geliebter, suche MICH in dir!


Die vollkommene Liebe wird uns nicht auf einmal zuteil,
weil wir nicht alles auf einmal hergeben.


Nichts soll dich beunruhigen; nichts ängstige dich. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.


Gebet eines älter werdenden Menschen

O Gott, Du weißt besser als ich,
daß ich von Tag zu Tag älter und eines Tages
alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung
bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema
etwas sagen zu müssen.

Erlöse mich von der Leidenschaft,
die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch,
Hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.
Bei meiner ungeheuren Ansammlung von
Weisheit erscheint es mir ja schade,
sie nicht weiterzugeben - aber Du verstehst
o Gott,
daß ich mir ein paar Freundinnen erhalten möchte.

Bewahre mich vor Aufzählung endloser
Einzelheiten und
verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.

Lehre mich schweigen über meine Krankheiten
und Beschwerden.
Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben,
wächst von Jahr zu Jahr.

Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die
Krankheitsschilderungen anderer mit Freuden
anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu
ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, daß
ich mich irren kann.

Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Ich möchte keine Heilige sein - mit ihnen lebt
es sich so schwer - aber eine alte Griesgrämin
ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete
Talente zu entdecken, und verleihe mir,
o Gott, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.


Ich staune über den Schaden, den der Verkehr mit Verwandten verursacht. Meines Erachtens kann nur der es glauben, der es selbst erfahren hat.


Tu deinem Leib des öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.