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Theodor Storm

* 14.09.1817 - † 04.07.1888


Zitate von Theodor Storm

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Es scheint mir im ganzen "die goldne Rücksichtslosigkeit" zu fehlen, die allein den Menschen innerlich frei macht und die nach meiner Ansicht das letzte und höchste Resultat jeder Bildung sein muß.


Quelle: "Lob der Erziehung. Aphorismen für Pädagogen" Hrsg. Winfried Hönes, Wiesbaden - 1988


An die Freunde

Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.

Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat eln.

Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder festgebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land.


So komme, was da kommen mag
solange du lebst, ist es Tag
Und geht es in die Welt hinaus
wo Du mir bist, bin ich zu Haus.
Ich seh’ Dein liebes Angesicht
ich seh’ die die Schatten der Zukunft nicht.


Zur Erziehung

Freilich nur nach Gewissen und gänzlich nach Überzeugung!
Riet’ ich ein anderes dir, gut nicht wär es fürwahr.
Aber bedenk’s, ich bin hier sehr - sehr anderer Meinung;
Und - daß du meiner bedarfst, hoffentlich weißt du es doch!


Im Volkston

1
Als ich dich kaum gesehn,
mußt es mein Herz gestehn,
ich könnt dir nimmermehr
vorübergehn.

Fällt nun der Sternenschein
nachts in mein Kämmerlein,
lieg ich und schlafe nicht
und denke dein.

Ist doch die Seele mein
so ganz geworden dein,
zittert in deiner Hand,
tu ihr kein Leid!

2
Einen Brief soll ich schreiben
meinem Schatz in der Fern;
sie hat mich gebeten,
sie hätt’s gar zu gern.

Da lauf ich zum Krämer,
kauf Tint und Papier
und schneid mir ein’ Feder
und sitz nun dahier.

Als wir noch mitsammen
uns lustig gemacht,
da haben wir nimmer
ans Schreiben gedacht.

Was hilft mir nun Feder
und Tint und Papier!
Du weißt, die Gedanken
sind allzeit bei dir.


Was das Schicksal schickt, ertrage, auch im Leide nicht verzage. Ob in Freude, ob in Trauer, glaube niemals an die Dauer.


Und war es auch ein großer Schmerz

Und war es auch ein großer Schmerz,
und wär’s vielleicht gar eine Sünde,
wenn es noch einmal vor dir stünde,
du tätst es noch einmal, mein Herz.