Apho Logo


Theodor Storm

* 14.09.1817 - † 04.07.1888


Zitate von Theodor Storm

Insgesamt finden sich 68 Texte im Archiv.
Es werden maximal 7 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.

Rote Rosen

Wir haben nicht das Glück genossen
In irdischer Gelassenheit,
In Qualen ist’s emporgeschossen,
Wir wußten nichts von Seligkeit.
 
Verzehrend kam’s in Sturm und Drange;
Ein Weh nur war es, keine Lust!
Es bleichte deine zarte Wange
Und brach den Atem meiner Brust.
 
Es schlang uns ein in wilde Fluten,
Es riß uns in den jähen Schlund;
Zerschmettert fast und im Verbluten
Lag endlich trunken Mund auf Mund.
 
Des Lebens Flamme war gesunken;
Des Lebens Feuerquell verrauscht,
Bis wir auf’s neu den Götterfunken
Umfangend, selig eingetauscht.


Man muß sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man hat, und wenn es krumm und knorrig wäre.


Der Glaube ist zum Ruhen gut, doch bringt er nichts von der Stelle.
Der Zweifel in ehrlicher Männerfaust, der sprengt die Pforten zu Hölle.


Noch einmal

Noch einmal fällt in meinen Schoß
die rote Rose Leidenschaft;
noch einmal hab’ ich schwärmerisch
in Mädchenaugen mich vergafft.

Noch einmal legt ein junges Herz
an meines seinen starken Schlag;
noch einmal weht an meine Stirn
ein juniheißer Sommertag.


Es scheint mir im ganzen "die goldne Rücksichtslosigkeit" zu fehlen, die allein den Menschen innerlich frei macht und die nach meiner Ansicht das letzte und höchste Resultat jeder Bildung sein muß.


Quelle: "Lob der Erziehung. Aphorismen für Pädagogen" Hrsg. Winfried Hönes, Wiesbaden - 1988


Kein Klang der aufgeregten Zeit, Drang noch in diese Einsamkeit.


Die Liebe, welch lieblicher Dunst;
doch in der Ehe, da steckt die Kunst.