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Simone de Beauvoir

* 09.01.1908 - † 14.04.1986


Simone Lucie-Ernestine-Marie-Bertrand de Beauvoir wurde am 9. Januar 1908 in Paris, als Tochter von Franoise und Georges de Beauvoir, geboren. Sie wchst in grobrgerlichen Verhltnissen auf und wird 1913 im katholischen Cours Dsir eingeschult. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, wurde ihre Schwester Poupette geboren, mit der sie Zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft verband.

1919 muss die Familie aus finanziellen Grnden in die Rue de Rennes 71 umziehen. Von 1925 bis 1926 schliet sie ihre Schulausbildung mit dem "baccalaurat" in den Schwerpunkten Philosophie und Mathematik ab. 1925 begann sie ihr Literaturstudium mit Robert Garric und ein Jahr spter ein Philosophiestudium an der Sorbonne und erwarb die "licence". 1929 schreibt Beauvoir ihre Diplomarbeit ber Leibniz und beginnt mit ihren schriftstellerischen Ttigkeiten.

Im Juli 1929 lernt sie Jean-Paul Sartre an der cole Normale Suprieure kennen, der ihr Lebensgefhrte wird. Zwei Jahre spter unternahmen sie ihre erste gemeinsame Reise nach Spanien. Ebenfalls 1931 begann Beauvoir ihre Lehrttigkeit der Philosophie an der Volkshochschule in Marseilles und ein Jahr spter an der Volkshochschule in Rouen, wo sie vier Jahre blieb. Danach arbeitete sie von 1936 bis 1943 an der Molire Volkshochschule.

Sartre lebte seit 1934 in Berlin und Beauvoir besuchte ihn dort zwei Mal und reist 1936 mit ihm nach Italien. Ein Jahr spter reiste Beauvoir mit Sartre und Jacques-Laurent Bost nach Griechenland.

Beauvoir begann 1935 ihr Werk "Quand Prime le Spirituel", und drei Jahre spter begann sie mit der Arbeit an ihrem Roman "L'Invitee", der 1943 publiziert wurde und 1949 als bersetzung unter dem Titel "She Came to Stay" erschien. Ab Kriegsbeginn fhrte sie ein Tagebuch, von dem Auszge in "La force des choses" erscheinen.

1939 arbeitet Sartre im II. Weltkrieg als Sanitter und wurde am 21. Juni 1940 deutscher Kriegsgefangener.

Am 29. Juni 1940 ging Beauvoir nach Paris zurck und begann wieder als Lehrerin zu arbeiten. Nah der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft kehrt Sartre 1941 nach Paris zurck und grndet dort die Rsistance-Gruppe "Socialisme et Libert" und Beauvoir startet gemeinsam mit Sartre zu einer Fahrradtour durch Frankreich.

Im gleichem Jahr starb Beauvoirs Vater. 1943 wurde ihr durch das Vichy-Regime ihre Lehrttigkeit verboten und sie begegnete zum ersten Mal Albert Camus, mit dem sie spter eine gute Freundschaft verband. Im gleichem Jahr wird Beauvoir Programmgestalterin bei Radio Nationale und ihr Roman LInvite (Sie kam und blieb) erscheint.

1944 nach der Befreiung Paris wird sie Grndungsmitglied von "Les Temps Modernes". Im September 1945 erscheint ihr Roman "Le sang des autres" ("Das Blut der anderen"). Im gleichem Jahr hielt sie Reden in Spanien, Portugal und Nordafrika und ihr Schauspiel "Les bouches inutiles" wurde nach 50 Vorstellungen verboten. 1946 hielt sie mit Sartre Vortrge in der Schweiz, in Italien und den Niederlanden und im September publiziert sie ihr Werk "Tous les Hommes sont mortels" (Alle Menschen sind sterblich).

1947 erscheint ihr Artikel "Pour une morale de lambiguit" ("Fr eine Moral der Doppelsinnigkeit") in der 1945 von Sartre gegrndeten Zeitschrift "Les Temps Modernes". Des weiteren beginnt sie ihre Arbeit an "Le deuxime sexe" ("Das andere Geschlecht") und zusammen mit Sartre reiste sie zum ersten Mal in die USA und besuchen Schweden. 1948 vor ihrer Rckkehr aus den USA besuchte sie mit Sartre Sdamerika, danach Algerien und beginnt mit der Arbeit an "LAmrique au jour le jour" ("Amerika - Tag und Nacht").

1949 wurden Auszge ihres Werkes "La deuxieme Sexe" in "Les temps modernes" abgedruckt und die endgltige Verffentlichung des Romans lst heftige Reaktionen aus.

