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Hannah Arendt

* 14.10.1906 - † 04.12.1975


Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 als Tochter des Ingenieurs Paul Arendt und dessen Ehefrau Martha (geb. Cohn) in Linden bei Hannover geboren und wchst in einem alteingesessenen jdischen Elternhaus in Knigsberg auf.

Aufgrund der Krankheit des Vaters siedelt die Familie 1910 nach Knigsberg ber. 1913 verliert die siebenjhrige Hannah Arendt ihren Vater, der nach einem zweijhrigen Klinikaufenthalt an Syphilis stirbt.

1920 heiratet ihre Mutter in zweiter Ehe den jdischen Geschftsmann Martin Beerwald. Hannah Arendt besucht zu dieser Zeit das Luisen - Gymnasiums in Knigsberg, hier berredet sie ihre Klassenkameradinnen, den Unterricht eines unbeliebten jungen Lehrers zu boykottieren und woraufhin man sie 1921 von der Schule verweist.

Nach einigen Studiensemestern, die nur durch eine Sonderregelung auf den Antrag ihrer Mutter ermglicht wurden, kehrt sie 1924 nach Knigsberg zurck und besteht hier, ein Jahr vor ihren ehemaligen Klassenkameradinnen, als Externe das Abitur. Im selben Jahr beginnt Hannah Arendt ihr Studium der Philosophie, Theologie und Klassischen Philosophie in Marburg bei Rudolf Bultmann und Martin Heidegger. Zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger entwickelt sich vorbergehend eine intensive Liebesbeziehung.

1925 wechselt Hannah Arendt an die Universitt in Freiburg, wo sie ihr Studium, unter anderem bei Edmund Husserl, fortsetzt.

Auf Empfehlung Heideggers geht Hannah Arendt 1926 nach Heidelberg und promoviert bei Karl Jaspers, mit dem sie bis zu seinem Tod (1969) eine intensive persnliche und geistige Freundschaft verbindet.

1929 verffentlicht Hannah Arendt ihre Dissertation unter dem Titel "Der Liebesbegriff bei Augustinus". Ebenfalls in diesem Jahr siedelt Hannah Arendt nach Berlin ber und heiratet den jdischen Philosophen Gnther Stern (Anders).

Hannah Arendt hatte in diesem Jahr mit Forschungen zur deutschen Romantik begonnen, die durch ein Stipendium der "Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft" gefrdert wurden. Ihre Studien sind 1933 in wesentlichen Teilen beendet, erscheinen aber erst 1959 unter dem Titel "Rahel Varnhagen" der Lebensgeschichte einer deutschen Jdin aus der Romantik. In dieser Zeit rckt die "Judenfrage" ins Zentrum ihres Interesses. ber Kurt Blumenfeld, ein Freund ihres Grovaters und Vorsitzender der deutschen Zionisten, nimmt Hannah Arendt Kontakt zur deutschen zionistischen Organisation auf, deren Mitglied sie jedoch nie wurde.

ber Gnther Stern lernt Hannah Arendt viele Kommunisten kennen und macht 1933 ihre Wohnung zum Zufluchtsort fr verfolgte Kommunisten. Wegen ihrer Arbeit fr Kurt Blumenfeld und den Zionismus wird sie im Frhjahr 1933 von der Gestapo verhaftet und verhrt. Nach ihrer Freilassung flieht sie ber Karlsbad und Genf nach Paris. Zu ihrem Bekanntenkreis in Paris gehren unter anderem Erich Cohn-Bendit und Walter Benjamin.

Ebenfalls 1933 trat Hannah Arendt der "World Zionist Organisation" bei, dessen Mitglied sie bis 1939 war, und arbeitet bei der jdischen Flchtlingsorganisation "Jugend Aliyah", die Judenkinder aus Deutschland und Osteuropa betreut und auf die Auswanderung nach Palstina vorbereitet. Aufgrund ihrer Arbeit, reist Hannah Arendt 1935 erstmals selbst nach Palstina.

Nach ihrer Scheidung von Gnther Stern 1939, von dem sie sich schon 1936 getrennt hatte, heiratet Hannah Arendt 1940, den Texter, Filmkritiker und Amateurpsychoanalytiker, Heinrich Blocher.

Nach einer fnfmonatigen Internierung im berchtigten Auffanglager Gurs in Sdfrankreich emigriert Hannah Arendt 1941 mit ihrem Ehemann Heinrich Blcher und ihrer Mutter Martha in die USA.

Von 1941 bis 1944 verfasst Hannah Arendt, die mit ihrer Familie in New York zuflucht gefunden hatte, politische Artikel fr die deutsch-jdische Wochenzeitschrift "Aufbau".

