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Die letzte Hand an sein Werk legen heißt es vernichten.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Ein großes Genie wird selten seine Entdeckungen auf der Bahn anderer machen. Wenn es Sachen entdeckt, so entdeckt es auch gewöhnlich Mittel dazu.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Man muß keinem Menschen trauen, der bei Versicherungen die Hand auf das Herz legt.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt, je älter man wird.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Es soll Menschen gegeben haben, die, sogleich wenn sie einen Gedanken niederschrieben, auch sogleich die beste Form getroffen haben sollen. Ich glaube wenig davon. Es bleibt allemal die Frage ob der Ausdruck nicht besser geworden wäre, wenn sie den Gedanken mehr gewendet hätten, ob nicht kürzere Wendungen wären getroffen worden, ob nicht manches Wort weggeblieben wäre, was man anfangs für nötig hielt, welches aber eigentlich doch nur unnütze Erläuterung war, wenigstens für den verständigen Leser.
Gleich auf den ersten Wurf so zu schreiben wie z. E. Tacitus liegt nicht in der menschlichen Natur. um einen Gedanken recht rein darzustellen, dazu gehört viel Abwaschen und Absüßen, so wie einen Körper rein darzustellen. Um sich hiervon zu überzeugen vergleiche man nur die ersten Ausgaben der Reflexionen des La Rochefoucauld mit dem späteren (Man sehe die Ausgabe des Abbé Brotier à Paris 1789), so wird man finden was ich gesagt habe.
Wenigstens wird es kaum möglich sein im ersten Wurf so zu schreiben, daß man seine Schriften öfters wieder liest und immer mit neuem Vergnügen. Der Abbé Brotier in eben dieser neuen Ausgabe des La Rochefoucauld drückt sich trefflich aus hierüber: Er sagt Corneille, Bossuet, Bourdaloue, la Fontaine et la Rochefoucauld ont pensé et nous pensons avec eux et nous ne cessons de penser, et tous les jours ils nous fornissent des pensées nouvelles: que nous lisons Racine, Fléchier, Neuville, Voltaire ils ont beaucoup pensé, mails ils nous laissent peu à penser après eux. Tels sont dans les arts Raphael et Michel-Ange, qui ont animé et animent encore tous les artistes. tandis que Guide et le Bernin plaisent, sans qu’il sorte de leurs ouvrages presque aucune étincelle de ce feu qui porte la lumière et la chaleur.
Auch verliert sich der pruritus lucendi und man streicht weg, was bloß des Glanzes wegen dasteht.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Daß die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran, daß sie gewöhnlich an den Haaren herbeigezogen ist.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Weiser werden heißt immer mehr und mehr die Fehler kennenlernen, denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen sein kann. Vorsichtigkeit im Urteilen ist, was heutzutage allen und jedem zu empfehlen ist. Gewönnen wir alle zehn Jahre nur eine unstreitige Wahrheit von jedem philosophischen Schriftsteller, so wäre unsere Ernte immer reich genug.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Auch Gelegenheit macht nicht Diebe allein, sie macht auch beliebte Leute, Menschenfreunde, Helden.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Das Gefühl von Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Die Esel haben die traurige Situation, worin sie jetzo in der Welt leben, vielleicht bloß dem witzigen Einfall eines losen Menschen zu danken. Dieser ist schuld, daß sie zum verächtlichen Tier geworden sind und es auch bleiben werden, denn viele Eseltreiber gehen deswegen mit ihren Eleven so fürchterlich um, weil es Esel, nicht weil es träge und langsame Tiere sind.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Jeder Mensch, der stocktaub ist, müsste seine Ohren der Anatomie vermachen.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Ist es denn so unrecht, dass der Mensch wieder durch die nämliche Pforte zur Welt hinausgeht, durch die er hineingekommen ist?
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Die kleinsten Unteroffiziere sind die stolzesten.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Krankheiten der Seele können den Tod nach sich ziehen, und das kann Selbstmord werden.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg
Die Verrichtungen der Blindgebornen sind ein sicherer Beweis, wie weit es der Geist bringen könne, wenn ihm Schwierigkeiten entgegengesetzt werden.
Quelle: "Sudelbücher" - Georg Christoph Lichtenberg