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Arthur Schopenhauer

* 22.02.1788 - † 21.09.1860


Zitate von Arthur Schopenhauer

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Gerade bei Kleinigkeiten, bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt sich sein Charakter.


Der böse Charakter vertraut in der Not nicht auf den Beistand anderer; ruft er ihn an, so geschieht es ohne Zuversicht, erlangt er ihn, so empfängt er ihn ohne wahre Dankbarkeit.


Wenn Erziehung und Ermahnung irgend etwas fruchteten; wie könnte dann Senecas Zögling ein Nero sein?


Quelle: "Parerga und Paralipomena" - 1851

Mit mehr Fug als das schöne könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik noch Poesie noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit, sondern bloß Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsuch


Künste und Wissenschaften sind selbst Kinder des Luxus, und sie tragen ihm ihre Schuld ab.


Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte.


Der rechte Stil wird durch die innere Bildungskraft des Geistes erzeugt.


Alles, was im Christentum Wahres ist, findet sich auch im Brahmanisnus und Buddhismus.


Der Stil erhöht die Schönheit der Gedanken.


Die Ehre eines Mannes beruht nicht auf dem, was er tut, sondern auf dem, was er leidet, was ihm widerfährt.


Quelle: "Aphorismen zur Lebensweisheit" hg. v. Alfred Alexander Fiedler, Berlin: Wegweiser Verlag - 1924

Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit.


Die Philosophie ist eine hohe Alpenstraße, zu ihr führt nur ein steiler Pfad über spitze Steine und stechende Dornen: er ist einsam und wird immer öder, je höher man kommt, und wer ihn geht, darf kein Grausen kennen, sondern muß alles hinter sich lassen und sich getrost im kalten Schnee seinen Weg bahnen. Oft steht er plötzlich am Abgrund und sieht unten das grüne Thal: dahin zieht ihn der Schwindel gewaltsam hinab; aber er muß sich halten und sollte er mit dem eigenen Blut die Sohlen an den Felsen kleben. Dafür sieht er bald die Welt unter sich, ihre Sandwüsten und Moräste verschwinden, ihre Unebenheiten gleichen sich aus, ihre Mißtöne dringen nicht hinauf, ihre Rundung offenbart sich. Er selbst steht immer in reiner, kühler Alpenluft und sieht schon die Sonne, wenn unten noch schwarze Nacht liegt.


Indessen ist die größte Eiche einmal eine Eichel gewesen, die jedes Schwein
verschlucken konnte.


Quelle: Brief an Frauenstädt, Frankfurt a.M., am 28. März 1856

Architektur ist gefrorene Musik.


Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen.


Quelle: "Aphorismen zur Lebensweisheit" hg. v. Alfred Alexander Fiedler, Berlin: Wegweiser Verlag - 1924