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Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer

* 1940


Rainer Kohlmayer wurde 1940 in Otterbach bei Kaiserslautern geboren.

Kohlmayer ist Professor für Interkulturelle Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Herausgeber der Zeitschrift »Die Schnake«, Autor und Übersetzer von Theaterstücken.

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Quelle & Rechte:
© Rainer Kohlmayer

Zitate von Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer

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Orientierung. - Wer nach Wahrheit strebt, hat alle gegen sich. Wer zu den Quellen will, muss gegen den Strom schwimmen.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Vorsicht, Einfallgefahr. - Aphorismen sind die ruinöseste Art des Denkens. Sie blockieren Einbahnstrassen und bringen Fassaden ins Wanken.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Kulturphilosoph der Prostmoderne. - Er redet wie Hegel mit 1,8 Promille.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Reduktion aufs Wesentliche. - Schere und Hammer sind geschlechtsspezifische Erfindungen, jene ist weiblichen, dieser männlichen Ursprungs. Jeweils die Reduktion auf das geschlechtstypische Fortpflanzungsverhalten. Die Abgründe der Vorgeschichte tun sich auf: Der Hammer droht mit Gewalt, die Schere mit Kastration.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Die Vokale sind die Augen, durch die das Wort dich anblickt. Ein Wort, dem der Vokal fehlt, ist blind geworden. Ja, blnd gwrdn.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Perspektive des Pedanten. - "Die Tasten einer einzigen Schreibmaschine genügen, die gesamte Weltliteratur zu produzieren." Ähnlich gehen Linguisten manchmal mit der Literatur um.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Konsequenzen der Arbeitsteilung. - "Ich denke, also existiere ich." "Ich arbeite, also denke und existiere ich nicht." "Ich arbeite nicht, also muss ich denken, um existieren zu können."


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Der Zweck heiligt die Mittel, sagt man und glaubt damit ein brutales Gesetz der Natur zu formulieren. Ist es aber nicht meistens umgekehrt? Die Mittel sind edel, doch der Zweck ist banal, entweiht die Mittel? Wozu dient denn die Kunst der Spinne? Wissenschaftler, Künstler - seid ehrlich: Wozu dient - wem dient Euer Wissen und Können?


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Was hast du zu sagen? - Die Arbeitsteilung geht so weit, dass diejenigen, die das Sagen haben, nichts mitzuteilen, und diejenigen, die etwas mitzuteilen hätten, nichts zu sagen haben.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Jurisprudenz. - Die Sprache des Rechts ist die Tochter des Misstrauens.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Welche Unterschiede gibt es zwischen den Einwohnern Deutschlands? - Die Nachrichten unterscheiden zwischen "Personen", "Menschen" und "Bürgern". Ob das immer mit dem Grundgesetz vereinbar ist?


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer


Galilei wurde nicht deswegen verurteilt, weil er das Fernrohr auf den Himmel richtete und dadurch die Sterne näher rückte, sondern weil er es umkehrte und auf die Menschen richtete, die dadurch winzig wurden - als ob man auf einen Ameisenhaufen blickte. Es war die Auslöschung des Individuums, für die er bestraft wurde.


Quelle: "Die Schnake" Ausgaben 15+16
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer