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Johann Wolfgang von Goethe
* 28.08.1749 - † 22.03.1832
Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern sind der Kaiserliche Rat ohne Amt Johann Kaspar Goethe und die Schultheißentochter Katharina Elisabeth Textor aus dem Frankfurter Patriziat. Am 29. August 1749 wird Goethe protestantisch getauft und ein Jahr später erblickt Goethes Schwester Cornelia das Licht der Welt woraufhin der Vater 1755 beginnt das Haus der Familie um bauen zulassen.
Ab 1755 besucht Goethe zunächst eine öffentliche Schule in Frankfurt, wird dann aber von seinem Vater von dieser genommen. Goethe wird zunächst von seinem Vater unterrichtet und lernt durch ihn Latein, später holt der Vater einen Privatlehrer ins Haus der Familie am Großen Hirschgraben.Während des Siebenjährigen Krieges besetzen französische Truppen Frankfurt und 1759 wird der französische Stadtkommandant Königsleutnant Graf Thornac in das Haus der Familie Goethe einquartiert.
Auf drängen seines Vaters begann Goethe 1765 das Jurastudium in Leipzig, er selbst fühlte sich aber schon damals eher zur Dichtkunst hingezogen und hätte lieber Rhetorik und Poetik studiert. Hier lernt Goethe 1766 die Leipziger Gastwirtstochter Anna Katharina (Käthchen) Schönkopf kennen. In diesem Jahr entsteht die Gedichtsammlung "Annette" und ohne Goethes Zustimmung wird in der Frankfurter Zeitschrift "Die Sichtbaren" das Gedicht "Poetische Gedanken über die Höllenfahrt Jesu Christi" abgedruckt.
1768 kommt es zur Lösung der Beziehung zu Anna Katharina Schönkopf. Ein Psychischer und physischer Zusammenbruch Goethes sowie eine schwere Krankheit (Blutsturz, Lungenaffektion) zwingen Goethe im Juni 1768 zur Rückkehr ins Elternhaus nach Frankfurt. Während der langen Krankheit wird Goethe ab 1769 liebevoll durch Susanne Katharina von Klettenberg,eine Verwandte seiner Mutter, gepflegt. Sie ist es, die ihn in die religiöse Vorstellungswelt des Pietismus einführt und zur Lektüre pantheistisch - alchemistischer Schriften in neoplatonischer Tradition anregt (Paracelsus, Basilius Valentinus, Georg v. Welling u.a.).
Im April 1770 setzt Goethe sein Jurastudiums in Straßburg fort und besucht unter anderemVorlesungen in Geschichte, Staatswissenschaft, Anatomie, Chirurgie und Chemie. In diesem Jahr macht Goethe die Bekanntschaft mit dem fünf Jahre älteren Dichter, Philosophen und Theologen Johann Gottfried Herder. In den zwischen September 1770 und April 1771 fast täglichen Treffen mit Herder, vermittelte ihm dieser die Aufklärungskritik Hamanns und seine eigenen sprachphilosophischen Ideen und lenkte Goethes Blick auf Shakespeare, Homer und Ossian.
Hier lernte Goethe im Oktober 1770 die Sessenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen und schöpfte aus der Liebe zu ihr die ersten reifen Gedichte (u.a. "Willkommen und Abschied"). Im August 1771 besteht Goethe das juristische Abschlussexamen in Straßburg und nach seiner Promotion zum "licentitatus juris"(Dr. jur.) berechtigte ihn dies zur Advokatur, woraufhin er im Herbst 1771 nach Frankfurt zurückkehrt um dort seine Anwaltstätigkeit vorzubereiten. In Frankfurt vollendet Goethe 1771 das Drama "Götz von Berlichingen" in den folgenden Jahren entstehen hier die grossen Hymnen "Wandrers Sturmlied" (1772), "Mahomets Gesang" (1772), "Prometheus" (1774) und "Ganymed" (1774).
