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Egon Friedell

* 21.01.1878 - † 16.03.1938


Zitate von Egon Friedell

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Die neuen Gedanken kommen fast immer nur von Außenseitern. Der Fachmann, auch der geistig überlegenste, steht immer zu sehr in seinem Berufskreise, er ist daher fast nie in der Lage, eine wirkliche Revolution hervorzurufen: er kennt die Tradition zu genau und hat, ob er will oder nicht, zu viel Respekt vor ihr. Auch weiß er zuviel Einzelheiten, um die Dinge noch einfach genug zu sehen, und gerade damit fehlt ihm die erste Bedingung jeder wirksamen Neuentdeckung: denn wertvoll und fruchtbar sind immer nur die einfachen Gedanken.


Kultur ist und bleibt nun einmal das Gegenteil von Natur.


Die Welt hat einen großen Bedarf an Menschen, die Unrecht für Recht ausgeben.


Wir kennen die wahren Kräfte nicht, die unsere Entwicklung geheimnisvoll vorwärtstreiben; wir können einen tiefen Zusammenhang nur ahnen, niemals lückenlos beschreiben.


Daß es den Bösen gut geht, ist nur in Ordnung, sie bezahlen ja für ihr materielles Glück reichlich damit, daß sie ohne Gott leben müssen. Aber wie kommt es, daß es auch den Guten so oft gut geht? Daß sie zu ihrer Gewißheit, Gott zu gefallen, und zu ihrem Bewußtsein, gut zu sein, auch noch den äußeren Lohn haben? Ist das nicht ein unverdienter Überschuß, eine Art Überzahlung?


Quelle: "Das Altertum war nicht antik." Georg Prachoer-Verlag - 1950