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Selten ist ein Schmerz in seiner ersten Wucht am schwersten zu tragen, da hält die Aufregung, die Überzeugung, daß man Opfer bringen müsse, der Wille, dies mit Heroismus zu tun, Leib und Seele in Spannkraft. Solange der Kampf, die Schlacht währt, da stürmen die Kämpfenden siegesfreudig, todesmutig dahin; erst wenn die Ruhe eintritt und man sieht, was verloren ging, erst bei den Leichen und Trümmern kommt die Trauer. So auf dem Schlachtfelde, so im Leben. Erst später, nachdem die Opfer gebracht sind, wenn alles vorüber ist, wenn das Scheiden zum Nimmerwiedersehen geschehen ist, das Losreißen von dem uns Liebsten und Teuersten auf Erden, erst dann folgt das heiße und nagende Weh, das nicht abläßt von uns, nicht Tag noch Nacht, und Herz und Leib verzehrt.
Quelle: "Über alles die Pflicht" - 1870
Roman von Sophie Verena - Verlag Otto Janke, Berlin
Es ist nur recht und gut, die Grabstätten unserer Lieben schön und würdig zu halten, aber verderblich, einen Kultus mit Gräbern zu treiben und über deren Pflege oft näher liegende Pflichten zu versäumen.
Wir leben wahrlich nicht nur, um uns zu amüsieren; Gott hat uns in die Welt gesandt, damit wir etwas schaffen, ein tüchtiges Stück Arbeit vollbringen sollen, und wer das meiste und beste gefördert, je nach seinen Kräften, der wird ihm einst der Liebste und Vollkommenste sein.
Quelle: "Über alles die Pflicht" - 1870
Roman von Sophie Verena - Verlag Otto Janke, Berlin
Die Tiefen der Menschenseele sind unergründlich, die Wandlungen eines Herzens rätselhaft und unberechenbar.
Quelle: "Über alles die Pflicht" - 1870
Roman von Sophie Verena - Verlag Otto Janke, Berlin
Einmal kommt für jedes Menschenherz die Stunde, in der das Gewissen mit gewaltiger Mahnung klopft, einmal will auch die verstockteste Seele sich ihrer Last entbürden durch das Bekenntnis der Schuld. Wohl dem, welcher den Augenblick nicht vorübergehen läßt, und dem sich dann eine helfende, rettende Hand darbietet.
Quelle: "Ein Sohn des Südens" - 1859
Roman von Sophie Verena - Verlag Hermann Cofienoble, Leipzig