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Marcus Tullius Cicero

* 03.01.106 v.Chr. - † 07.12.43 v.Chr.


Marcus Tullius Cicero wurde am 03. Januar 106 v. Chr. in der kleinen Stadt Arpinium (heute Arpino) nahe Rom geboren. Sein Vater gehörte einem neu entstandenen Gesellschaftsstand an, der aus Bankiers, Kaufleuten und Männern in ähnlichen Berufen bestand. Durch diese Begebenheit hatte er politische Kontakte zur römischen Oberschicht und konnte deshalb seinen beiden Söhnen, Marcus und Quintus, eine gute Ausbildung garantieren, die Voraussetzung für eine Kariere in der Politik war.

Schon in seiner Jugend kam Cicero nach Rom und studierte dort Recht, Rhetorik, Literatur und Philosophie. Zudem hatte er die Möglichkeit schon früh politischen Reden beizuwohnen, was ihm die nötige Praxis erbrachte, um später in diesem Beruf bestehen zu können. Den ersten Ruhm erntete Cicero 80 v. Chr., als er in dem Prozess des Sextus Roscius, diesen gegen die Anklage des Vatermordes verteidigte.

Nach kurzem Militärdienst reiste Cicero nach Griechenland um in Athen und Rhodos seine rhetorische und philosophische Bildung zu vertiefen. Cicero kehrte 77 v. Chr. nach Rom zurück und begann seine politische Laufbahn. Seine Tätigkeit als Anwalt verschaffte ihm dafür die nötigen einflussreichen Verbindungen und machte ihn auch dem Volke im Rom bekannt, sodass er schon 74 v. Chr. in den Senat gewählt wurde.

Seinen Durchbruch als Anwalt und Politiker in Rom gelang ihm 70 v. Chr. im Prozess gegen Verres, in dem er Gaius Verres des Betruges anklagte, den dieser als Stadthalter Siziliens begangen hatte. Cicero hatte das Glück dass Verres nicht nur die Bewohner Siziliens, sondern auch den Staat Rom betrogen hatte, so dass er den Prozess schon vor Aufnahme der Beweisführung gewonnen hatte. 66 v. Chr. trat er in der Volksversammlung dafür ein, dem Pompeius den Oberbefehl im Krieg gegen Mithridates mit außerordentlichen Vollmachten zu geben.

So gelangte er zur höchsten Würde des Staates und wurde trotzdem Ciceros Familie nicht zur römischen Aristokratie gehörte 64 v. Chr. gegen seinen Mitfavoriten Catilina zum Konsul gewählt. Als dieser während der Amtszeit Ciceros einen Staatsstreich zum Sturz der Regierung organisierte, deckte Cicero die Verschwörung auf und ließ einige Angehörige der Gruppe um Catilina hinrichten.

Gaius Julius Caesar und andere römische Senatoren sahen in Ciceros Vorgehen allerdings ein überhastetes Handeln, das den Verschwörern keinen angemessenen Rechtsprozess gewährt hatte. Cicero wurde daraufhin 58 v. Chr. zum Exil gezwungen. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Makedonien wurde er vom römischen General Pompeius nach Rom zurückgerufen. Cicero setzte sich politisch für Pompeius und somit gegen Caesar ein.

Cicero widmete sich jetzt neben seiner Praxis als Rechtsanwalt den rhetorischen und philosophischen Studien und schuf in den folgenden Jahren die literarischen Hauptwerke "De oratore" (Der Redner), "De re publica" (Der Staat) und "De legibus" (Die Gesetze).

51 v. Chr. unterbrach Cicero seine schriftstellerische Tätigkeit und wurde als Prokonsul in die römische Provinz Kilikien geschickt.

Als er Ende 50. v. Chr. nach Rom zurückkehrte, brach der Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius aus. Cicero entschied sich für Pompeius, weil er dort die Sache der Republik verteidigt glaubte. Nach der Schlacht bei Pharsalos und Pompeius’ Niederlage 48 v. Chr. begab er sich nach Brundisium, wo er nach Monaten peinlichen Harrens von Cäsar Begnadigung erlangte.

Nach seinem politischen Scheitern und nach dem Tod seiner Tochter Tullia im Jahr 45 v. Chr. zog sich Cicero aus dem politischen Leben zurück und konzentrierte sich überwiegend auf seine philosophischen Arbeiten. Seine Werke übten großen Einfluss auf spätere Autoren aus, insbesondere auf Boethius und Augustinus sowie Petrarca. In diesen Jahren entstanden neben einigen rhetorischen Schriften ("Brutus", "Orator") und kleinen von Cäsar gehaltenen Reden eine Reihe bedeutender philosophischer Schriften unter anderem "De finibus bonorum et malorum" (Über das höchste Gut und Übel), "Tusculanae disputationes" (Über die Überwindung der Leiden des Lebens), "Cato maior de senecute" (Über das Greisenalter), "Laelius de amicitia" (Über die Freundschaft)"Consolatio ad se ipsum" (Trostschrift für sich selbst), "De officiis" (Die Pflicht), "De natura deorum" (Die Natur der Götter), "De senectute" (Das Alter) und "De finibus" (Die Grenzen). Die berühmtesten seiner Reden sind die vier Reden gegen Catilina die 14 Philippischen Reden gegen Antonius.

Nach Caesars Ermordung am 15. März 44 v. Chr. übernahm Cicero im Senat eine führende Rolle. In der Hoffnung auf den Wiederaufbau der Republik unterstützte Cicero Caesars Adoptivsohn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, in seinem Machtkampf mit dem römischen Konsul Marcus Antonius.

Als Oktavian, der erst auf Seiten des Senates gegen Antonius gekämpft hatte, mit diesem und Lepidus ein Bündnis schloss, war auch Ciceros Los besiegelt. Antonius brachte ihn auf die Liste der Geächteten und setzte einen Preis auf seinen Kopf.

Noch bevor Cicero aus Italien fliehen konnte, wurde er am 7. Dezember 43 v. Chr. von den Häschern des Antonius auf seinem Gut bei Formiae ermordet.



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