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Johann Wolfgang von Goethe
* 28.08.1749 - † 22.03.1832
Zitate von Johann Wolfgang von Goethe
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Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um´s loszuwerden: O Bestimmung des Menschen!Wie viel Eltern verkennen das Wohl ihrer Kinder und sind für ihre dringendsten Empfindungen taub.Warum plagen wir einer den andern? Das Leben zerrinnt, und es versammelt uns nur einmal wie heute die Zeit.Der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.Es ist besser, daß Ungerechtigkeiten geschehen, als daß sie auf eine ungerechte Weise gehoben werden.Wer alt mit Fürsten wird, lernt vieles, lernt / Zu vielem schweigen.So würde der zu schätzen sein, der sich lieber undankbar zeigte, als, dass er etwas Schändliches aus Liebe zu seinem Wohltäter unternähme.Selten sind unsere Aufopferungen tätig, wir tun gleich Verzicht auf das, was wir weggeben.Was sollen erst die Engländer und Franzosen von der Sprache unserer Philosophen denken, wenn wir Deutschen sie selber nicht verstehen.Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt!Die Weiber, sagt man, sind eitel von Hause aus, doch es kleidet sie und sie gefallen uns umso mehr.Ein jeglicher denkt nur, sich selbst und das nächste Bedürfnis
schnell zu befriedigen und rasch, und nicht das Folgende denkt er.Drohen Geister, uns zu schädigen Soll sich die Magie betätigen.Mehl kann man nicht säen.Ein guter Schauspieler macht uns bald eine elende unschickliche Dekoration vergessen, dahingegen das schönste Theater den Mangel an guten Schauspielern erst recht fühlbar macht.Was wir in Gesellschaft singen, Wird von Herz zu Herzen dringen.Denn wirkten Grobe Nicht auch im Lande, Wie kämen Feine für sich zustande, So sehr sie witzten?Weit besser ist´s, sie einzuengen, dass man sie wie Kinder halten, wie Kinder zu ihrem Besten leiten kann. Glaube nur, ein Volk wird nicht alt, nicht klug, ein Volk bleibt immer kindisch.Auch die Kultur, die alle Welt beleckt, Hat auf den Teufel sich erstreckt.Armut ist die größte Plage, Reichtum ist das höchste Gut!Wer streitet, hüte sich, bei dieser Gelegenheit Sachen zu sagen, die ihm niemand streitig macht.Es leben die Soldaten, / Der Bauer gibt den Braten, / Der Winzer gibt den Most, / Das ist Soldatenkost.Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsch lecken.Blut ist ein ganz besondrer Saft.Wenn mancher sich nicht verpflichtet fühlte, das Unwahre zu wiederholen, weil er´s einmal gesagt hat, so wären es ganz andere Leute geworden.Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden.Frei will ich sein im Denken und Dichten. Im Handeln schränkt die Welt genug uns ein.Die Gegenwart des Elenden ist dem Glücklichen zur Last! Und ach!, der Glückliche dem Elenden noch mehr.Liegt der Irrtum nur erst, wie ein Grundstein, unten im Boden. Immer baut man darauf, nimmermehr kömmt er an Tag.Vermag die Liebe alles zu dulden, so vermag sie noch viel mehr, alles zu ersetzen.Glaube mir ganz und gar, / Mädchen, lass deine Bein´ in Ruh, Es gehört mehr zum Tanz Als rote Schuh.Wie begrüßt ich so oft mit Staunen die Fluten des Rheinstroms, Wenn ich, reisend nach meinem Geschäft, ihm wieder mich nahte! Immer schien er mir groß, und erhob mir Sinn und Gemüte.So laufen wir nach dem, was vor uns flieht, / Und achten nicht des Weges, den wir treten.Schon wieder Krieg! Der Kluge hört´s nicht gern.Was nicht mehr entsteht, können wir uns als entstehend nicht denken, das Entstandene begreifen wir nicht.Geist und Sinne stumpfen sich so leicht gegen die Eindrücke des Schönen und Vollkommenen ab, dass man die Fähigkeit, es zu empfinden, bei sich auf alle Weise erhalten sollte.Koketterie ist Egoismus in der Form der Schönheit.Hundertmal werd´ ich´s euch sagen und tausendmal: Irrtum bleibt Irrtum! Ob ihn der größte Mann, ob ihn der kleinste beging.Man kann nicht für jedermann leben, besonders für die nicht, mit denen man nicht leben möchte.Liebe, menschlich zu beglücken, Nähret sie ein edles Zwei, Doch zu göttlichem Entzücken Bildet sie ein köstlich Drei.Wer im Alter Jugendwünsche und Hoffnungen realisieren will, betrügt sich, denn jedes Jahrzehnt hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.Zu des Lebens lustigem Sitze Eignet sich ein jedes Land.Wer´s nicht besser machen kann, macht´s wenigstens anders, Zuhörer und Leser, in herkömmlicher Gleichgültigkeit, lassen dergleichen am liebsten gelten.Recht zu handeln, Grad zu wandeln, Sei des edlen Mannes Wahl. Soll er leiden, Nicht entscheiden, Spreche Zufall auch einmal.Ich kann mir nichts seligeres zu wissen vorstellen, als dies eine. Daß man ein Beginner werden muß. Einer, der das Wort schreibt hinter einen Jahrhunderte langen Gedankenstrich.Wirf dich ins Meer, wo es am wildesten tobt.Denn der Schauspieler muss sich immer zwischen zwei Gegenständen teilen: nämlich zwischen dem Gegenstande, mit dem er spricht, und zwischen seinen Zuhörern.Der obern Macht ist schwer zu widerstehen.Kannst du lesen, so sollst du verstehen, kannst du schreiben, so musst du etwas wissen, kannst du glauben, so musst du begreifen, wenn du begehrst, wirst du sollen, wenn du forderst, wirst du nicht erlangen, und wenn du erfahren bist, sollst du nutzen.Es gibt dreierlei Arten Leser; eine, die ohne Urteile genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urteilt, die mittlere, die genießend urteilt und urteilend genießt; diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue. Die Mitglieder dieser Klasse sind nicht zahlreich.
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