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Alexander von Humboldt

* 14.09.1769 - † 06.05.1859


Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt wurde am 14. September 1769 in Berlin, in der Jägerstraße 22 als Sohn eines Offiziers geboren. Alexander wuchs gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm im Schloss Tegel, dem Familienbesitz der Humboldts auf. In den Jahren von 1777-1789 unterrichteten Privatlehrer ihn und seinen Bruder Wilhelm, den Elementarunterricht erteilte unter anderem Johann Heinrich Campe (1746-1818). 1779 stirbt der Vater.

1787 immatrikulieren die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt an der Universität in Frankfurt/Oder wechseln jedoch schon ein Jahr später an die Universität nach Göttingen. Ab 1790 trennen sich die Wege der beiden Brüder. Alexander studierte Kameral- und Altertumswissenschaften, Theologie, Medizin, Physik, Mathematik und wechselte 1791 an die Handelsakademie in Hamburg und später an die Bergakademie in Freiberg.

Nach seinem Studium trat Alexander von Humboldt in den preußischen Staatsdienst ein und wurde 1792 in Berlin zum Assessor im preußischen Bergdepartement ernannt und in die Markgrafschaft Bayreuth geschickt. Bis 1797 wirkte er hier als Bergassessor und -meister und war zuständig für den Bergbau im Frankenwald und im Fichtelgebirge. Während dieser Zeit unternimmt er mehrere Studienreisen und wird auf diplomatische Missionen geschickt. Wegen seiner hervorragenden Leistungen wollte sein Arbeitgeber ihn mit noch bedeutenderen Aufgaben betrauen. Er aber lehnt ab und trat nach dem Tode seiner Mutter 1796, nicht zuletzt wegen seines naturwissenschaftlichen Interesses, aus dem Staatsdienst aus.

In den Jahren von 1796 bis 1798 widmet sich Alexander von Humboldt nun ausschließlich naturwissenschaftlichen Studien, die ihn auf ausgedehnte Reisen in mehrere Länder führen. Während dieser Zeit besucht Alexander von Humboldt unter anderem Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller und bereitet sich auf eine Forschungsreise nach Lateinamerika vor. In Paris lernt Alexander von Humboldt den Botaniker Aimé Bonpland kennen, mit dem er 1799 zu einer Reise nach Südamerika aufbricht und bis 1804 im Gebiet der heutigen Staaten Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru und Mexiko forscht.

Anschließend kehrte Alexander von Humboldt über Kuba und die USA, wo er in Washington Thomas Jefferson kennen lernte, nach Europa zurück. Nach seiner Rückkehr promoviert Alexander von Humboldt 1805 an der Universität in Frankfurt/Oder und siedelt wenig später nach Berlin über. Alexander v. H. wird Mitglied der Akademie der Wissenschaften und erhält seine Ernennung zum Kammerherrn des preußischen Königs. Er hält Vorlesungen, schreibt wissenschaftliche Abhandlungen und verfasst 1807 Vorschläge zur Reorganisation der Berliner Akademie.

Von 1807 bis 1827 lebte Humboldt meist in Paris, wo er an seinem 30-bändigen Werk "Voyage aux régions équinoxales du Nouveau Continent" arbeitet. 1808 erscheint das Werk "Ansichten der Natur" und im darauf folgendem Jahr das Werk "Versuch über den politischen Zustand des Königreichs Neu-Spanien" und 1817 veröffentlich Humboldt eine Zeichnung der ersten Isothermenkarte.

1827 kehrte Humboldt nach Berlin zurück und wurde Berater des preußischen Königs. An der Berliner Universität hält Humboldt 1827 und 1829 Vorlesungen über physikalische Erdbeschreibung "Kosmos-Vorlesungen" und parallel dazu 16 öffentliche Vorträge in der Singakademie.

1829 unternimmt Humboldt eine russisch-sibirische Forschungsreise, die in über das Baltikum und Moskau in den Ural und bis zur chinesischen Grenze führte.

Alexander von Humboldt war der einflussreichste Mäzen seiner Zeit und investierte sein Erbe nicht nur in seine eigenen Untersuchungen, sondern förderte selbstlos auch andere junge Wissenschaftler und Künstler, unter andrem Justus von Liebig, Felix Mendelssohn Bartholdy, Heinrich Heine, Ludwig Tieck und Klaus Groth.

Zu seinen Bekannten und engsten Freunden zählten Matthias Claudius, Gebrüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, August Wilhelm Schlegel sowie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller nebst ihren Familien. Charles Darwin bezeichnete ihn als "den größten Wissenschaftsreisenden, der jemals gelebt hat".

Nach seiner Rückkehr wird Humboldt 1837 die "Copley-Medaille" für die Steigerung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse verliehen, und 1842 wird er mit einem Orden von König Friedrich Wilhelm IV. ausgezeichnet.

In den Jahren von 1845 bis 1862 arbeit Humboldt an dem fünfbändigen Werk "Kosmos", der Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. 1848 greift er in vermittelnder Weise in die revolutionären Ereignisse des März ein und erweist den Gefallenen der Kämpe im Trauerzug die letzte Ehre. Humboldt nimmt Einfluss auf Wissenschaft und Kunst in Berlin und engagiert sich 1857 für die Abschaffung der zweiten Leibeigenschaft in Preußen und konnte in Deutschland durchsetzen, dass das Gesetz "jeder Sklave, der Preußen betritt, ist frei" erlassen wurde.

Alexander von Humboldt starb am 6. Mai 1859 in seiner Wohnung in der Oranienburger Straße 67 in Berlin und wurde im Park des Schlosses Tegel beigesetzt.



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