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Jean Anouilh

* 23.06.1910 - † 03.10.1987


Jean Anouilh, eigentlich Jean Marie Lucien Pierre Anouilh, wurde am 23. Juni1910 in Bordeaux in Frankreich als Sohn eines Schneiders und einer Geigerin geboren. Durch die Mutter erhlt er frh Kontakt zur Theaterwelt. Nachdem die Familie nach Paris zog, studiert er an der dortigen Universitt Sorbonne einige Jahre Rechtswissenschaften und arbeitet in einem Verlagshaus.

In den Jahren 1929 bis 1932 arbeitet Anouilh als Texter in einer Werbeagentur und wird 1931 Sekretr des Schauspielers und Regisseurs Louis Jouvet in Paris. Ab 1932 arbeitet Anouilh als freier Schriftsteller und schrieb seine ersten Theaterstcke, stark beeinflusst durch die theatralische Schreibform von Jouvet und Jacques Copeau. Teilweise bernahm er sogar die existentialistische Art von Jean-Paul Sartre. Er schreibt im gleichen Jahr das Drama "Das Weib Jesebel" und gibt mit dem Stck "Der Hermelin" im Pariser Theater "Thatre de l'Oeuvre" sein Theater-Debt.

Ebenfalls 1932 heiratet er mit nur 22 Jahren die Schauspielerin Monelle Valentin. Anouilhs Theaterstck "Der Reisende ohne Gepck" wird im Jahre 1936 verffentlicht und 1943 unter seiner Regie verfilmt. Er uert in diesem Stck seine Kritik an einer Gesellschaft, die den guten Menschen verderbe. Im Alter von 25 Jahren entschliet Anouilh sich ganz der Schriftstellerei hinzugeben und seine frhen Arbeiten waren geprgt von der elenden und korrupten Welt. Unter dem Einfluss namhafter Schriftsteller, wie zum Beispiel Jean Giraudoux, Jean Cocteau und Vitrac fand er einen neuen schriftstellerischen Stil. Auch das klassische franzsische Theater und der italienische Dramaturg Luigi Pirandello formten seine Arbeit.

In den folgenden Jahren werden vor allem seine an der griechischen Mythologie orientierten Stcke aufgefhrt, zu denen 1942 "Euridike", 1943 "Antigone", 1945 "Orest" und 1946 "Medea" gehrten. In seinen Werken werden Charaktere und Probleme im existentialistischen Sinn modernisiert und aktualisiert und so wird sein Werk "Antigone" fr viele zum Inbegriff des Widerstands gegen die deutsche Besatzungsmacht.

Weitere Verffentlichungen von Anouilh sind "Einladung ins Schloss (1947), "Ardle oder das Gnseblmchen" (1948), "Die Probe oder die bestrafte Liebe" (1950), "Colombe, die weie Taube" (1951), "Der Walzer des Toreros" (1952), und "Die Lerche, Jeanne d'Arc" (1953).

1956 wird Anouilhs Komdie "Armer Bitos oder das Diner der Kpfe" uraufgefhrt, die eine satirische Attacke auf die franzsische Revolution und ihr zeitgenssisches Nachspiel in den Monaten nach der Befreiung 1944 darstellt. Diese Komdie lst in weiten Kreisen der franzsischen Bevlkerung Entrstung aus. 1959 werden die beiden letzten groen Theatererfolge Anouilhs "Mademoiselle Molire" und "Beckett oder die Ehre Gottes" aufgefhrt. In den nchsten beiden Jahren erreichen auch die deutschsprachigen Auffhrungen seiner Theaterstcke seinen Hhepunkt, dabei wird die "Antigone" sein meistgespieltestes Stck.

1970 wird Jean Anouilh mit dem "Grand Prix mondial Cino del Duca" und mit dem Preis der franzsischen Theaterkritik ausgezeichnet und 1980 wird ihm durch die Acadmie Francaise der "Groe Theaterpreis" verliehen. 1977 strahlt das ZDF Anouilhs Fernsehfilm "Knige sterben langsam" aus.

1987 werden seine Jugenderinnerungen unter dem Titel "Das Leben ist unerhrt" als letzter Band verffentlicht.

Anouilh bersetzte auch Werke von William Shakespeare, Oscar Wilde und Graham Greene. Seit 1936 arbeitet er an Drehbchern mehrerer Filme und fhrte bei zweien Regie. Unter seinen Drehbchern waren auch "Monsieur Vincent" (1947) und "Little Molire"(1959). Letzteres beschreibt die traurige Beziehung zwischen einem Schriftsteller und seiner Frau. Anouilh schrieb auch Ballettstcke.

Am 3. Oktober 1987 stirbt Jean Anouilh in Lausanne in der Schweiz.Geschieden von seiner ersten Frau, hinterlie er seine zweite Frau Nicole Lanon und vier Kindern.



Zitate von Jean Anouilh


Die 15 Aphorismen dieses Autoren drfen auf Grund der Beschrnkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 01.01.2058 verffentlicht werden!


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