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Nicholas Chamfort

* 06.04.1740 - † 13.04.1794


Zitate von Nicholas Chamfort

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Man hat gesagt, daß, wenn Molière seine Werke heute geschrieben hätte, die meisten ohne Erfolg geblieben wären. Das ist eine Dummheit. Hätte er denn Sitten gegeißelt, die nicht existieren? Er hätte die unseren gegeißelt!


Quelle: "Éloge de Molière" - 1769

Zwischen Geist und Herz besteht oft dasselbe Verhältnis wie zwischen Schlossbibliothek und Schlossherr. 


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Was ist ein Kardinal? Ein in roten Purpur gekleideter Priester, der hunderttausend Taler vom König bezieht, um sich im Namen des Papstes über ihn lustig zu machen.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Es gibt niemanden in der Welt, der mehr Feinde hätte als ein aufrechter Mensch, stolz und empfindsam, geneigt, die Leute und die Dinge so zu lassen, wie sie sind, als sie zu nehmen, wie sie nicht sind.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Von niemandem abhängen, der Mann seines Herzens, seiner Grundsätze, seiner Gefühle sein: Nichts habe ich seltener gesehen.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Die Liebe ist der Austausch zweier Phantasien und die Berührung zweier Hautschichten.


Der Dummkopf beschäftigt sich mit der Vergangenheit, der Narr mit der Zukunft, der Weise mit der Gegenwart.


Die meisten Freundschaften sind so mit Wenn und Aber gespickt, daß sie auf bloße Beziehungen hinauslaufen, die dank stillschweigender Übereinkunft weiter bestehen.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Das Schweigen eines Menschen, der bekannt ist dadurch, daß er etwas zu sagen hat, macht mehr Eindruck als das Geschwätz der Redseligen.


Der Anspruchsvolle ist in der Einsamkeit glücklicher als in Gesellschaft. Dort kann man an die Dinge und Probleme denken, hier muß man sich mit Menschen beschäftigen.


Wäre die Gesellschaft nicht ein künstliches Machwerk, so würde die Äußerung jedes einfachen und wahren Gefühls nicht die große Wirkung haben, die sie hat. Sie würde gefallen, ohne in Erstaunen zu setzen. Aber sie setzt in Erstaunen und gefällt. Unsere Verwunderung ist eine Satire auf die Gesellschaft, unser Wohlgefallen huldigt der Natur.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795

Der bescheidenste Mann muß, wenn er in der Welt lebt, eine sichere Haltung haben und eine gewisse Ungezwungenheit, welche verhindern, daß man irgendwelche Vorteile über ihn gewinne. In diesem Falle muß er seine Bescheidenheit mit Stolz schmücken.


Quelle: "Früchte der vollendeten Zivilisation. Maximen, Gedanken" - 1795