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Johann Peter Eckermann

* 21.09.1792 - † 03.12.1854


Zitate von Johann Peter Eckermann

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Alles, was wir tun, hat eine Folge.


Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit; denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinem Geist nicht ferner auszuhalten vermag.


Quelle: "Gespräch mit Goethe" - Bd.1+2 1836, Bd.3 1848 - S. 318

Glück der Erinnerung

Getrennt von dir, bist du mir nicht verloren,
Wenn auch entfernt,
genieß ich reines Glück.
Die schönsten Stunden, immer neu geboren,
Ruft mein lebend’ger Geist in sich zurück.
 
Schon sitz’ ich wieder nah an deiner Seite,
Wir lesen wieder, wie wir sonst getan.
Vereint ins Buch zu sehn, ist große Freude,
Doch größre, sieht man sich einander an.
 
Nun kommt ein Wort,
das du nicht recht verstanden,
Und ich erkläre dir’s, wie ich’s vermag.
Du fassest leicht und schnell,
so schnell verschwanden
Am Buch die Stunden, abends wie am Tag.
 
Bleibt mir doch stets ein freudiges Erinnern,
Wie oft mich dein gewandter Geist entzückt!
So gegenwärtig bleibt der Kuß dem Innern,
Dem vielgeliebten Nacken aufgedrückt.
 
Dich übermannt der Schlaf
am späten Abend,
Getrost an meiner Seite schläfst du ein.
Wie ist mir nun dein stiller Anblick labend,
Der Züge, die auch schlafend
schön und rein!
 
Ein Rauschen hör’ ich
in dem nächsten Zimmer;
Ich flüstre deinen Namen, - schnell erwacht,
Ermuntert bist du, Leben ganz wie immer,
Und freundlich, wie du je mich angelacht.
 
Nun wird es spät, du wickelst deine Locken,
Ich bin dir nah und seh  beglückt dich an;
Und du erzählst, behend und ohne Stocken,
Ein Märchen mir, wie du es oft getan.
 
Ist Nacht es nun und muß ich endlich gehen,
Reichst liebend du
den Mantel von der Wand,
Umhüllest mich - ich laß es gern geschehen -
Und drückst mir noch
zum Lebewohl die Hand.
 
Dann auf der Straße wieder
und im Dunkeln,
Seh’ ich hinauf zu deinem Licht zurück.
Und wie am Himmel ew’ge Sterne funkeln,
So trag ich mit mir mein genoßnes Glück.


Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muß sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen. Sie hat ihnen auch die Bibel lange genug vorenthalten, solange als irgend möglich.


Quelle: "Gespräch mit Goethe" - Bd.1+2 1836, Bd.3 1848 - S. 797

Sowie ein Dichter politisch wirken will, muß er sich einer Partei hingeben, und sowie er dieses tut, ist er als Poet verloren.


Quelle: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - 1837