"Le deuxime sexe" wurde in alle europischen Sprachen bersetzt und zum weltweit meistverkauften Sachbuch des Feminismus. Der meistverwendete Referenzsatz der letzten 50 Jahre stammt aus diesem Buch und lautet "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht". Als ebenfalls ingenis erwies sich der von Beauvoir gewhlte Spruch der Buchbanderole "Die Frau, das unbekannte Wesen".

Im gleichem Jahr beginnt sie die Arbeit an ihrem Roman "Les Mandarins".

1950 reisten sie ein zweites Mal in die USA, nach Afrika und durch Europa. Im Jahre 1954 wurde ihr Werk "Les Mandarins" publiziert und sie erhielt fr diesen Roman die angesehenste literarische Auszeichnung Frankreichs, den "Prix Goncourt".

1955 halfen Beauvoir und Sartre Algerien beim Kampf gegen die Unabhngigkeit und besuchten zusammen China und ein Jahr spter Rom. Ebenfalls 1955 erscheint der Essay-Band "Privilges" ("Soll man de Sade verbrennen?").

1957 wurde das Werk "La Longe Marche" ("China - das weitgesteckte Ziel" und 1959 "Memoires d'une jeune fille rangee" ("Memoiren einer Tochter aus gutem Hause") publiziert.

Am 4. Januar 1960 starb ihr gemeinsamer Freund Albert Camus bei einem Autounfall. Im gleichem Jahr besuchte sie zusammen mit Sartre Cuba, wo sie Fidel Castro und Che Guevara trafen und anschlieend fuhren sie fr zwei Monate nach Brasilien, wo sie Sylvie Le Bon trafen, die spter ihre Adoptivtochter wurde.

Der zweite Teil von Beauvoirs Autobiographie mit dem Titel "La force de lge" ("In den besten Jahren") wird publiziert.

1962 nahmen beide eine Einladung nach Moskau an. Ein Jahr spter im November starb Beauvoirs Mutter und sie verarbeitet dessen Tod in "Une mort trs douce" ("Ein sanfter Tod"), der im Herbst 1964 verffentlicht wird.

1963 erscheint das Werk "La force des choses" ("Der Lauf der Dinge"). 1966 erscheint "Les belles images" ("Die Welt der schnen Bilder") und Beauvoir reist wiederholt mit Sartre in die UdSSR, nach Japan und ein Jahr spter besuchten sie gypten, Israel und Schweden. 1967 nimmt sie am Russell-Tribunal in Stockholm gegen die amerikanischen Kriegsverbrechen in Vietnam teil und ihr Werk "La femme rompue" ("Eine gebrochene Frau") erscheint. Whrend der Maiunruhen 1968 untersttzen Sartre und Beauvoir die Studenten. 1970 erscheint "La vieillesse" ("Das Alter") und gemeinsam mit Sartre gaben sie das Werk "La Cause du peuple" heraus.

Ebenfalls 1970 nimmt sie an einer Demonstration der Frauenbewegung fr das Recht auf Abtreibung und Verhtungsmittel teil und ein Jahr spter unterzeichnet sie das "Manifest der 343" und bekennt sich so zur illegalen Abtreibung.

1972 erscheint der letzte Band der Autobiographie "Tout compte fait" ("Alles in allem").

"Les Temps Modernes" fhrt unter ihrer Leitung 1973 eine neue Rubrik ein, in der die Leser aufgefordert werden, ber sexistisches Verhalten zu berichten.

1974 wurde Beauvoir Prsidentin der franzsischen Frauenrechtsliga und ein Jahr spter erhlt sie den Jerusalem-Preis fr Schriftsteller, die sich fr die Freiheit des Individuums einsetzen.

Am 15. April 1980 starb ihr Lebensgefhrte Jean-Paul Sartre an einem Herzinfarkt und Beauvoir verfllt in eine tiefe Depression, die sie nur zum Teil durch ihre Arbeit lindern kann. 1981 kommt "La crmonie des adieux" ("Die Zeremonie des Abschieds und Gesprche mit Jean-Paul Sartre") heraus und drei Jahre spter publizierte sie ihren Briefwechsel mit Sartre unter dem Titel "Lettres au Castor et quelques autres".

Simone de Beauvoir starb am 14. April 1986 im Alter von 78 Jahren in Paris.



Zitate von Simone de Beauvoir


Die 50 Aphorismen dieses Autoren drfen auf Grund der Beschrnkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 01.01.2057 verffentlicht werden!


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