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Ich lasse mich nicht irre schrein, Nicht durch Kritik noch Zweifel.
Zwischen uns Sei Wahrheit!
Wer angelangt am Ziel ist, wird gekrönt, Und oft entbehrt ein Würd’ger eine Krone.
In einem wohl eingerichteten Staate soll das Recht selbst nicht auf unrechte Weise geschehen.
So hat man immer Trieb und Lust, vor fremden Türen zu kehren.
Hat Rat bei Menschen je gegolten? Ein kluges Wort erstarrt im harten Ohr.
Alles wahre Aperçu kommt aus seiner Folge und bringt Folge. Es ist ein Mittelglied einer großen, produktiv aufsteigenden Kette.
Mein Lied ertönt der unbekannten Menge, Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang.
Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar.
Mit Gewalt / Ergreift uns Liebreiz weiblicher Gestalt.
Aller Anfang ist heiter, die Schwelle ist der Platz der Erwartung.
Hast du es so lange wie ich getrieben, Versuche wie ich, das Leben zu lieben.
Andere beherrschen erfordert Kraft. Sich selbst beherrschen fordert Stärke.
Die Beharrlichkeit auf den Besitz gibt uns in manchen Fällen die größte Energie.
Die Jugend verschlingt nur, dann sauset sie fort;
ich liebe zu tafeln am lustigen Ort,
ich kost’ und ich schmecke beim Essen.
Chinesische, indische, ägyptische Altertümer sind immer nur Kuriositäten, es ist sehr wohl getan, sich und die Welt damit bekannt zu machen, zu sittlicher und ästhetischer Bildung aber werden sie uns wenig fruchten.
Wer sich einer strengen Kunst ergibt, muss sich ihr fürs Leben widmen.
Als Knabe verschlossen und trutzig,
als Jüngling anmaßlich und stutzig,
als Mann zu Taten willig,
als Greis leichtsinnig und grillig!
Auf deinem Grabstein wird man lesen:
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen!
Denn ein Gott hat Jedem seine Bahn Vorgezeichnet, Die der Glückliche Rasch zum freudigen Ziele rennt.
Der Mut verlernt sich nicht, wie er sich nicht lernt.
Was hilft dem Menschengeist Verstand, / Dem Herzen Güte, Willigkeit der Hand, Wenn’s fieberhaft durchaus im Staate wütet Und Übel sich in Übeln überbrütet?
Auch verkannten wir nicht, dass die große und herrliche französische Welt uns manchen Vorteil und Gewinn darbiete: denn Rousseau hatte uns wahrhaft zugesagt.
Nur der verdient sich Freiheit wie Leben, der sie täglich erobern muss!
Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier.
Nachdem man in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts dem Mikroskop so unendlich viel schuldig geworden war, so suchte man zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts dasselbe geringschätzig zu behandeln.
Wenn der Ritter seine Schöne nicht für die schönste und einzige hielte, würde er Drachen und Ungeheuer um ihretwillen bekämpfen?
Kein Genuß ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend.
Der Mann, der recht zu wirken denkt, muß auf das beste Werkzeug halten.
Wer nicht im Augenblick hilft, scheint mir nie zu helfen.
Ich will nur die Schmarotzerpflanzen nehmen, wie viel Phantastisches, Possenhaftes, Vogelmäßiges ist nicht allein in den flüchtigen Schriftzügen derselben enthalten! Wie Schmetterlinge setzt sich ihr fliegender Same an diesen oder jenen Baum an und zehrt an ihm, bis das Gewächs groß wird.
Quelle: Goethe in einem Gespräch mit Johann Daniel Falk am 14. Juni 1809
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
und Sorgenbrecher sind die Reben.
Wo wir trinken, wo wir lieben, da ist reiche, freie Welt.
Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.
Der Hass ist eine läst’ge Bürde. Er senkt das Herz tief in die Brust hinab Und legt sich wie ein Grabstein schwer auf alle Freuden.
Jeden Tag hat man Ursache, die Erfahrung aufzuklären und den Geist zu reinigen.
Wer ließe sich nicht lieber den Arm abnehmen, als, dass er durch Zaudern und Zagen sein Leben aufs Spiel setzte?
Wer über eine Beleidigung weint, dem werden mehrere begegnen.
Ergeht’s euch wohl, so denkt an mich.
Alles Große bildet, sobald wir es gewahr werden.
Jede Bildung ist ein Gefängnis, an dessen Eisengitter Vorübergehende Ärgernis nehmen, an dessen Mauern sie sich stoßen können; der sich Bildende, darin Eingesperrte, stößt sich selbst, aber das Resultat ist eine wirklich gewonnene Freiheit.
Quelle: "Lob der Erziehung. Aphorismen für Pädagogen" Hrsg. Winfried Hönes, Wiesbaden - 1988
Es war eine Zeit, wo man den Mond nur empfinden wollte, jetzt will man ihn sehn.
Gewiss wird man durch anhaltende Bedienung vor der Zeit alt und unfähig.
Der Irrtum ist recht gut, solange wir jung sind, man muss ihn nur nicht mit ins Alter schleppen.
Eine einzige Entdeckung kann einen Mann berühmt machen und sein bürgerliches Glück begründen.
Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.
Wer das Falsche verteidigen will, hat alle Ursache, leise aufzutreten und sich zu einer feinen Lebensart zu bekennen. Wer das Recht auf seiner Seite fühlt, muss derb auftreten: Ein höfliches Recht will gar nichts heißen.
Das Leben ist so kurz, und das Gute wirkt so langsam.
Dem Einzelnen bleibe die Freiheit, sich mit dem zu beschäftigen, was ihn anzieht, was ihm Freude macht, was ihm nützlich deucht; aber das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.
Quelle: "Aphorismen, Sentenzen und anderes - nicht nur für Mediziner"
5. bearb. Auflage - Johann Ambrosius Barth Verlag Leipzig - 1988
Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.