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Emanuel Geibel

* 17.10.1815 - † 06.04.1884


Zitate von Emanuel Geibel

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Kein Mensch glaubt an Wunder, aber alle warten darauf.


Mit dem Klagen, mit dem Zagen,
wie verdarbst du’s, ach so oft!
Lerne Trübes heiter tragen,
und dein Glück kommt unverhofft.


Studiere nur und raste nie!
Du kommst nicht weit mit deinen Schlüssen;
das ist das Ende der Philosophie,
zu wissen, daß wir glauben müssen.


Wer singen lernt in Niederlagen,
wird auch das Glück des Sieg’s ertragen.


Auf des eignen Lebens Bahnen
Schau nur unbestochnen Blicks,
Und die Fäden des Geschicks
Wirst du auch im Weltlauf ahnen.


Ich blick’ in mein Herz und blick’ in die Welt,
Bis vom schimmernden Auge die Träne mir fällt.
Ach, die Schranken so eng, und die Welt so weit!


Aber fürchte die Schuld und mehr noch den Hochmut,
der wie berauschender Wein rasch dir die Sinne verwirrt.


Wer einmal Liebe nahm
und Liebe gab auf Erden,
kann selbst im tiefsten Gram
nie ganz unselig werden.


Mag auch heiß das Scheiden brennen,
treuer Mut hat Trost und Licht;
mag auch Hand von Hand sich trennen,
Liebe läßt von Liebe nicht.


Kommt dir ein Schmerz, so halte still
und frage, was er von dir will!
Die e’wge Liebe schickt dir keinen,
bloß darum daß du mögest weinen.


Quelle: "Neue Gedichte" - 1856