Seit 1772 galt Goethe als ein Hauptrepräsentant des Sturm und Drang, an dessen kritischem Organ, den "Frankfurter gelehrten Anzeigen" er sich mit Rezensionen auf den Gebieten Rechtswissenschaft, Rhetorik und Poetik beteiligte. In diesem Jahr wird Goethe in den Darmstädter Kreis der Empfindsamen unter dem Pseudonym "Der Wanderer" aufgenommen und macht die Bekanntschaft mit der Erzählerin Sophie von La Roche und ihrer Tochter Maximiliane.
Von 1772 bis 1775 führt Goethe als Anwalt 28 Prozesse in der Stadt am Main und erlebt auf dem Rossmarkt die Hinrichtung der Kindsmörderin Margaretha Brandt mit dem Schwerte, das Urbild des "Gretchens" im "Faust". Während der Praktikantenzeit am Reichskammergericht in Wetzlar, lernt er Charlotte Buff kennen, aus der Leidenschaft und unerfüllten Liebe zu Charlotte Buff entsteht der Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" (1774).
Goethe vollendet 1773 das Drama "Götz von Berlichingen" und nach harter Kritik Herders an der 1. Fassung überarbeitete Goethe diese nochmals und im Juni 1773 wird das Werk in 2. Fassung veröffentlicht. 14. April 1774 wird Goethes "Götz von Berlichingen", in der erste Fassung des Schauspiels, durch die Kochsche Gesellschaft in Berlin uraufgeführt. In dieser Zeit entstehen die Hymnen "Prometheus" und "Ganymed" und "Götter, Helden und Wieland", eine Satire auf den Aufklärungsdichter Christoph Martin Wieland, erscheint. Am 23. August 1774 wird "Clavigo", ein Trauerspiel über Ehe und Treue, in dem der junge Schriftsteller Clavigo durch seinen Treuebruch den Tod seiner Geliebten Marie verursacht und von deren Bruder erschossen wird, in Hamburg uraufgeführt.
1775 verlobt sich Goethe mit der Frankfurter Bankierstochter Lili Schönemann doch die Verlobung wird schon nach einem halben Jahr wieder gelöst. Goethe reist 1775 mit den beiden Grafen Ch. und F. L. zu Stolberg-Stolberg in die Schweiz und nach seiner Rückkehr, folgte er im November 1775 der Einladung des neuen Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar an der Weimarer Hof. Die Herzogin Anna Amalia hatte eine Reihe literarisch tätiger Hofleute versammelt, darunter Christoph Martin Wieland sowie die Hofdame Charlotte von Stein. 1776 entbrannte die hoffnungslose Liebe zu Charlotte von Stein, der Gattin des herzoglichen Stallmeisters. In diesem Jahr werden die Dramen "Claudine von Villa Bella", "Die Geschwister" und "Stella", ein Drama um eine Dreierbeziehung, die einen Skandal und das spätere Verbot des Stückes in Hamburg nach sich zieht, uraufgeführt.
Goethe siedelte nach Weimar über und zog dort in das Gartenhaus am Stern, dass ihm vom Herzog geschenkt worden war, und erhielt das Weimarer Bürgerrecht. Goethe übernahm in Weimar zahlreiche politische Aufgaben. Später übernahm er die Leitung des Theaters und die Aufsicht über das Hoftheater sowie über das Bildungswesen. Goethe wurde 1777 zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme in der obersten Landesbehörde ernannt, wodurch sein Unterhalt gesichert war. In diesem Jahr stirbt seine Schwester Cornelia und kurz darauf holt Goethe auch seinen alten Freund Johann Gottfried Herder an den Weimarer Hof. 1778 reist Goethe mit Herzog Carl August nach Potsdam und Berlin und im darauf folgendem Jahr in dessen Begleitung in die Schweiz. Auf dieser zweiten Schweizer Reise, legt er eine minerallogische Sammlung an.
