Apho Logo


Christian Morgenstern

* 06.05.1871 - † 31.03.1914

Illustration mit dem Titel: Ein Künstler
"Ein Künstler"
Illustration von © Michael Blümel

Zitate von Christian Morgenstern

Insgesamt finden sich 374 Texte im Archiv.
Es werden maximal 12 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.

Für mich begehre ich nicht viel, wenn ich aber Talente sehe, die ein großes Volk in seiner Unwissenheit, Gleichgültigkeit und Kleinlichkeit verkümmern lässt, dann steigt mir der Zorn auf.


Man hat nie nur einen Grund zu einer Handlung, sondern hundert und tausend.


Und immer wieder komme ich darauf zurück, dass die Bewertung der geschlechtlichen Liebe unter uns Heutigen eine krankhafte Höhe erreicht hat, von der wir durchaus wieder heruntersteigen müssen.


Das sind die zwei Blumen des Lebens: das Schaffen und die Liebe. Und nie wird wohl jemand ergründen, ob Gott sich als Welt schafft um der Liebe willen, oder ob er liebt um des Schaffens willen.


Es ist wohl gerade in unserer aufgeregten Epoche mehr denn je nötig, den Blick aus den Tagesaffären hochzuheben und ihn von der Tageszeitung weg auf jene Zeitung zu richten, deren Buchstaben die Sterne sind, deren Inhalt die Liebe und deren Verfasser Gott ist.


Wer sich nicht selbst verspotten kann,
der ist fürwahr kein ernster Mann.


Die Sentimentalen haben’s alle schlecht. Sie sind das eigentlich schwache Geschlecht und machen die andern nur krank.


Wir sind geborene Polizisten. Was ist Klatsch anderes als die Unterhaltung von Polizisten ohne Exekutivgewalt.


Wenn ich etwas an Christus verstehe, so ist es das: Und er entwich vor ihnen in die Wüste.


Niemand ist weise vom Mutterleib an; Zeit und Erfahrung lehren hier und fegen die Tenne.


Kunst ist nicht ein Stück Welt im Spiegel eines Temperaments, sondern ein Stück Temperament im Spiegel des Bewusstseins.


Es gibt nichts Schwereres, als einen Menschen, den man liebt, einen Weg gehen lassen zu müssen, der zur nächsten Stadt führt, statt auf den nächsten Gipfel.