Sie befinden sich hier:  ▶ Startseite  ▶ Autoren-Index A ▶ Aristophanes

 ▼ Zur Auswahl der vorhandenen Texte ▼ 

Aristophanes

* 445 v. Chr. - † 385 v. Chr.


Aristophanes wurde um 445 vor Christus in Athen geboren. Athen war zu dieser Zeit Hauptstadt Attikas und die neben Sparta bedeutendste Stadt Griechenlands. Mit dem Geburtsjahr des Aristophanes setzt eine Friedens- und Bltezeit Athens unter Perikles ein (Friede mit Sparta, bereits 449 v. Chr. mit den Persern), die 431 v. Chr. durch den 20 Jahre whrenden Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.) beendet wird.

Aristophanes' Gedankenwelt war eher konservativ geprgt, und seine politischen und philosophischen Prferenzen (Bevorzugung der Aristokratie und lterer Philosophie gegenber der Demokratie und den Sophisten) sind stets in seinen Stcken prsent bis hin zur Auseinandersetzung mit prominenten Zeitgenossen (Euripides, Sokrates u. a.).

Von seinen insgesamt 44 satirischen Stcken sind elf erhalten geblieben, davon neun aus der Zeit des Peleponnesischen Krieges. Seine ersten drei Komdien wurden unter Pseudonymen aufgefhrt.

426 v. Chr. wurde Aristophanes Erstling "Die Babylonier" aufgefhrt und im darauffolgendem Jahr 425 v. Chr. "Acharnes" (Die Acharnern), in letzterem attackiert er die athenische Kriegspolitik und setzt sich fr einen Friedensschluss mit Sparta ein.

424 v. Chr. wurde die erste Komdie "Hippes" (Die Ritter) unter seinem eigenen Namen aufgefhrt und ist eine bissige, allerdings verschlsselte Satire auf Athener Politiker, vor allem auf den Militrfhrer und Demagogen Kleon, den Aristophanes bereits in "Die Babylonier" scharf angegriffen hatte, sodass der Betroffene mit einer Beleidigungsklage reagierte.

423 v. Chr. wurde "Nephelai" (Die Wolken), bei den stdtischen Festspielen zu Ehren des Gottes Dionysos aufgefhrt. Diese war eine Schwanksatire auf die neumodischen pdagogischen Ideale des Philosophen und Rivalen Sokrates, der seinerseits den Werken des Aristophanes staatsfeindliche Tendenzen vorwarf.

Diese Sokrates-Komdie hat vor allem in der deutschen Klassik und Romantik zahlreiche Adaptionen und kritische Auseinandersetzungen erfahren (Wieland, Lessing, Goethe, A.W. Schlegel u. a.).

422 v. Chr. wurde "Sphekes" (Die Wespen) aufgefhrt, in der Aristophanes das schon in "Nephelai" behandelte Thema der sophistischen Pdagogik wieder aufnimmt und es erneut am Motiv des Generationenkonflikts darstellt. Auerdem verspottet Aristophanes hier das athenische Justizwesen, insbesondere die Prozesswut der Kleon-Anhnger und Kleons Niederlage in einem aktuellen Unterschlagungsprozess.

In der 421 v. Chr. entstandenen Komdie "Eirene" (Der Frieden) inszenierte der Dichter selbst zu den groen Dionysien des Jahres. Er stellt hier die Probleme der von den Wirren des athenisch-spartanischen Krieges besonders hart betroffenen Bauern dar, die mit einer Abordnung im Olymp vorstellig werden und erfolgreich die Friedensgttin Eirene aus der Verbannung befreien. Die recht simple, an der Tagesaktualitt des Krieges orientierte Argumentation wird belebt durch eine Flle phantastisch-irrealer Details und enthlt parodistische Anspielungen auf den "Bellerophontes" des Euripides.

Das 414 v. Chr. entstandene Stck "Ornithes" (Die Vgel) gilt aufgrund seiner szenischen Geschlossenheit der modernen Kritik als das formal gelungenste Stck des Dichters. Es teilt zwar mit den Rittern das Motiv der Prozesswut, nutzt es indessen nicht zur Abhandlung aktueller Bezge, sondern als Ausgangspunkt zu dem Gegenentwurf einer Idealgesellschaft und stellt gleichzeitig das notwendige Scheitern ihrer Realisierung dar: Im neugeschaffenen Reich der Vgel, die hier als archaische Gegenspieler zum Gtterreigen des Olymp auftreten, machen sich alsbald die gewohnten politischen und sozialen Untugenden breit, die man zu berwinden hoffte. Der Verzicht auf die sonst bei Aristophanes bliche Polemik verleiht den Vgeln einen eher heiter-riesignativen Charakter, der auch durch die permanent prsente Literatursatire (Parodien auf Aischylos, Euripides, Pindar u. a.) nicht getrbt wird.

Im Kontext der zeitgenssischen Literatur stehen auch die 411 v. Chr. erscheinende Komdie "Thesmophoriazusei" (Thesmophoriazusen) und 405 v. Chr. "Batrachoi" (Die Frsche), in denen Aristophanes die Stcke von Euripides inhaltlich und stilistisch boshaft persifliert.

Sein berhmtestes Werk schuf Aristophanes 411 v. Chr. mit der Kriegssatire "Lysistrate", in der die Titelheldin ihre Geschlechtsgenossinnen aus Athen und Sparta berzeugt, dass ein Ende des seit zwei Jahrzehnten zwischen beiden Stdten tobenden Krieges nur durch ein spezifisch weibliches Druckmittel erzwungen werden knne, nmlich die konsequente sexuelle Verweigerung gegenber den Mnnern, und dieser Plan ist nach einigen Verwicklungen und Rckschlgen erfolgreich.

Die spten Werke, wie die 393 v. Chr. "Ekklesiazusei" (Das Frauenparlament) und 388 v. Chr. "Plutos" (Der Reichtum), behandeln die Themen des allgemeinen und des individuellen Besitzes.

Aristophanes starb um 385 in Athen.

Die Werke Aristophanes hatten einen betrchtlichen Einfluss auf die englische Satire, vornehmlich auf den englischen Dramatiker Ben Jonson im 17. Jahrhundert und den englischen Romanschriftsteller Henry Fielding im 18. Jahrhundert.



Zitate von  Aristophanes

Insgesamt finden sich 20 Texte im Archiv.
Es werden maximal 5 Texte, tglich wechselnd, angezeigt.


Zurck zum Seitenanfang