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Theodor Storm

* 14.09.1817 - † 04.07.1888


Zitate von Theodor Storm

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Kein Klang der aufgeregten Zeit, Drang noch in diese Einsamkeit.


Noch einmal

Noch einmal fällt in meinen Schoß
die rote Rose Leidenschaft;
noch einmal hab’ ich schwärmerisch
in Mädchenaugen mich vergafft.

Noch einmal legt ein junges Herz
an meines seinen starken Schlag;
noch einmal weht an meine Stirn
ein juniheißer Sommertag.


Für meine Söhne

Hehle nimmer mit der Wahrheit!
Bringt sie Leid nicht, bringt sie Reue;
doch, weil Wahrheit eine Perle,
wirf sie auch nicht vor die Säue.

Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht; doch zu Zeiten
sind erfrischend wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Wackrer heimatlicher Grobheit
setze deine Stirn entgegen;
artigen Leutseligkeiten
gehe schweigend aus den Wegen.

Wo zum Weibe du nicht die Tochter
wagen würdest zu begehren,
halte dich zu wert um gastlich
in dem Hause zu verkehren.

Was du immer kannst, zu werden,
Arbeit scheue nicht und Wachen,
aber hüte deine Seele
vor dem Karrieremachen!

Wenn der Pöbel aller Sorte
tanzt um die goldnen Kälber,
halte fest: du hast vom Leben
doch am Ende nur dich selber.


Ein grünes Blatt aus sommerlichen Tagen,
ich nahm es so im Wandern mit,
auf daß es einst mir möge sagen,
wie laut die Nachtigall geschlagen,
wie grün der Wald, den ich durchschritt.


Die Lieb’ ist wie ein Wiegenlied: Es lullt dich lieblich ein. Doch schläfst du kaum, so schweigt das Lied, und du erwachst allein.


Vergessen und Vergessenwerden! -
Wer lange lebt auf Erden,
Der hat wohl diese beiden
Zu lernen und zu leiden.


Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
du graue Stadt am Meer.
Der Jugend Zauber für und für,
ruht lächelnd doch auf dir,
du graue Stadt am Meer.