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Kein Feind siegt öfter als der, dem man keine Beachtung schenkt.
Quelle: "Handbuch des christlichen Streiters" - 1503
Je mehr du das Unsichtbare bewunderst, desto wertloser werden die wandelbaren und augenblicklichen Dinge.
Viele Male schaut der Wille durchs Fenster, ehe die Tat durch das Tor schreitet.
Überdies, was ist das menschliche Leben überhaupt anders als eine Komödie oder ein Schauspiel, wo einer in dieser, der andere in einer andern Larve auftritt und seine Person agiert, bis ihn sein Prinzipal wieder abtreten heißt.
Quelle: "Lob der Torheit" - 1509 oder 1510
Das sind die besonderen Gaben der Könige: Zuerst, dass sie klug sind und nicht durch einen Irrtum sündigen, dann, dass sie nur das wollen, was richtig ist; dass sie nicht gegen das Urteil des Gesetzes etwas schlecht machen. Wem eines davon fehlt, den sollst du nicht für einen König, sondern für einen Räuber halten.
Quelle: "Handbuch des christlichen Streiters" - 1503
Wer den Kern aus einer Nuß essen will, soll die Nuß zerbrechen. - Qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem.
Wie soll ich von einer anderen Klasse überspannter Menschen sprechen, welche eine vollkommene Glückseligkeit erhoffen und sich dabei nur auf ein paar kleine Gebete und einige geringere äußere Zeichen von Andacht verlassen, die ein frommer Betrüger zum Vergnügen oder des Gelderwerbes wegen erfunden hat.
Quelle: "Lob der Torheit" - 1509 oder 1510
Von den Schlechten verlacht zu werden ist fast ein Lob.
Was ist es denn für eine verkehrte Weisheit, in nichtigen Dingen, ja in der Bosheit erfahren und gewitzt zu sein, in dem aber, was allein zu unserem Heil gehört, nicht verständiger zu sein als das Vieh!
Wie wenige Ehen würden überhaupt zustande kommen, wenn der Bräutigam so klug wäre, sich einmal recht nach dem Spiel umzutun, das seine kleine Geliebte, die so schamhaft, so unerfahren scheint, bereits vor der Ehe getrieben! Wie wenige schon geschlossene Ehen würden von Dauer sein, wenn die Nachlässigkeit oder Dummheit der Männer diese nicht blind machte dem Treiben ihrer Frauen gegenüber! Man nennt dies Torheit, und mit Recht; doch ist es dieselbe Torheit, durch deren Macht die Frau dem Manne, der Mann der Frau gefällt, so dass am Ende das Haus ruhig und das eheliche Leben ungestört bleibt.
Quelle: "Lob der Torheit" - 1509 oder 1510