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Gegen die Maximen, die das Herz des Menschen entdecken, kämpft man so heftig an, weil man fürchtet, durch sie selber entdeckt zu werden.
Stets fürchtet man den Anblick der Geliebten, wenn man anderswo Abenteuern nachgegangen ist.
Der Geiz steht zur Sparsamkeit in größerem Gegensatz als die Freigiebigkeit.
Für manchen Mann ist es angenehm, eine eifersüchtige Frau zu haben. Stets hört er von dem sprechen, was er am meisten liebt.
Die Empfindung für unser Wohl und Wehe hängt von unserer Eigenliebe ab.
Keine Phantasie könnte die Widersprüche ersinnen, welche die Natur ins Herz jedes Menschen gelegt hat.
Wer ohne jede Narrheit lebt, ist nicht so weise, wie er glaubt.
Die Philosophen, vor allem aber Seneca, haben mit ihren Lehren keineswegs das Verbrechen beseitigt, sondern sie bloß benutzt, um damit am Palast der Selbstgefälligkeit weiterzubauen.
Die Natur gibt Vorzüge, aber erst das Glück macht den Helden.
Manche sind für die Dummheit geboren und machen deshalb ihre Dummheiten nicht freiwillig, sondern unter dem Zwang des Geschicks.
Wenn unsere Freunde uns betrogen haben, sollen wir gegen ihre freundschaftlichen Gesten, aber nie gegen ihr Unglück gleichgültig sein.
Man ist nie so lächerlich durch die Eigenschaften, die man besitzt, wie durch jene, die man zu haben vorgibt.
Zänkereien würden nie lange dauern, wenn das Unrecht nur auf einer Seite wäre.
Ein Mann von Verstand wäre oft in großer Verlegenheit ohne die Gesellschaft von Dummen.
Quelle: "Aphorismen, Sentenzen und anderes - nicht nur für Mediziner"
5. bearb. Auflage - Johann Ambrosius Barth Verlag Leipzig - 1988
Geliebte Menschen haben fast immer mehr Macht über uns als wir selbst.