1779 wird Goethe zum Leiter der Kriegskommission und des Berg- und Wegebaus berufen und noch im selben Jahr wird Goethe zum Geheimen Rat ernannt. In dem gleichen Jahr beginnt Goethe mit der Arbeit an dem Schauspiel "Iphigenie". Der Stoff für diese Stück entspringt der griechischen Mythologie, die Königstochter Iphigenie ist im Exil auf Tauris als Tempelpriesterin, von dort wird sie von ihrem Bruder Orest gerettet und in die Heimat geholt. 1781 führt er mineralogische Studien durch und entwickelt die Farbenlehre, die allerdings den späteren Erkenntnissen der Wissenschaft nicht standhalten kann, und hält Vorträge über Anatomie an der von ihm gegründeten "Freien Zeichen Schule" in Weimar. 1782 wurde er durch Kaiser Joseph II. in den Adelsstand erhoben und wenig später zog er in das Haus am Frauenplan. In diesem Jahr starb sein Vater und Goethe erhält eine leitende Funktion in der obersten Finanzbehörde.
1783 tritt Goethe dem Illuminatenorden bei und reist ein zweites mal in den Harz, der im darauffolgendem Jahr eine dritte Harzreise folgt. In diesem Jahr entdeckt Goethe den Zwischenkieferknochen am menschlichen Schädel.1785 beschäftigt sich Goethe verstärkt mit naturwissenschaftliche Studien und reist in diesem Jahr erstmals zum Aufenthalt nach Karlsbad.
Am 3. September 1786 setzt Goethe seinen lange erwogenen Vorsatz zur Flucht aus der Enge Weimars mit seiner heimlichen Abreise aus Karlsbad in die Tat um. Während seiner Reise interessierte er sich vor allem für das antike Rom und die italienische Renaissance. Goethe unterbrach seinen Aufenthalt in Rom durch eine fast viermonatige Reise nach Neapel und Sizilien, die er auch zu Forschungen nutzte. Die Besteigung des Vesuv nutzte er zu geologischen Forschungen und im Botanischen Garten Palermos fand er seine Idee der "Urpflanze" bestätigt, die ihm das Gesetzmässige in allen Bereichen des Seienden, in der Natur wie in der Kunst, beispielhaft darstellte. In Rom suchte Goethe vor allem den Kontakt zu den bildenden Künstlern, so zu J. H. W. Tischbein und Angelika Kauffmann. Der Schriftsteller Karl Philipp Moritz war zeitweise sein Gesellschafter in Rom. In dieser Zeit wandelte sich Goethe vom ungestümen Dichter der Geniezeit zum Klassiker und schrieb die endgültige Fassung der "Iphigenie auf Tauris" (1787).
1788 kehrt Goethe nach Weimar zurück und entschliesst sich zu einer Lebensgemeinschaft mit Christiane Vulpius, die zum Bruch mit Charlotte von Stein führte. Am 7. September 1788 begegnet Goethe erstmals Friedrich von Schiller, dem er eine Berufung auf den Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Jena vermittelt. Goethe vollendet das Trauerspiel "Egmont", über den Grafen Egmont, der 1568 für die niederländische Unabhängigkeit kämpft und von den Spaniern hingerichtet wird. 1789 wird Goethes Sohn August geboren. 1790 unternimmt Goethe eine zweite Reise nach Italien, dieses mal nach Venedig, hier entsteht das unmittelbarste Werk der Italienreise sind die "Venezianischen Epigramme" (1788-90). Goethe verfasst das Schauspiel "Torquato Tasso" (1789), in dem er am Beispiel des italienischen Dichters Torquato Tasso (1544-95) die Konflikte zwischen schöpferischem Menschen und der Gesellschaft dargestellt und wie dieser an der Realität scheitert und Trost in seiner Dichtung findet. Goethe vollendet den bereits 1774 begonnen Urfaust als im "Faust. Ein Fragment". 1792 begleitete Goethe den Herzog Carl August in das Feldlager des gegen Frankreich verbündeten Koalitionsheeres und nimmt 1793 an der Belagerung von Mainz teil, wo mit Hilfe französischer Revolutionstruppen eine Jakobinische Republik errichtet wurde. Die Auseinandersetzung mit der französischen Revolution brachte unter anderem das Lustspiel "Der Groß-Cophta" (1792) und "Der Bürgergeneral" (1793) hervor.
