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Arthur Schopenhauer

* 22.02.1788 - † 21.09.1860


Zitate von Arthur Schopenhauer

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Es gibt auf der Welt nur ein lügenhaftes Wesen, das ist der Mensch. Jedes andere ist wahr und aufrichtig, indem es sich unverhohlen gibt als das, was es ist, und sich äußert wie es sich fühlt.


In einer so beschaffenen Welt gleicht der, welcher viel an sich selber hat, der hellen, warmen, lustigen Weihnachtsstube, mitten im Schnee und Eise der Dezembernacht.


Quelle: "Aphorismen zur Lebensweisheit" hg. v. Alfred Alexander Fiedler, Berlin: Wegweiser Verlag - 1924


Auf der Bühne spielt einer den Fürsten, ein anderer den Rat, ein Dritter den Diener, oder den Soldaten, oder den General usf. Aber diese Unterschiede sind bloß im Äußeren vorhanden, im Innern, als Kern einer solchen Erscheinung, steckt bei allen dasselbe: ein armer Komödiant, mit seiner Plage und Not. Im Leben ist es auch so. Die Unterschiede des Ranges und des Reichtums geben jedem seine Rolle zu spielen; aber keineswegs entspricht diese einer inneren Verschiedenheit des Glücks und Behagens, sondern auch hier steckt in jedem derselbe arme Tropf, mit seiner Not und Plage, die wohl dem Stoffe nach bei jedem eine andere ist, aber der Form, daß heißt dem eigentlichen Wesen nach, so ziemlich bei allen dieselbe; wenn auch mit Unterschieden des Grades, die sich aber keineswegs nach Stand und Reichtum, das heißt, nach der Rolle richten.


Die Mutter der nützlichen Künste ist die Not, die der schönen der Überfluß.


Gleichnisse sind von großem Werte, sofern sie ein unbekanntes Verhältnis auf ein bekanntes zurückführen.


Quelle: "Parerga und Paralipomena" - 1851


Jedoch ist Neid zu empfinden menschlich; Schadenfreude zu genießen teuflisch.


Ihrem Geiste mangelt es an Federkraft, sich eigene Bewegung zu erteilen: Daher suchen die Erhöhung derselben durch Wein und werden viele auf diesem Wege zu Trunkenbolden.


Physikalische Wahrheiten können viel äußere Bedeutsamkeit haben, aber die innere fehlt ihnen. Diese ist das Vorrecht der intellektuellen und moralischen Wahrheiten.


Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.


Dass die Welt bloß eine physische, keine moralische Bedeutung habe, der verderblichste, der fundamentale Irrtum, die eigentliche PERVERSITÄT der Gesinnung.


In Hinsicht auf unser Wohl und Wehe kommt es in letzter Instanz darauf an, womit das Bewußtsein erfüllt und beschäftigt ist.


Quelle: "Aphorismen zur Lebensweisheit" hg. v. Alfred Alexander Fiedler, Berlin: Wegweiser Verlag - 1924


Das Begehren nach Kenntnissen, wenn auf das Allgemeine gerichtet, heißt Wissbegier, wenn auf das Einzelne, Neugier. Knaben zeigen meistens Wissbegier, kleine Mädchen bloß Neu gier, diese aber in stupendem Grade.


Jede allgemeine Wahrheit verhält sich zu den speziellen wie Gold zu Silber.


Auch wird man einsehen, dass Dummköpfen und Narren gegenüber es nur einen Weg gibt seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, dass man nicht mit ihnen redet.


Gewissermaßen vertritt bei uns die Bildung auf niederen, mittleren und hohen Schulen die verschiedenen Weihen der Mysterien.


Quelle: "Lob der Erziehung. Aphorismen für Pädagogen" Hrsg. Winfried Hönes, Wiesbaden - 1988