1942 pldiert Hannah Arendt fr eine unabhngige jdische Armee in Europa. Zu dieser Zeit wendet sich Hannah Arendt vom Zionismus ab. Sie kritisiert die Plne einer gewaltsamen Staatsgrndung Israels und arbeitet fr die Ikhud-Partei unter der Leitung von Judah Magnes fr ein jdisch-arabisches Palstina.

Seit 1944 arbeitet Hannah Arendt als Forschungsleiterin fr die "Conference of Jewish Relation" (Kampf gegen den Antisemitismus) und nach Kriegsende setzt sie sich als Geschftsfhrerin fr die Rckgabe jdischen Besitzes ein.

Von 1946 bis 1949 arbeitet Hannah Arendt als Cheflektorin im Verlag "Salman Schocken" und von 1948 bis 1952 ist sie Direktorin der "Jewish Cultural Reconstruction Organization" zur Rettung des jdischen Kulturguts. In dieser Funktion reist sie 1949 erstmals nach Kriegsende wieder nach Deutschland.

Mit ihrem 1951 erschienenen Buch "The Origins of Totalitarianism" (Elemente und Ursprung totaler Herrschaft) wird Hannah Arendt schlagartig in Fachkreisen bekannt und berhmt. Ebenfalls in diesem Jahr erhlt Hannah Arendt die amerikanische Staatsbrgerschaft.

1952 begegnet sie erstmals nach ihrer Emigration in die USA Martin Heidegger in Freiburg und nach zahlreichen Gastvorlesungen unter anderem in Princeton und Harvard erhlt sie 1953 eine Professur am Brooklyn College in New York.

1958 wird Hannah Arendt korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie fr Sprache und Dichtung und anlsslich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Karl Jaspers hlt sie die Laudatio. In diesem Jahr erscheint ihr bedeutendstes Werk "The Human Condition" (Vita activa). 1959 erhlt Hannah Arendt den Lessing-Preis der Stadt Hamburg.

Im Auftrag der Zeitschrift "New Yorker" bernimmt Hannah Arendt 1961 die Berichterstattung ber den Eichmann-Prozess in Jerusalem. Im Anschluss an die Verffentlichung ihre Beitrge kommt es zu kontroversen Diskussionen, wegen ihrer Kritik am Verhalten der Judenrte und ihrer Darstellung der Person Adolf Eichmanns und dessen Motive.

1963 erscheinen ihre Artikel als Buch unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem und ebenfalls in diesem Jahr verffentlich Hannah Arendt ihre Untersuchung ber die revolutionre Begrndung der Vernichtung politischer Herrschaft unter dem Titel "On Revolution" ("ber die Revolution").

Hannah Arendt erhlt 1936 eine Professur an der University of Chicago und folgt 1967 dem Ruf an die New School for Social Research in New York. Ebenfalls 1967 erhlt Hannah Arendt den Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie fr Sprache und Dichtung.

1968 wurde Hannah Arendt zur Vizeprsidentin des Institute for Arts and Letters gewhlt und im darauf folgenden Jahr verffentlicht sie ihre Studie "Macht und Gewalt".

In den Jahren von 1969 und 1970 verliert Hannah Arendt ihre beiden besten Freunde, 1969 stirbt Karl Jaspers und 1970 ihr Mann Heinrich Blocher.

1972 setzte Hannah Arendt die rckwirkende Wiedergutmachung fr ihre von den Nazis verhinderte Habilitation in Deutschland durch ("lex Arendt").

1973 begann Hannah Arendt mit ihrer schwierigsten Arbeit "Vom Leben des Geistes", die jedoch unvollendet blieb und auf einer Vortragsreihe an der Aberdeen University hlt sie eine Vorlesung ber "Das Denken". In diesem Jahr wurde sie Vorstandsmitglied im amerikanischen PEN-Zentrum.

Whrend der Fortsetzung der Vortragsreihe ber "Das Wollen" erleidet Hannah Arendt einen Herzinfarkt.

Im darauf folgenden Jahr wurde ihr von der Universitt Kopenhagen der Sonning Preis fr ihre Verdienste um die europische Kultur verliehen.

Am 4. Dezember 1975 starb Hannah Arendt an einem 2. Herzinfarkt in New York.

Posthum wird 1978 "The Life of the Mind" (Vom Leben des Geistes), der I.Band "Das Denken" und der II.Band "Das Wollen" verffentlicht und 1982 erscheint der III. Band "Das Urteilen".



Zitate von Hannah Arendt


Die 11 Aphorismen dieses Autoren drfen auf Grund der Beschrnkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 01.01.2046 verffentlicht werden!


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