Ende 1794 brachte ein Zufall die entscheidende Annäherung zu Friedrich Schiller auf den Weg. Beide hatten eine Tagung der Naturforschenden Gesellschaft besucht, die den Anlass zu einem tiefgründigem Gespräch mit Schiller gab. Die folgende fruchtbare Epoche war vor allem durch die Freundschaft mit Schiller geprägt, dessen idealistische Ästhetik die dichterische Produktion Goethes nachhaltig beeinflusste, es enstanden in dieser Zeit das Epos "Hermann und Dorothea" (1797) ebenso wie den ersten Teil des "Faust", das Drama des suchenden und schaffenden Menschen, das erst drei Jahre nach Schillers Tod 1805 vollendet wurde. Gemeinsame Unternehmungen waren unter anderem die "Xenien" (1796) und Zeitschriften "Die Horen" und "Propyläen", sowie der "Schillersche Musenalmanach".Wie Goethe die Anregung zu seinem Schauspiel "Die natürliche Tochter" Schiller verdankte, so verdankte Schiller die Idee zu "Wilhelm Tell" Goethe.
1795 unternimmt Goethe eine zweite Reise nach Karlsbad. 1797 trifft sich Goethe mehrmals mit dem Ästhetiker und Dichter Friedrich von Schlegel und unternimmt seine dritte Reise in die Schweiz-Reise. In diesem Jahr wird Goethe die Leitung der herzoglichen Bibliotheken in Jena und Weimar übertragen. Im Balladenjahr 1797 entstanden viele Werke im Dichterwettstreit mit Schiller unter anderem, "Der Zauberlehrling", "Der Gott und die Bajadere", "Die Braut von Korinth", "Der Schatzgräber" und die "Legende". 1798 erscheint die erste Ausgabe der von Goethe herausgegebenen "Propyläen" bei Cotta und wird zusammen mit Schillers literarischer Zeitschrift "Die Horen" das wichtigste Organ für die Anschauungen der Weimarer Klassik. Im Dezember 1799 zieht die Familie Schiller nach Weimar und so beginnen vierzehntägige Treffen im Hause Goethes.
In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts geriet Goethe in Krisen mehrfacher Art; die Zeichen dafür waren häufige Krankheiten. Sein bisheriger Lebenskreis begann zu zerbrechen, 1803 starb Johann Gottfried Herder, 1805 Friedrich von Schiller und 1813 Christoph Martin Wieland. 1805 erscheint Goethes Aufsatzsammlung "Winckelmann und sein Jahrhundert", mit Artikeln des Archäologen und Kunstgelehrten Johann Joachim Winckelmann, der das Schönheitsideal der Deutschen Klassik geprägt hatte.
Im darauffolgendem Jahr heiratet Goethe Christiane Vulpius. Während wiederholter Aufenthalte bei einem Jenaer Buchhändler wandelt sich Goethes väterliche Zuneigung zu dessen achtzehnjähriger Pflegetochter Minna Herzlieb in leidenschaftliche Liebe. 1808 stirbt Goethes Mutter. Während des Erfurter Fürstenkongresses in diesem Jahr, trifft Goethe mehrmals auf Napoléon, der ihn auffordert nach Paris zu kommen. Im gleichen Jahr erscheint Goethes "Faust I" und ein Jahr später "Die Wahlverwandtschaften" sowie 1811 die Autobiographie "Dichtung und Wahrheit".
Von 1812 bis 1814 trifft sich Goethe mehrmals mit Ludwig van Beethoven und beginnt einen Briefwechsels mit dem Dichter Friedrich de la Motte Fouqué. Goethe reist in dieser Zeit erstmals an Rhein, Main und Neckar wo er in Wiesbaden Marianne von Willemer kennenlernte. 1815 unternimmt Goethe seine zweite Reise an Rhein, Main und Neckar und besichtigt zusammen mit dem preußischen Reformer Karl von und zum Stein den Kölner Dom und die Wallraf-Kunstsammlung. In diesem Jahr trifft er die Gebrüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm und die Familien Brentano und Städel. Goethe wird zum Staatsminister ernannt und die literaturkritischen Essays "Shakespeare und kein Ende" erscheinen. 1816 stirbt seine Frau Christiane und sein Werk "Italienische Reise" erscheint.
