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Fanny Lewald

* 24.03.1811 - † 05.08.1889


Zitate von Fanny Lewald

Insgesamt finden sich 58 Texte im Archiv.
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Die äußeren Verhältnisse bilden den Menschen, wie er andererseits die Verhältnisse gestaltet.


Quelle: "Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden" - 1845


Wir müssen eigentlich noch nahe genug an unsern Irrtümern und Fehlern stehen, um sie liebenswürdig und in dem Grade reizend zu finden, daß wir uns lebhaft damit abgeben, jene Zustände wieder in uns hervorrufen, unsere Mängel mit Nachsicht betrachten und mancher Fehler uns nicht schämen mögen.


Quelle: "Meine Lebensgeschichte - Bd. I: Im Vaterhause." - 1861/62
Verlag Otto Janke 1871, Berlin


Wenn die Leute sich nur halb so viel Rechenschaft über ihr eigenes Leben geben wollten, als über das Leben der anderen, so würden sie sich des Ratgebens meist enthalten.


Edle Naturen haben eine solche Opferfreudigkeit, daß sie sich in vielen Fällen über sich und ihre Kraft, ja über die Größe des Opfers selbst täuschen. Je schwerer es ist, je mehr sie darunter leiden, um so mehr erhebt sie das Bewußtsein der Liebe oder der Überzeugung, aus der sie es dargebracht haben, um so fester hängen sie an demjenigen, für den es gebracht ward.


Quelle: "Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden" - 1845


Der starke, die ganze Zukunft umfassende Glaube an das eigene Können ist zugleich ein Glaube an das Sollen und das Müssen; denn noch heute ist es wahr, daß der rechte Glaube, der Glaube an die eigene Kraft, Berge versetzen und Wunder thun kann, je nach dem Maß der eigenen Kraft. – Nehmt einem arbeitenden Menschen den Glauben an sich selbst, und er wird ohnmächtig vor euch stehen wie Simson, den man seines Lockenschmuckes beraubte.


Quelle: "Benvenuto - Ein Roman aus der Künstlerwelt" - 1876
Verlag Otto Janke, Berlin


Wo es dahin gekommen ist, wo Eheleute einmal empfunden haben, daß sie nicht eins sind in unauflöslicher Verbindung, wo sie sich als zwei gesonderte Parteien zu denken angefangen haben, da ist das Glück des Hauses unwiederbringlich zerstört. Nur Liebe vermag den menschlichen Egoismus zu besiegen, ohne sie bricht er hervor und fordert gebieterisch Selbsterhaltung und Glück.


Quelle: "Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden" - 1845


Seine Individualität wahren muß man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.