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Nur Gestalt hat Lebensrecht in der Kunst, was in ihr Geist ist, lebt vom Ungefähr der Worte.
Misstrauen kommt nie zu früh, aber oft zu spät.
Im Verlaufe erotischer Beziehungen steigt der eine Teil für den andern seelisch immer entschiedener zum Individuum empor und sinkt körperlich immer unrettbarer zum Prinzip herab.
Massenerlebnisse geben keinerlei Auf schluss über das Wesen der Einzelseelen.
Das Urteil der meisten Menschen über andere, auch solche, die ihnen sehr nahe stehen, ist so wenig fest und tief gegründet, dass sie nicht erst ihre Gesinnung wechseln oder ihre Überzeugung verleugnen müssen, um auch den besten Freund zu verraten.
Auch die Einsamkeit hat ihre Gecken, und sie verraten sich meist dadurch, dass sie sich als Märtyrer aufspielen.
Es stünde besser in der Welt, wenn nicht jeder Fromme sich an Seelenadel über den Zweifler, nicht jeder Zweifler an Klugheit über den Frommen sich erhaben fühlte. Auch der Zweifler kann ein Dummkopf, der Fromme ein Schuft sein - und beide - beides.
Auch der ehrlichste Denker wird es ohne Humor niemals zum Philosophen, sondern immer nur zum Pedanten bringen.
Auch der Selbstmord wird eine sinnlose Sache, wenn man keinem Menschen mehr dadurch einen Schmerz bereitet. Dies erst heißt, sich völlig ins Nichts stürzen.
Ein ernster Mensch sein und keinen Humor haben, das ist zweierlei.
Es gibt keine Art von politischer Überzeugung im parteimäßigen Sinne auch nicht von der ehrlichsten , die nicht mindestens mit einer Wurzel in das durstige Erdreich der Beschränktheit hinabreichte.
Im Leben jedes Menschen erscheinen die ihm zugehörigen Typen: Vater, Mutter, Freund, Verräter, Freundin, Geliebte, immer wieder unter den verschiedensten Gestalten.