1819 wird Goethe Ehrenmitglied in der von Freiherr von und zum Stein gegründeten "Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde", die er in der Folgezeit durch mehrere Beiträge für die Quellensammlung "Monumenta Germaniae" unterstützt. Unter dem Eindruck der Lektüre des persischen Dichters Hafis entstehen Gedichte wie "Westöstlicher Divan".
1821 beschäftigt sich Goethe mit indischer Dichtung und reist nach Marienbad. Hier begegnet er Amalie von Levetzow und deren drei Töchtern, darunter die 18jährige Ulrike, der Goethe einen Heiratsantrag macht den diese ablehnt, nachdem sie ihn zuerst als Scherz aufgefasst hat. Goethe vollendet "Wilhelm Meisters Wanderjahre" und den Roman eine "Odyssee der Bildung". 1823 besucht ihn Johann Peter Eckermann der als Sekretär bei ihm bleibt.
1825 schickt Franz Schubert seine Vertonungen der Gedichte "An Schwager Kronos", "An Mignon" und "Ganymed" die Goethe unbeantwortet lässt. In diesem Jahr wird Goethe die Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der Universität Jena verliehen. 1827 stirbt Charlotte von Stein und ein Jahr später Grossherzog Carl August und der "Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805" wird von Goethe herausgegeben. 1829 wird "Faust I" am Nationaltheater in Braunschweig uraufgeführt.
1830 stirbt Goethes Sohn August in Rom an den Blattern und Goethe selbst erleidet einen Lungenblutsturz und erkrankt schwer. Im darauffolgendem Jahr vollendet Goethe den "Faust II", er versiegelt das Manuskript und bestimmt, dass es erst nach seinem Tod veröffentlicht wird. Zur Herausgabe seines literarischen Nachlasses bevollmächtigt er seinen Sekretär Johann Peter Eckermann.
Am 22. März 1832 stirbt Johann Wolfgang von Goethe in Weimar und wird in der Fürstengruft beigesetzt.
Zitate von Johann Wolfgang von Goethe
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Geschichte schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.Es irrt der Mensch, solang er strebt.Die Engländer werden uns beschämen durch reinen Menschenverstand und guten Willen, die Franzosen durch geistreiche Umsicht und praktische Ausführung.Vergnügen sucht der Mann sich in Gefahren.Was bin ich denn gegen das All? Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters WanderjahreEin überirdisches Vergnügen! In Nacht und Tau auf den Gebirgen liegen Und Erd und Himmel wonniglich umfassen, Zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen.Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen. So wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben; sie erziehen aufs Beste und jeglichen lassen gewähren.Ist je ein Paar alleine, Ist Amor niemals weit.Hat denn zur unerhörten Tat der Mann allein das Recht? Drückt denn Unmögliches Nur er an die gewalt´ge Heldenbrust?Ich bewundere, was über mir ist, ich beurteile es nicht.Es ist eine eigene Sache, schon durch die Geburt auf einen erhabenen Platz in der menschlichen Gesellschaft gesetzt zu sein.Wäre nicht das Auge sonnenhaft, wie könnten wir das Licht erblicken?Jedermann hat seine Eigenheiten und kann sie nicht loswerden, und doch geht mancher an seinen Eigenheiten, oft an den unschuldigsten, zugrunde.Ja, wohl bin ich nur ein Wanderer auf Erden! Seid ihr denn mehr?Und alles löst sich endlich auf in Schlaf. So Freud als Schmerz.Gar manches Herz verschwebt im Allgemeinen, Doch widmet sich das Edelste dem Einen.Zum Teufel erst das Instrument! Zum Teufel hinterdrein der Sänger!Die Tage der Jugend, sie glänzen und blühn, O lass uns der Tage der Jugend