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Martin Buber

* 08.02.1878 - † 13.06.1965


Martin Mordechai Buber wurde am 8. Februar 1878, als Sohn von Karl Buber und dessen Frau Elise (geb. Wurgast), in Wien geboren. Nach der Scheidung der Eltern kommt Buber nach Lemberg (polnische Ukraine), zu seinen Groeltern Salomon Buber und Adele Buber.

Sein Grovater war Grogrundbesitzer und Bankier und bettigte sich als Herausgeber hebrischer Midrasch-Literatur und seine Gromutter verwaltete den Besitz und war eine begeisterte Leserin deutscher Klassiker. Ihnen ist es unter anderem zu verdanken, dass Buber vielsprachig aufwuchs, denn zuhause wurde jiddisch und deutsch gesprochen und im Gymnasium polnisch, bereits in seiner Kindheit lernte er hebrisch und franzsisch.

1892 kommt Buber ins Haus seines wiederverheirateten Vaters in Lemberg. In dieser Zeit kommt es zur religisen Krise Bubers, die zur Lossagung von den jdischen Religionsgebruchen fhrt. Buber beschftigt sich mit der Literatur von Immanuel Kant und Friedrich Nietzsche.

1896 beginnt Martin Buber an der Universitt in Wien sein Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Philologie. Im darauf folgendem Jahr wechselt Buber an die Universitt in Leipzig wo er sich unter anderem mit der Mystik der Renaissance und der Reformationszeit beschftigt. Im Jahr 1898 studiert Buber in Berlin. In diese Zeit fllt auch seine Hinwendung zum Zionismus und die Grndung einer zionistischen Ortsgruppe und des "Vereins jdischer Studenten" sowie eine kontroverse Debatte mit Theodor Herzl (1860-1904) um politische und kulturpolitische Richtung. Im darauf folgenden Jahr nimmt Buber am dritten Zionistischen Kongress teil.

1899 setzt Buber sein Studium in Zrich fort und begegnet hier der Germanistik-Studentin Paula Winkler aus Mnchen, seiner spteren Ehefrau (Schriftstellerin unter dem Pseudonym Georg Munk). 1900 wird Bubers Sohn Rafael und 1901 seine Tochter Eva geboren. Buber ist zu dieser Zeit Redakteur der Wochenschrift "Die Welt", dem Zentralorgan der zionistischen Weltorganisation. 1902 ist Buber zusammen mit Feiwel, Lilien und Trietzsch Mitbegrnder des Jdischen Verlages, fr den er eine herausgeberische Ttigkeit bernimmt. Seit 1903 widmete er sich dem Chassidismus und erschloss damit der westlichen Welt diese ostjdische Lebens- und Frmmigkeitsform.

1904 promoviert Martin Buber mit der Dissertation, "Beitrge zur Geschichte des Individuationsproblems", ber Jakob Bhme und Nikolaus Cusanus und zieht sich in diesem Jahr aus der Organisationsarbeit zurck. 1905 arbeitet Buber an der spter aufgegebenen Habilitation in Kunstgeschichte und bernimmt bis 1916 die Lektoratsttigkeit fr den Verlag Rtten&Loening in Frankfurt.

In den folgenden Jahren erscheinen "Die Geschichten des Rabbi Nachman" (1906), "Die Legende des Baalschem" (1908) sowie "Ekstatische Konfessionen" (1909). In den Jahren von 1909 bis 1911 hlt Buber drei Reden ber das Judentum vor der jdischen Studentenorganisation Bar Kochba in Prag.

1916 zieht Buber von Berlin nach Heppenheim. 1921 macht Buber die nhere Bekanntschaft mit Franz Rosenzweig, an dessen "Freiem Jdischem Lehrhaus" er im darauf folgendem Jahr mitzuarbeiten beginnt. Aufgrund der Erkrankung Rosenzweigs erhlt Buber 1923 einen Lehrauftrag an der Universitt Frankfurt fr jdische Religionswissenschaft und Ethik.

In diesem Jahr erscheint sein Buch "Ich und Du" (1923), mit dem er groen Einfluss auch auf christliche Kreise hatte. Er entwickelte das "dialogische Prinzip" das fr ihn die Grundlage menschlichen Zusammenlebens und der Beziehung zu Gott ist.

1925 begann Buber zusammen mit Franz Rosenzweig die Verdeutschung des Alten Testaments und von 1926 bis 1928 wird er Mitherausgeber der Vierteljahresschrift "Die Kreatur", zusammen mit Viktor von Weizscker und Joseph Wittig. Am 10. Oktober 1929 starb Franz Rosenzweig und mit der Bibelbersetzung ist man bis Jesaja 53 gekommen. Bubers Lehrauftrag an der Universitt Frankfurt wird 1930 in eine Honorarprofessur umgewandelt, die er jedoch direkt nach der Machtergreifung Hitlers 1933 niederlegt. Am 4. Oktober 1933 wird ihm die Lehrbefugnis entzogen. Buber engagiert sich fr jdische Erwachsenenbildung. Vom nationalsozialistischen Regime wird Buber 1935 jede ffentliche Bettigung untersagt.

Von den Nazis bedroht, emigrierte Buber im Mrz 1938 ber Palstina nach Jerusalem. In der Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wird Bubers Haus in Heppenheim verwstet.

In Jerusalem bernahm Buber eine Professur fr Anthropologie und Einfhrung in die Soziologie an der Hebrew University of Jerusalem, ein Lehrstuhl fr Religionswissenschaft wurde von orthodoxen Kreisen verhindert. 1947 reist Buber zu einer Vortragsreise erstmals wieder nach Europa. Von 1949 bis 1953 bernimmt Buber zuerst den Aufbau des "Seminar fr Erwachsenenbildner" in Jerusalem spter dessen Leitung. In dieser Zeit reist Buber zu mehreren Vortragsreisen in die USA. 1951 wird Buber der Goethe-Preis der Universitt Hamburg verliehen und nach dem Sommersemester beendigt Buber offiziell seine Lehrttigkeit in Jerusalem. 1953 erhlt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

1956 unternimmt Buber eine Reise durch Europa und im darauf folgendem Jahr reist er in die USA und hlt hier unter anderem Vorlesungen ber "Schuld und Schuldgefhle" an der School of Psychiatry in Washington.

1958 wird Buber die Ehrendoktorwrde an der Sorbonne in Paris verliehen und auf der Rckreise aus den USA und Europa stirbt seine Frau Paula in Venedig. In den folgenden Jahren folgen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, so erhlt Buber 1960 den Kulturpreis der Stadt Mnchen, 1961 den sterreichischen Staatspreis, 1963 den Erasmus-Preis in Amsterdam und 1964 wird ihm der philosophische Ehrendoktorat an der Universitt Heidelberg verliehen.

1961 vollendet Buber die epochale Neubersetzung des Alten Testamentes. Im Frhjahr 1965 erleidet Buber einen gefhrlicher Sturz, der eine Operation ntig macht. In der Folgezeit verschlechtert sich sein Gesundheitszustand durch eine chronische Nierenbeckenentzndung zusehends.

Martin Mordechai Buber starb am 13. Juni 1965 in seinem Haus in Talbyen in Jerusalem.



Zitate von Martin Buber


Die 4 Aphorismen dieses Autoren drfen auf Grund der Beschrnkungen durch das Urheberrechtsgesetz erst nach dem 01.01.2036 verffentlicht werden!


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