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Franz Grillparzer

* 15.01.1791 - † 21.01.1872


Zitate von Franz Grillparzer

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Die Ehrfurcht vor fremdem Leid verlangt von uns, auf alles zu verzichten, was uns selbst Fülle und Behaglichkeit brächte.


Die Ungebildeten haben das Unglück, das Schwere nicht zu verstehen, dagegen verstehen die Gebildeten häufig das Leichte nicht; was ein noch viel größeres Unglück ist.


Quelle: "Ästhetische Studien, Sprachliche Studien, Aphorismen." - 1817


Am lautesten singen immer die, die falsch singen.


Die Betrachtung tötet, weil sie die Persönlichkeit aufhebt; die Bemerkung erfrischt, denn sie erregt und unterstützt die Tätigkeit. Mitten zwischen beiden durch wäre der wahre Weg.


Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst.


Quelle: "Sappho. Trauerspiel in fünf Aufzügen" - 1819


Schiller geht nach oben, Goethe kommt von oben.


Geistreich gelangweilt ist auch unterhalten.


Das Wesen der Anschauung besteht nur in der unmittelbaren Klarheit der Vorstellung.


Lieben! Hassen! Gibt es kein Drittes mehr? Du warst mir wert und bist es noch und wirst mir’s immer sein, gleich einem lieben Reis genossen, den auf kurzer Überfahrt des Zufalls Laune in unsern Nachen führte, bis das Ziel erreicht und scheidend jeder wandelt seinen Pfad.


Quelle: "Sappho. Trauerspiel in fünf Aufzügen" - 1819


Laßt mir doch das Wunderbare,
Es haben vor mir schon manche geehrt!
»Doch ist das Menschliche allein das Wahre.«
Wahr, aber nicht der Mühe wert.


Was dir Höchstes gilt: die Überzeugung, acht’ sie in andern auch, sie ist von Gott, und er wird selbst die Irrenden belehren.


Quelle: "Ein Bruderzwist in Habsburg" - 1873


Es ist für mich ein eigener Genuß, abends beim Spazierengehen die Wolken zu betrachten. Meine Phantasie leiht ihnen die sonderbarsten Gestalten, und sind sie gar zu nichts bezeichnend, so stelle ich mir zum wenigsten vor, der blaue Himmel sei der Ozean und die hin und wieder zerstreuten Wolkenmassen Inseln. Dahin baue ich mir Hütten, wohne dort mit meinem Mädchen, und so dann weiter.