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Ludwig Feuerbach

* 28.07.1804 - † 19.09.1872


Ludwig Andreas Feuerbach wurde am 28. Juli 1804, als dritter Sohn des Juristen Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach (1775 bis 1833) und dessen Frau Wilhelmine Feuerbach (geb. Tröster, 1774 bis 1852), in Landshut geboren. Ludwig Andreas Feuerbach ist der Onkel des Malers Anselm Feuerbach.

Feuerbach besuchte das Gymnasium in Ansbach, er lernte Griechisch, Hebräisch und die Bibel, nahm aber weder am Kirchenunterricht noch am Religionsunterricht teil, obwohl er Pfarrer werden wollte. 1823 begann Feuerbach ein protestantisches Theologiestudium bei Karl Daub in Heidelberg, der ihn für die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels gewann. Feuerbach brach sein Theologiestudium ab und ging 1824 nach Berlin um dort Philosophie zu studieren. Er hörte unter anderem Vorlesungen bei Schleiermacher und Hegel, letzterer hatte einen starken Einfluss auf ihn.

Im Wintersemester 1825 wechselt Feuerbach nach Erlangen und besucht hier Vorlesungen in den Naturwissenschaften. Feuerbach begeisterte sich in den ersten Studienjahren noch für die Hegelsche Versöhnung von Glauben und Wissen, entwickelte dann aber eine zunehmend kritische Haltung. 1828 promovierte Feuerbach und mit seiner Dissertation "Über die Einheit, Universalität und Unendlichkeit der Vernunft" erhielt er im selben Jahr seine Habilitation für Philosophie an der Universität in Erlangen. In den folgenden Jahren von 1829 bis 1832 hält Feuerbach als Privatdozent an der Universität Erlangen Vorlesungen im Hegelschen Sinne über Logik und Metaphysik und deren Geschichte.

In seiner 1830 anonym erschienenen Schrift "Gedanken über Tod und Unsterblichkeit", die polizeilich beschlagnahmt wurde, leugnet Feuerbach die Unsterblichkeit der Seele und versucht die christliche Hoffnung darauf zu widerlegen. Feuerbach wendet sich gegen die Vorstellung eines persönlichen Gottes und den egoistischen Glauben an die Unsterblichkeit. Mit seiner Provokation gegen zahlreiche Theologen und die Kirche entschied Feuerbach über das Ende seiner Professorenkarriere. Feuerbach bewarb sich dreimal vergeblich um eine Professur und auch seine Versuche, in Paris, Bern und in Griechenland eine Stellung zu finden, scheiterten.

Feuerbach verließ daraufhin 1836 die akademische Laufbahn und lebte seit 1837 nach seiner Heirat mit Bertha Löw, einer reichen Frau und Mitbesitzerin einer kleinen ererbten Porzellanfabrik, in völliger Zurückgezogenheit auf Schloss Bruchberg bei Ansbach und führte dort ein zufriedenes und naturverbundenes Leben als Privatgelehrter.

Feuerbach veröffentlichte 1841 sein Werk "Das Wesen des Christentums". In diesem Werk liefert Feuerbach eine anthropologische Theorie der Religion, in der Gott eine bloße Projektion des Menschen ist, ein Wunschgebilde seiner eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte.

Weil der Mensch es nicht aushält, unvollkommen und sterblich zu sein, erfindet er ein vollkommenes und allmächtiges Wesen. Weil er selbst nicht sterben will, erfindet er die Unsterblichkeit der Seele und weil er die Ungerechtigkeit auf Erden nicht erträgt, die himmlische Gerechtigkeit.

Feuerbach veröffentlicht 1843 mit seiner Schrift "Grundsätze der Philosophie der Zukunft" eine offene Kritik an Hegel und die Perspektive einer neuen Philosophie. 1844 stirbt Feuerbachs Tochter Mathilde im Alter von drei Jahren, was ihn erneut von der völligen Sinnlosigkeit des Todes überzeugt. 1845 erscheint sein Werk "Das Wesen der Religion" und 1857 "Theogonie" (Die Entstehung der Götter).

Im Revolutionsjahr 1848 hält Feuerbach öffentliche Vorträge über Religionskritik und stellt sich als "Kommunist" auf die Seite der Revolution, lehnt jedoch jegliche Gewalt ab. Nach dem Tod seiner Frau Bertha wird Feuerbach von deren Erben enteignet und lebt in den folgenden Jahren in dürftigen Verhältnissen in einem Gutpächterhaus am Fuße des Rechenberges bei Nürnberg.

Feuerbach liest 1868, nach dem Erscheinen des ersten Bandes, "Das Kapital" von Karl Marx und schließt sich 1870 der Sozialdemokratischen Partei an.

Ludwig Andreas Feuerbach starb am 19. September 1872 im Alter von 64 Jahren in Rechenberg bei Nürnberg nach einem Schlaganfall.



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