genießen!Das Wahre fördert, aus dem Irrtum entwickelt sich nichts, er verwickelt uns nur.Raubt die Liebste denn gleich mir einige Stunden des Tages, Gibt sie Stunden der Nacht mir zur Entschädigung hin.Und etwas Denken ist dem Menschen immer nütze.Wenn nun unser Schulunterricht immer auf das Altertum hinweist, das Studium der griechischen und lateinischen Sprache fördert, so können wir uns Glück wünschen, dass diese zu einer höheren Kultur so nötigen Studien niemals rückgängig werden.Was das Entsetzlichste sei von allen entsetzlichen Dingen? Ein Pedant, den es juckt, locker und lose zu sein.Willst du den März nicht ganz verlieren, So lass nicht in April dich führen.Spitzbögiger Zenith erhebt den Geist, Solch ein Gebäu erbaut uns allermeist.Nicht allein das Angeborene, sondern auch das Erworbene ist der Mensch.Von Jugend auf verwöhnt durchs Glück und seine Gaben, Hat man so viel man braucht und glaubt noch nichts zu haben.Große Talente sind das schönste Versöhnungsmittel.Stumm war alles, still und öde, Einsam Gott zum ersten Mal! Da erschuf er Morgenröte, Die erbarmte sich der Qual.Da die alten Sprichwörter meist auf geographischen, historischen, nationellen und individuellen Verhältnissen ruhen, so enthalten sie einen großen Schatz von reellem Stoff.Glaube mir, das Unterirdische geht so natürlich zu als das Überirdische, und wer bei Tage und unter freiem Himmel keine Geister bannt, ruft sie um Mitternacht in keinem Gewölbe.So wie etwas ausgesprochen ist, wird ihm auch schon widersprochen, wie der Ton gleich sein Echo hat.Jedem Tun, jedem Handeln, jeder Kunst geht stets das Handwerk voraus, welches nur in der Beschränkung erworben wird.Den Teufel halte, wer ihn hält! Er wird ihn nicht so bald zum zweiten Male fangen.Es gibt Hypothesen, wo Verstand und Einbildungskraft sich an die Stelle der Idee setzen.Der Schönheit wie der Neigung Wert verliert sich bald, Allein der Wert des Goldes bleibt.Wenn wir immer ein offenes Herz hätten, das Gute zu genießen, das uns Gott für jeden Tag bereitet, wir würden alsdann auch Kraft genug haben, das Übel zu tragen, wenn es kommt.Es gibt, sagt man, für den Kammerdiener keinen Helden. Das kommt aber bloß daher, weil der Held nur vom Helden anerkannt werden kann. Der Kammerdiener wird aber wahrscheinlich seinesgleichen zu schätzen wissen.Indessen hat die Klugheit so was Gebietendes, dass wir ihr oft auch wider unsre Neigung folgen.Freiheit ist ein herrlicher Schmuck, der schönste von allen, Und doch steht er, wir sehn´s, wahrlich nicht jeglichem an.Das Herrliche hat die Wahrheit, daß sie uns Blick und Brust öffnet und uns ermutigt, auch in dem Felde, wo wir unser Wirken haben, auf gleiche Weise umher zu schauen und zu erneutem Glauben frischen Atem zu schöpfen.Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.Denn alles Vornehme ist eigentlich ablehnend.Musik im besten Sinne bedarf weniger der Neuheit, ja vielmehr je älter sie ist, je gewohnter man sie ist, desto mehr wirkt sie.Wir befinden uns nicht leicht in großer Gesellschaft, ohne zu denken, der Zufall, der so viele zusammenbringt, solle uns auch unsre Freunde herbeiführen.Verlang ich Rat von einem alten Weibe?Auf allen Pfaden des Lebens Führen die Horen dich streng, wie es das Schicksal gebeut.Um einen Mann zu schätzen, muss man ihn Zu prüfen wissen.Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um´s loszuwerden: O Bestimmung des Menschen!Wer durch Brillen sieht, hält sich für klüger, als er ist.
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