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Merke nicht nur auf das, was die Leute sagen, sondern auch darauf, wie sie es sagen. Wenn du einigen Scharfsinn hast, wirst du mehr Wahrheit durch die Augen entdecken als durch die Ohren. Die Leute können sagen was sie wollen, können sich aber nicht genau eine Miene nach ihrem Willen geben.
Wenn im Herzen keine Bosheit ist, so sind in Miene und Manieren immer Heiterkeit und Leichtigkeit.
Ein witziger Einfall hat noch niemals Gelächter hervorgerufen; er erfreut nur den Geist und erschüttert nicht die Gemütsruhe.
Er oder sie - wer von beiden am meisten liebt, wird stets von dem beherrscht, der am wenigsten liebt.
Der Mensch, der sich ständig bemüht zeigt, zu gefallen, legt sein vielleicht kleines Kapital an Verdienst gegen hohe Zinsen an.
Unschicklichkeit und ungesittetes Wesen sind mir in solchem Grade anstößig, daß ich’s, wo sie mir vorkommen, nicht übers Herz bringen kann, nach dem inneren Verdienst dieser selben Person zu forschen. Eilig tue ich bei mir selbst den Ausspruch, sie könne keins haben, und ich weiß nicht sicher, ob es mir nicht sogar leid wäre, zu erfahren, sie habe doch welches.
Ich rate Ihnen, passen Sie auf Ihre Minuten auf und die Stunden geben auf sich selbst acht.
Wenn du wirklich Geist hast, dann zeigt er sich spontan, und du musst ihn nicht forcieren.
Einem verständigen Menschen ist es unmöglich, für Narren keine Verachtung zu empfinden, ebenso einem Mann von Ehre, vor Spitzbuben keine Abscheu zu haben; aber du mußt es über dich gewinnen, beides nicht in seinem ganzen Ausmaß merken zu lassen. Jene sind, fürchte ich, eine zu große Mehrheit, um sich mit ihnen anzulegen.
Dein Gesicht sei offen, deine Gedanken verschlossen.
Quelle: "Briefe an seinen Sohn Philip Stanhope über die anstrengende Kunst ein Gentleman zu werden" -