
Insgesamt finden sich 622 Texte im Archiv.
Es werden maximal 15 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.
Das körperliche Herz sei das Muster des geistigen: verletzbar, empfindlich, rege und warm, aber ein derber, frei fortschlagender Muskel hinter dem Knochengitter, und seine zarten Nerven sind schwer zu finden.
Ein Mann hat zwei Ich, eine Frau nur eines und bedarf des fremden, um ihres zu sehen. Aus diesem weiblichen Mangel an Selbstgesprächen und an Selbstverdopplung erklären sich die meisten Nach und Vorteile der weiblichen Natur.
Sind einmal Menschen für Menschen gemacht, so sind’s folglich auch Kinder für Kinder, nur aber viel schöner.
Das Gefühl findet, der Scharfsinn weiß die Gründe.
Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten.
Es gibt einen Ernst für alle, aber nur einen Humor für wenige.
Da zur Besonnenheit ein Gegenstand derselben gehört wie zur Unbesonnenheit dessen Entbehrung: So sind die gemeinen Herzen der Zeit viel zu verarmt, um der Besinnung ein reiches Feld zu geben.
Der größte Fehler des Menschen ist, daß er so viele kleine hat.
Das Gebet macht rein; es ist eine Selbstpredigt.
Wie ein Prometheus-Geier hängt Liebe-Sehnsucht sich an das Herz und verwundet es, aber nur um es zu vergrößern.
Tyrann, ins Tränen und Blutmeer siehst du die Sonne einsinken, welche über die Erde herleuchtete! Aber du hoffst irrig. Auch die andere Sonne geht unter in Abendrot und Ozean, aber sie kommt am Morgen unerloschen wieder und bringt neuen Tag.
Keine Zeit ist mir der Zeit zufrieden; das heißt, die Jünglinge halten die künftige für idealer als die die gegenwärtige, die Alten die vergangene.
Warum halten sich die Menschen für scharfsichtiger, wenn sie das geheime Böse entdecken als das geheime Gute?
Einen guten Freund zu haben ist von allen Gottesgaben die reinste, denn diese Art Liebe kennt keine wechselseitige Belohnung. Sie ist nicht ererbt wie bei der Familie. Sie ist nicht zwingend wie die zu einem Kind. Und sie verfügt nicht über das Mittel körperlicher Freuden wie in der Ehe. Deshalb ist sie eine unbeschreibliche Bindung, die eine weit tiefere Hingabe mit sich bringt als alle anderen.
Schwächlinge müssen lügen, sie mögen es hassen, wie sie wollen. Ein Droh Blick treibt sie mitten ins Sündengarn.