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Carl Hagemann

* 09.04.1867 - † 20.11.1940


Zitate von Carl Hagemann

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Der Aphorismus ist eine literarische Kunstform. Ganz am Ende der Reihe auf der einen Seite steht etwa der zehnbändige Roman von Eugene Sue, auf der andern etwa der Aphorismus des griechischen Weisen: «Alles fließt!» Der Franzose braucht eine halbe Million Worte, der Grieche deren zwei. «Alles fließt» ist einer der glänzendsten Aphorismen, die je geprägt wurden. Eine ganze Weltanschauung in zwei Worten (zwei Worte sind das mindeste, um einen Gedanken zu fassen. Ein einzelnes Wort stellt immer nur einen Begriff dar).


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit." Verlag der Greif, Wiesbaden - 1948


Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig die Männer von den Frauen wissen. Und gerade die, die sich am meisten um sie kümmern und immerfort zu ihnen hinüber äugen. Nur daß sie das Opernglas in der Hast verkehrt herum nehmen. Die Figuren werden ganz klein. Sie sehen nichts.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Nur Frauen sollten über Männer urteilen. Männer wissen zu wenig voneinander. Das große Examen kann ihnen nur eine Frau abnehmen.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Es ist vielen Frauen ein größerer Reiz, jemanden in sich verliebt zu machen, als sich selbst zu verlieben. Sie können dann trotzdem mit ihren Opfern sehr nett sein.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Wenn sich eine Frau verliebt, pflegt der Mann alles auf sich zu beziehen. Er irrt. Ein gut Teil ist Autosuggestion.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Post amorem omne animal triste. (Nach der Vereinigung sind alle Tiere traurig.) Das Sprichwort der Alten gilt nur für Männer, nicht für Frauen. Der Mann erschöpft sich, die Frau bleibt angeregt. Es ist deshalb nicht leicht für sie, den gefährlichen Augenblick unmittelbar nachher zu Gunsten des Mannes auch nur einigermaßen zu überbrücken.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Jede Frau sieht in jeder gleich schönen und gleich gut angezogenen andern Frau ohne weiteres eine Rivalin, auch wenn im Bannkreise mehrerer Meilen kein männliches Wesen zu finden ist. Und zwar mißgönnt sie ihr nicht nur den Gatten – den noch am allerwenigsten – sondern überhaupt jeden Mann. Rollenneid gibt es nicht nur am Theater.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Weininger teilt die Frauen in Dirnen und Mütter ein. Und das ist wohl richtig. Nur sind die meisten Frauen beides, wie ja auch die meisten Menschen bisexuell und homosexuell zugleich sind. Sie wissen es nur nicht.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Wer von Frauen etwas herausbekommen will, darf nicht die Allüren eines Richters, sondern muß die eines Anwaltes annehmen. Anwälten sagen Frauen alles.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921


Wenn eine Frau von einem Manne sagt, sie sei mit ihm befreundet, so stehen sie noch im Vorhof oder haben das Allerheiligste schon verlassen. Ein Drittes gibt es nicht.


Quelle: "Aphorismen zur Liebesweisheit" - 1921