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Ödon von Horváth

* 09.12.1901 - † 01.06.1938


Ödön von Horváth, eigentlich Edmund (Ödön) Josef von Horváth, wurde am 9. Dezember 1901 als unehelicher Sohn des ungarischen Diplomaten Dr. Edmund Josef Horváth und der Maria Hermine Prehnal im damals ungarischen Fiume (heute: Rijeka, Kroatien) geboren.

Im darauf folgenden Jahr siedelte die Familie nach Belgrad und 1908 nach Budapest über. 1909 wurde der Vater im diplomatischen Dienst nach München versetzt, Ödön blieb im Erzbischöflichen Internat in Budapest und folgte erst 1913 seinem Vater nach München. 1916 siedelte die Familie nach Preßburg über und kehrte 1918 wieder nach Budapest zurück.

Ab 1919 besuchte Ödön von Horváth das Realgymnasium in Wien, wo er das Abitur ablegte. Ebenfalls in diesem Jahr siedelt Ödön von Horváth nach München über und 1920 erschienen erste Publikationen.

1923 begann er ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften in München und lebte anschließend als freier Schriftsteller in Murnau am Staffelsee. Nach der Rückkehr von einer mehrwöchigen Parisreise fasste Horváth 1924 den Entschluss, sich in Berlin niederzulassen. Hier kam Ödön von Horváth unter anderem mit Max Reinhardt und Gustav Gründgens in Kontakt.

In den Jahren von 1926 bis 1929 wurden erste Stücke Horváths in Osnabrück, Hamburg und Berlin aufgeführt und der Ullstein-Verlag bietet ihm einen Vertrag an, der ihm eine freie schriftstellerische Arbeit ermöglichte. In Horváths 1930 erscheinendem satirischen Roman "Der ewige Spießer" (1930) karikierte Horváth die Engstirnigkeit und Doppelmoral des Kleinbürgertums.

"Die italienische Nacht" wurde 1931 in Berlin aufgeführt. Ebenfalls in diesem Jahr wurde Horváth über eine Saalschlacht in seinem Wohnort Murnau, die von den Nationalsozialisten provoziert worden war, als Zeuge vernommen und wegen seiner Aussage von NSDAP-Zeitungen heftig angegriffen. Im Deutschen Theater in Berlin wurden die "Geschichten aus dem Wiener Wald" uraufgeführt. Auf Vorschlag von Carl Zuckmayer erhielt Horvath, für "Geschichten aus dem Wiener" Wald, - zusammen mit Erik Reger - den renommierten Kleist-Preis.

1932 wurde "Kasimir und Karoline" in Leipzig uraufgeführt. Im darauf folgendem Jahr verließ Horváth Deutschland und reiste nach Budapest um die ungarische Staatsbürgerschaft zu behalten. 1933 heiratet Ödön von Horváth die Sängerin Maria Elsner von der er sich jedoch 1934 wieder trennt.

1934 kehrte Horváth nach Berlin zurück und auf seinen eigenen Antrag hin wurde er in den nationalsozialistischen Reichsverband Deutscher Schriftsteller (bis 1937) aufgenommen. Ebenfalls in diesem Jahr wurde das Stück "Hin und Her" in Zürich uraufgeführt. Das Stück behandelt den erfolglosen Versuch eines Mannes, in einem der beiden Länder, zwischen denen er sich auf einer Brücke befindet, einen Pass zu erhalten.

1935 siedelte Horváth nach Wien über wo 1936 das Stück "Glaube, Liebe, Hoffnung" aufgeführt wurde. Ebenfalls 1936 wurde Horváth die Aufenthaltserlaubnis für das Deutsche Reich entzogen. 1937 folgten weitere Uraufführungen des Stückes "Der jüngste Tag" in Wien, Prag und Mährisch-Ostrau. Im selben Jahr erschien in Amsterdam der Roman "Jugend ohne Gott", der in acht verschiedene Sprachen übersetzt wurde.

Nach dem Einmarsch der Hitler-Truppen in Österreich verließ Horváth 1938 Wien und ging nach Budapest. Von dort reiste er nach Prag und weiter über Jugoslawien, Triest, Venedig, Mailand, Zürich, Amsterdam nach Paris. In Paris standen Verhandlungen mit dem amerikanischen Regisseur Siodmiak über die Verfilmung von "Jugend ohne Gott" an.

Vom Unheil der Diktatur erzählen "Jugend ohne Gott" (1938) und "Ein Kind unserer Zeit" (1938), die 1953 unter dem Titel "Zeitalter der Fische" gesammelt erschienen. Mit ihnen kreierte Horváth "die Form des lyrisch abgekürzten, dramatisch gespannten, indirekt zeitkritischen Romans" (Klaus Mann). Viele der Stücke existierten zunächst nur in Form von Bühnenmanuskripten und wurden erst in den fünfziger Jahren angemessen ediert. Zu den weiteren Werken des Autors gehört "Sportmärchen" das ab 1924 in der Zeitschrift "Simplicissimus" erschien. Weitere Dramen des Autors sind "Revolte auf Côte 3018" (1927, neue Fassung unter dem Titel "Die Bergbahn", 1928), "Sladek, der schwarze Reichswehrmann" (1930), "Italienische Nacht" (1931), "Kasimir und Karoline" (1932), "Die Unbekannte aus der Seine" (1933), "Figaro lässt sich scheiden" (1934), "Don Juan kommt aus dem Krieg" (1937), "Pompeji" (1937), "Der jüngste Tag" (1938).

Am 1. Juni 1938 wurde Ödön von Horváth auf den Champs-Elysees während eines Gewitters durch einen herabstürzenden Ast getötet.



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